Kerstin Hohlfeld

Frauenromane

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Ein Weg zurück

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Alles scheint perfekt im Leben von Irina von Lehnberg. Die prominente Berliner Radiomoderatorin hat ihren Traumjob, verkehrt in den besten Kreisen und ist glücklich liiert. Doch dann erreicht sie ein Brief, der alles verändert. Fünfundzwanzig Jahre, nachdem sie als Mädchen aus einfachen Verhältnissen überstürzt die DDR verlassen hat, reist sie zurück in ihre Vergangenheit. Sie begegnet den Menschen, die sie damals im Stich gelassen hat, und stellt sich ihren bedrückenden Erinnerungen. Schon bald begreift sie, dass nach dieser Reise nichts mehr wie vorher sein wird. Ein Roman über die Macht der Vergangenheit und die zwei Hälften eines Lebens, die nur zusammen ein Ganzes bilden.

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Vita

Kerstin Hohlfeld

Kerstin Hohlfeld wurde in Magdeburg geboren, studierte Theologie in Naumburg und Berlin, verließ die Hauptstadt kurz vor dem Mauerfall, um kurz danach zurückzukehren und in verschiedenen Berufen, u.a. als Autorin zu arbeiten. Sie engagiert sich für Tier- und Umweltschutz, radelt, wandert und reist leidenschaftlich gern und verbringt mit Vergnügen einen Teil ihrer Freizeit hinter dem Herd. Sie ist Mutter von drei erwachsenen Kindern.

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Leseprobe

Gegenwart

»Guten Morgen, Berlin. Fünf Uhr fünf. Es ist Zeit, die Augen aufzumachen. Ich bin Irina von Lehnberg und möchte Sie heute gern mitnehmen. Keine Eile! Sie haben noch ein bisschen Zeit. Rekeln Sie sich ruhig noch einmal! Trinken Sie Ihren ersten Kaffee! Aber dann besuchen Sie mich bitte! Ja, richtig gehört. Ich möchte Sie gern treffen, und zwar am Gendarmenmarkt. Hier wird heute der Laden meiner Träume aufgemacht. Und Ihrer auch, da bin ich mir sicher. Aber jetzt erst mal rekeln.«
   Sie drückte auf die Tastatur. Der nächste Musiktitel – »Material Girl« von Madonna – lief ab. Irina streckte sich, ließ kurz die Schultern kreisen, um die leichte Verspannung in ihren Schultern zu lockern. Sie war es gewohnt, so früh auf den Beinen zu sein und es störte sie nicht. Seit fast zehn Jahren moderierte sie die Morgenshow von Berlin-Live-Radio. Und sie liebte ihren Job.
   In einer Stunde würden sie das Studio verlassen und vom Gendarmenmarkt weitersenden, zur Eröffnung eines neuen dreistöckigen Schuh- und Taschenladens. In dem Spätbarockbau – innen ein Traum aus edlen Hölzern, mannshohen goldenen Spiegeln und weichen Sesseln – standen keine Taschen, sondern Kultobjekte wie Prada, Chloè, Vuitton – kurz: unbezahlbare Träume in Leder.
   Irina begutachtete ihr Outfit. Sie trug ein knappes, eng anliegendes Designersommerkleid, für das sie erst vor ein paar Tagen ein kleines Vermögen ausgegeben hatte. Ihre ohnehin stattliche Größe von 1,75 Metern unterstrich sie durch zehn Zentimeter hohe Absätze. Wie immer, wenn sie von draußen sendeten, würde es ein großes Menschengedränge geben. Die Berliner kannten und liebten Irinas Morgenshow und viele strömten zum Live-Termin. Irina wollte gut für sie aussehen.
   Sie genoss das Bad in der Menge – die strahlenden, ihr zugewandten Gesichter, die Menschen, die freudig, manchmal aber auch sichtlich aufgeregt reagierten, wenn die Moderatorin sie ansprach und ein bisschen mit ihnen plaudern wollte. Sie alle kamen, um die Frau, die sie jeden Morgen aus dem Bett holte, einmal live zu sehen.
   Irina fand Außentermine großartig. Ein besseres Publikum als die Berliner konnte sie gar nicht haben, die meisten waren offen, schlagfertig und für jeden Spaß zu haben.
   »Was grinst du denn so?«, fragte Kai, ihr Co-Moderator und knuffte sie kurz in die Seite.
   »Ich freu mich. Das wird lustig heute.«
   Kai verdrehte die Augen.
   »Was ist los?«, fragte sie.
   »Ich finde es stressig draußen«, antwortete er. »Seid umschlungen Millionen ist einfach nicht mein Ding.«
   »Ach, komm schon! Weißt du noch beim letzten Mal, als wir dich im Wannsee getauft haben?« Irina lachte. »Das war doch urkomisch.«
   »Ich weiß, meine Liebe, Witze auf meine Kosten liebst du besonders.«
   Sie zwinkerten sich zu. Als der Musiktitel endete, plauderten sie fröhlich drauflos.
   »Du, Iri«, sagte Kai. »Was ich dich fragen wollte …«
   »Ja?«
   »Muss ich wirklich mitkommen?«
   »Ich ahnte schon, dass du kneifen willst. Sag mal, hast du etwas gegen Schuhe und Handtaschen?«
   »Ich kenne dich und weiß genau, wie das ablaufen wird. Du kaufst die ganze Zeit ein, und ich mache unsere Morgenshow allein.«
   »Wie kommst du denn darauf?«
   »Na, Frauen plus Schuhe plus Taschen ist gleich psychischer Ausnahmezustand. Ganz einfache Rechnung. Lernt Mann schon in der Schule.«
   »Ach, die alte Leier. Hat er recht, liebe Berlinerinnen? Sollen wir das auf uns sitzen lassen? Rufen Sie mich an! Sagen Sie Kai, der auf eine Schule gegangen ist, in der man echt komische Sachen lernt, warum er mitkommen muss.«
   Zwei Stunden später sendeten sie vom Ü-Wagen am Gendarmenmarkt.
   Viele Hörerinnen hatten angerufen und Kai »überredet« zur Shop-Eröffnung mitzukommen. Sogar seine Freundin hatte sich eingeschaltet: »Wenn du nicht dahin fährst und mir so’n geiles Teil mitbringst, drehe ick dir den Hals um.«
   Nettes Spiel. Wie erwartet machte Irina die Sendung großen Spaß.
   Gerade interviewte sie eine prominente Berliner (...)

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