Tobias Damjanov

Krimis & Thriller

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Tödliche Schaminski-Brüder - Detektei Damjanov 4

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Privatermittler Damjanov wird Zeuge einer Hinrichtung in einer Hamburger S-Bahn. Der Ermordete war ein prominenter Wissenschaftler. Das scheint aber mit dem Mordmotiv nichts zu tun zu haben, denn auch dessen Bruder wird ermordet, während Damjanov so gerade eben einem explodierenden Taxi entkommt. In der Folge entdeckt er Spuren, die nach Denia in Spanien führen – oder doch zu der Tochter eines finnischen Konsuls? Bei einem Klassentreffen in seinem Heimatort Schweinfurt stößt Damjanov auf frühere Zeiten und weitere Ermordete aus der gleichen Familie. Auf der Suche nach dem Mörder wird Damjanov in einem Kleingartenverein in Hamburg-Bergedorf abgefangen. Alles sieht danach aus, dass er dieses Mal verloren hat …

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Vita

Tobias Damjanov

Tobias Damjanov, Jahrgang 1951, stammt aus Franken, lebt in Bochum und hat einen Sohn. Er war in friedenspolitischen und wissenschaftskritischen Nichtregierungsorganisationen, als Dozent am II. Bildungsweg sowie als Journalist tätig. Seine Romane um den gleichnamigen Privatermittler tragen bewusst autobiografische Züge und spielen in nahegelegener Zukunft. Gemischt mit skurrilem Humor, erinnern sie in Stil und Handlung an die „série noire“ und sind zudem mit der Welt der Geheimdienste verknüpft. Mit „Tödliche Wiederbelebung“ debütierte der Autor im bookshouse-Verlag.

Leseprobe

Hamburg, im Januar 2018

Tatenlos zusehen? Ein Albtraum. Als ich handle, haben andere das bereits getan. Aus einem Klassentreffen entsteht die Lösung.




Tag 1

Trotz Neuschnees ist die S-Bahn schwach besetzt, was auf dieser Strecke Seltenheitswert hat. Die Schulferien. Viele Hamburger sind bestimmt noch im Weihnachtsurlaub.
   Bin in den letzten Waggon eingestiegen. Hier bin ich der einzige Fahrgast. Wahrscheinlich deshalb fällt mein Blick durch die Fenster der Waggonenden auf einen Mann, der mir gegenüber im nächsten Wagen sitzt, entgegen der Fahrtrichtung und in einer Zeitung lesend. Ich kann Logo und Teile des Schriftzuges des Hamburger Express erkennen.
   Der Mann hält sein Blatt weit ausgebreitet vor sich, sodass ich sein Gesicht nicht sehen kann. Außer ihm sind noch vier oder fünf Mitreisende in diesem Waggon, alle in Fahrtrichtung sitzend, fast alle über den Wagen verteilt. Nur einer von ihnen hat ausgerechnet gegenüber meinem Zeitungsleser Platz genommen, obwohl es genügend freie Bankgruppen gibt. Diese Person ist in Nettelnburg zugestiegen, erste Station nach Bergedorf in Richtung Hamburg. Dieser Fahrgast hat einen dunklen Teint, einen adretten Dreitagebart und kurz geschnittene tiefschwarze Haare, dürfte also recht eindeutig ein Mann sein. Während der Fahrt kann ich, da er wie ich in Fahrtrichtung sitzt, nur seinen breiten Rücken sehen. In meinem Waggon bleibe ich auch bei den weiteren Stationen allein.
   Kurz vor der Haltestelle Rothenburgsort, vorletzte Station vor dem Hauptbahnhof, blicke ich auf die Bahnsteigsuhr, als ich aus den Augenwinkeln eine schnelle Bewegung bemerke. Reflexartig blicke ich zurück. Jener Mann, der in Nettelnburg zustieg, hat seinem Gegenüber offenbar die Zeitung aus der Hand geschlagen. Ich kann jetzt das Gesicht des Mannes mit der Zeitung sehen. Er trägt eine Brille mit runden, randlosen Gläsern. Er hat einen buschigen rotblonden Schnurrbart, der weit über die Mundenden hinausreicht, seitwärts wie nach unten. Sein Mund steht offen. Die dichten Augenbrauen, auch buschig und rotblond, sind nach oben gewandert zu den drei, vier Stirnfalten, die sich dazu passend gebildet haben oder immer vorhanden sind.
   Während die Bahn anhält, sagt der Schnurrbärtige etwas zu seinem Gegenüber, worauf ihm dieser mit voller Wucht ins Gesicht schlägt. Die Brille des Schnurrbartträgers fliegt. Irgendwohin. Rote Flüssigkeit tritt aus seiner Nase. Bevor der Getroffene reagieren kann, schlägt der andere ein zweites Mal zu. Der Zeitungsleser scheint durch den Hieb bewusstlos, denn sein Kopf sackt nach hinten. Sein Mund bleibt offen stehen. Der Schläger rührt sich zunächst nicht. Kaum fünf Sekunden später erhebt er sich, geht langsam zur geöffneten Waggontür, wo er einen kurzen Moment wartet und sein Gesicht in meine Richtung, aber nicht zu mir, wendet und auf den Niedergeschlagenen blickt, als wollte er sein Werk begutachten. Das Gesicht des Schlägers wirkt, als wäre aus seiner Sicht überhaupt nichts passiert. Ruhig, keinerlei Wut, kein Anzeichen irgendeiner Erregtheit. Ich habe etwas Notwendiges verrichtet, lese ich.
   Der Signalton für das Schließen der S-Bahn-Türen fängt an, zu piepen. Der Schläger greift in seine Jacke und zieht eine Waffe hervor. Die Bewegung sieht graziös und eingeübt aus. So schnell erkenne ich nicht, ob es ein Revolver oder eine Pistole ist, was er in der Hand hält, aber das Gerät hat einen langen, sich verdickenden Lauf. Schalldämpfer? Der Mann setzt das Ende des Laufes am Ohr des Ohnmächtigen an.
   Weiß nicht, ob ich den Knall des Schusses höre, denn so etwas habe ich noch nie in meinem Leben gesehen. Live, meine ich. Aus dem Kopf des Getroffenen spritzt etwas heraus. Will nicht wissen, was das ist. Einige Spritzer treffen den Mörder an der Vorderseite seines Körpers. Ohne die Waffe einzustecken, macht der Killer eine schnelle Bewegung durch die Waggontüren, die sich gerade schließen. Der Zug fährt an.
   Unbewusst ducke ich mich, sodass der Mörder mich nicht sehen kann, als die Bahn an ihm vorbei aus dem Bahnhof fährt. Ich ihn allerdings auch nicht. Als ich mich Sekunden später, ebenso unbewusst, wieder aufrichte, blicke ich wie unter Zwang in den anderen S-Bahn-Wagen. Zwei Fahrgäste stehen neben der Sitzbank des Ermordeten. Das Opfer ist von da, wo ich mich befinde, nicht zu (...)

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