Tobias Damjanov

Krimis & Thriller

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Tödlicher Wanderer - Detektei Damjanov 5

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Eine Frau verschwindet aus einem Lokal. Von jetzt auf gleich, gerade noch hat sie mit ihrem Freund zusammengesessen. Privatermittler Damjanov soll sie aufspüren. Was er aber findet, ist die Erkenntnis, dass diese Frau nie existiert zu haben scheint. Hat ihr Freund außer sexuellen auch noch andere Störungen? Ein geheimnisvoller Politiker, der Bundeskanzler werden möchte, behauptet, diese Frau sei seine Gattin. Damjanov wird in einen düsteren Strudel geheimdienstlicher Rachespiele gesogen, durch die er auf einen alten Fall stößt und auf Norderney in einen Hundezwinger stürzt. Unaufhaltsam spitzen sich die Entwicklungen zu, sodass Damjanov fast zum Mörder werden muss, um sein Leben zu retten. Aber der wirkliche Übeltäter entkommt – oder auch nicht.

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    Tödlicher Wanderer - Detektei Damjanov 5
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Vita

Tobias Damjanov

Tobias Damjanov, Jahrgang 1951, stammt aus Franken, lebt in Bochum und hat einen Sohn. Er war in friedenspolitischen und wissenschaftskritischen Nichtregierungsorganisationen, als Dozent am II. Bildungsweg sowie als Journalist tätig. Seine Romane um den gleichnamigen Privatermittler tragen bewusst autobiografische Züge und spielen in nahegelegener Zukunft. Gemischt mit skurrilem Humor, erinnern sie in Stil und Handlung an die „série noire“ und sind zudem mit der Welt der Geheimdienste verknüpft. Mit „Tödliche Wiederbelebung“ debütierte der Autor im bookshouse-Verlag.

Leseprobe

Hamburg, im Februar 2018

Verschwundene gehören zu meinem Job. Was aber, wenn ich für zwei Klienten die gleiche Person suchen soll? Verschlossene Räume, unterirdische Gänge, ein Schlauchboot, ein Hundezwinger. Und ein Kugelschreiber, der fast ins Auge geht. Allerdings nicht in meines.

Tag 1

Sitze in einem Bistro in der Kaiser-Wilhelm-Straße und trinke Kaffee. Ohne Milch, ohne Zucker. Das Lokal heißt Gestern & Heute, ist täglich rund um die Uhr geöffnet und mit Lichtelementen ausgeleuchtet, als wäre es ein Büroraum ohne Fenster. Gut genug geheizt, dass die großflächigen Fensterscheiben angelaufen sind. Im Augenblick will ich sowieso nicht wissen, was draußen vor sich geht.
   Die Zeigerstellung einer altertümlichen Uhr mit ach wie nostalgisch römischen Ziffern, die über der Eingangstür minutiös gelangweilt in die Gegend tickt, zeigt mir, dass es drei Stunden und acht Minuten nach Mitternacht ist. Das Plastikmobiliar um mich herum besteht aus sieben gelben Tischchen à vier bis sechs Stühlen in Schwarz, locker im Raum verteilt. Auf den Bodenfliesen, ebenfalls gelb und schwarz, quietschen die Stuhlbeine bei jeder Bewegung wie schwer verletzte Meerschweinchen. Lenkt zeitweise von dem leisen, aber ständigen Pfeifen ab, das wahrscheinlich von einer Lüftungsanlage verursacht wird. Schätze, funktional eingeschränkt, sonst wären die Fenster nicht beschlagen.
   An meinem rechten Nebentisch sitzen zwei Männer: Bauernomeletts, Kaffee, Mineralwasser. Taxifahrer, den Gesprächsfetzen nach. Links von mir eine Clique junger Leute beiderlei Geschlechts. Jeder flirtet mit jedem. Am Tisch dahinter eine alte Frau, die seit zwanzig Minuten ein Süppchen löffelt. Neben ihr ein Männerpärchen: Könnte homosexuell sein. Könnten aber auch Vater und Sohn sein. Oder beides. In dieser Welt gibt es Schlimmeres.
   Habe außer dem Rhinozeros mit der abgebrochenen Nase, das die Elektronik des Kassentresens bedient, drei weitere Personen ausgemacht, die den Betrieb aufrechterhalten: Da ist ein Giraffengesicht mit passend langem Hals, auf ausnehmend freundlich trainiert. Aber seine Stimmung: nebenberuflich Angestellter eines Beerdigungsinstituts? Ein Mädchen schwirrt von Tisch zu Tisch. Studentin? Ihre Hautfarbe lässt mich an Sklaven denken. Ihre Figur erinnert mich daran, dass ich ein Mann bin, alt.
   Die vierte Beschäftigte ist ebenfalls weiblich und erinnert mich auch an Sklaverei: herrisch wirkend, schätzungsweise hundertzehn Kilo auf einer ehrlichen Waage und altersmäßig in meiner Sechzigplus-Liga. Pausbäckiges Gesicht mit geröteten Wangen, dichte schlohweiße Haare, die ihr bis auf die Schultern reichen. Von dieser Haarpracht kann meine Kopfhaut nur träumen. Sie wird meine erste Ansprechpartnerin sein, unter anderem, weil sie mir wie die Chefin dieser Schicht vorkommt.
   Bestelle bei der Giraffe mit dem Totengräbergesicht ein Thunfischsandwich und Mineralwasser. Stehe dann auf, um die Toiletten zu inspizieren.
   Zu den Örtlichkeiten gelange ich durch eine Tür neben der Kasse. Auf der Tür steht Toiletten am Ende des Ganges. Unter das Wort Ganges steht mit Filzstift geschrieben: Ehrlich erst in Indien???
   Wo entspringt oder mündet der Ganges?
   Am Kopfende des kurzen Flures befinden sich Männer- und Frauen-WC direkt nebeneinander. Auf dem Weg dorthin gehen von dem Flur eine Tür nach rechts mit der Aufschrift Privat und eine nach links ab, auf der Küche. Zutritt verboten! steht. Beide Türen lassen sich nicht öffnen. Es riecht nach Putzmittel, Bratenfett und Hühnersuppe. Könnten auch gekochte Rattenfüßchen an Urinstein sein.
   Die Männertoilette weist keinerlei Besonderheiten auf, wenn ich davon absehe, dass sie sauber ist. Die Fenster sind zu klein, als dass ein erwachsener Mensch durch sie flüchten könnte. Die Frauentoilette kann ich nicht betreten, weil just in diesem Moment ein weibliches Wesen (eine von der Clique, die neben mir sitzt) den Flur betritt und auf jene Tür zusteuert. Kalkuliere, dass bei den Damen die Fenster nicht größer sind als im Männer-WC.
   Kehre an meinen Tisch zurück.
   Ein Herr »Bechthold, Herrmann. Herrmann mit zwei R und zwei N bitte!« bat mich vor zwei Tagen telefonisch um einen Gesprächstermin. Alltag eines Privatermittlers. Dieser (...)

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