Nora Lachmann

Krimis & Thriller

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Die Quintessenz von Staub

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„Der Tod wäre sicher eine Lösung, aber so einfach komme ich nicht davon. Leider. Oder glücklicherweise.” Für Marie ist die Liebe zu Pius ein großes, unerwartetes Glück. Doch ein schwerer Schlaganfall verändert alles. Marie ist in ihrem Körper eingeschlossen, kann nicht einmal mehr sprechen und muss sich fragen, ob sie ihren Mann und seine Motive wirklich kennt.

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    Nora Lachmann

Vita

Nora Lachmann

Geboren 1957 in Berlin, ummauert aufgewachsen. Ausgeflogen nach Hamburg und in die Toskana. Viel gelernt, erst Psychologie, später Englische und Deutsche Literatur. Zurückgekehrt, zwei Kinder großgezogen und lange als Psychotherapeutin Menschen begleitet. Nach der Jahrtausendwende den Neuanfang gewagt und seitdem als Autorin und Übersetzerin im neuen Beruf heimisch geworden. In der Zeit, die bleibt, auf den Meeren unterwegs.

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Leseprobe

1. Kapitel

An Liebe dachte ich nicht, als mein Bruder an einem Winterabend zum Essen einlud – er dagegen schon. Der Frühling nahte, ein kaum wahrnehmbarer Duft nach Frische lag in der Luft, ein Kribbeln und Summen, und Richard trat auf wie Amor persönlich, seine Pfeile surrten durchs Telefon.
   »Marie und Pius, sagt dir das nichts? Das ist Schicksal, Fügung. Die Heilige Jungfrau und der Papst. Wenn das nichts wird, dann weiß ich auch nicht mehr.«
   »Vergiss es. Ich brauche keinen Mann und schon gar kein arrangiertes Date.«
   »Komm schon. Wann hast du den Letzten in die Wüste geschickt? Vor zwei Jahren? Höchste Zeit für Frischfleisch.«
   »Du bist eklig. Ich bin doch kein Monster.«
   »Aber allein.«
   Womit er recht hatte, doch es störte mich nicht. Nicht so sehr, kaum. Ganz ehrlich. Ich hatte Freunde, meinen Laden und eine Wohnung für mich allein, konnte die Tür hinter mir schließen und die Welt draußen lassen. Mehr verlangte ich nicht vom Leben. Mein Bruder war anders, er hatte immer mehr gewollt und auch bekommen. Ich hatte mich im Weniger eingerichtet, hatte mich entschieden, mit dem zufrieden zu sein, was es gab, statt dem nachzutrauern, was ich nie mehr haben würde. Die Tür zu allen schmerzhaften Erinnerungen hatte ich geschlossen, den Schlüssel dreimal umgedreht, um ganz sicherzugehen.
   »Ich vermisse nichts, großer Bruder.«
   »Du mich auch, kleine Schwester. Also, was ist jetzt? Freitag um sieben. Pünktlich. Die ganze Truppe ist da und Pius als Betthupferl. Ein Nein als Antwort lass ich nicht gelten.«
   Und damit war es beschlossene Sache. Gegen meinen großen Bruder war ich noch nie angekommen.
   Am Freitag um halb acht drückte ich auf den glänzenden Messingknopf neben dem doppelten, polierten R – R wie Richard und R wie Roth – und dem etwas kleineren, leuchtenden Schriftzug B-Light. Die rauchfarbene Holztür rührte sich nicht, saß starr im Beton eines der postmodernen Stadthäuser, die um die Jahrtausendwende wie glitzerndes Unkraut nicht nur in Berlin aus dem Boden geschossen waren. Findige Architekten hatten das urbane Dorf entdeckt, Viertel ohne Autoverkehr, in denen Kinder barriere- und angstfrei miteinander spielen sollten. Der Kinderboom war jedoch ausgeblieben. Nach einem schier endlosen Streit um die staatliche Finanzierung von Betreuungsangeboten, um Prioritäten in der Bildung und frühe Förderung, hatte sich die Politik anderen Themen zugewandt und dieses Feld der privaten Initiative überlassen. Im freien Spiel der Kräfte hatte die schwächere Seite nachgegeben. Was hätte sie sonst auch tun sollen? Obwohl Wissenschaftler vor gravierenden Folgen warnten, war der scheinbar unausrottbare Kinderwunsch weiblicher Wesen vor allem bei gut ausgebildeten, jungen Frauen versickert wie Wasser in einem trockenen Brunnen. Und nachdem sich der Staub der Entrüstung über den Egoismus auch in den Medien gelegt hatte, machte niemand mehr uns Frauen Vorwürfe – schließlich gab es Wichtigeres in der Welt. Hinter den energieoptimierten Fassaden der neuen Viertel lebten nun in der Regel gut verdienende, kinderlose Paare ihr zwischen Arbeit und Freizeit optimal abgestimmtes Leben, hielten den smaragdgrünen Rasen schön kurz und genossen die optimale Ruhe sowie die hundertfünfzig Quadratmeter Wohnfläche.
   Als Single lebte ich natürlich bescheidener, aber immer noch besser als die Randgruppe der Familien mit suboptimalem Verhältnis von Einkommen zu Personen im Haushalt.
   Richard bewegte sich am oberen Rand des Spektrums. Deshalb diese Wohnung, besser gesagt das Stadthaus mit der Grundfläche eines Wohnzimmers, in einer Reihe mit zehn identisch aussehenden Einheiten vom Edelstahlkamin bis zu den leeren, runden Wasserbecken im Vorgarten. Im Sommer würde in jedem die exakt gleiche Anzahl von Seerosen blühen. Links von mir raschelte es. Sekunden später strich der Suchscheinwerfer der Überwachungskamera über einen Stadtfuchs. Er schien keine Furcht zu haben, starrte mich mit gelben Augen an und trabte dann gemächlich weiter. Das rotgoldene Fell schlug Wellen wie changierende Seide, helles Gold wurde zu dunklem Rot, ehe der Scheinwerfer weiterzog und mich ins Visier nahm.
   »Da bist du ja.« Richard stand strahlend im Türrahmen, die (...)

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