Tobias Damjanov

Krimis & Thriller

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Tödliche Verbündete - Detektei Damjanov 3

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In einem Wohnblock werden ständig Briefkästen zerstört. Privatermittler Damjanov soll die Täter dingfest machen. Dabei wird ihm fast der Schädel eingeschlagen – nichts im Vergleich zu dem Briefträger, den ein Sprengsatz zerfetzt. Zufall oder Absicht? Damjanov schliddert in einen Sumpf von Rechtsradikalen und Geheimdienstmachenschaften. Das Leben seiner Freundin wird bedroht. Gleichzeitig will ihn eine gewalttätige, fremde Schönheit unbedingt kennenlernen und ein Polizeisprecher mit bemerkenswerter Vergangenheit bietet ihm ein Bündnis an. Bei einem gemeinsamen Einbruch entdeckt er Abgründiges, das ihn auf die richtige Fährte setzt. Nur, will er den Täter jetzt noch entlarven? Seine Entscheidung führt in tödlicher Weise zu einem Ergebnis, das er nicht beabsichtigt hatte ...

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    Tödliche Verbündete - Detektei Damjanov 3
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Vita

Tobias Damjanov

Tobias Damjanov, Jahrgang 1951, stammt aus Franken, lebt in Bochum und hat einen Sohn. Er war in friedenspolitischen und wissenschaftskritischen Nichtregierungsorganisationen, als Dozent am II. Bildungsweg sowie als Journalist tätig. Seine Romane um den gleichnamigen Privatermittler tragen bewusst autobiografische Züge und spielen in nahegelegener Zukunft. Gemischt mit skurrilem Humor, erinnern sie in Stil und Handlung an die „série noire“ und sind zudem mit der Welt der Geheimdienste verknüpft. Mit „Tödliche Wiederbelebung“ debütierte der Autor im bookshouse-Verlag.

Leseprobe

Hamburg, im April 2017

Briefkästen als Mordinstrument? Nach einer Delle auf meinem Schädel und einer Pressekonferenz werde ich zum Einbrecher, woraufhin jemand eines unnatürlichen Todes stirbt.



Tag 1

Eine dreibeinige Katze, schwarz und braun getüpfelt und ohne Schwanz, schleicht unter den Tischen und Stühlen herum. Ich sitze in einem Straßencafé am Bergedorfer Markt, suche in der Bergedorfer Zeitung nach Artikeln von Anne und nippe an einem doppelten Espresso. Beruf ist erst wieder Montag.
   Rechts bewegt sich die Katze an mir vorbei. Auf einem silbern glänzenden Roller mit vier Stahlrädchen saust von links ein noch nicht schulpflichtiger Junge heran. »Du schwanzlose Missgeburt, ich mach dich fertig«, kräht er mit weiblich hoher Stimme.
   Ich rücke mit dem Stuhl zurück, als hätte ich im letzten Schluck Espresso Gift entdeckt und wollte auf den Boden spucken.
   Der Junge gibt »Ouch!« oder so etwas von sich, kann mir aber ausweichen. Leider.
   »Das war Absicht!« Noch eine weiblich hohe Stimme, die jedoch nicht kräht, sondern schrillt und offensichtlich von einer Frau stammt, die so breit wie hoch ist, keinen Roller fährt, aber wie der Junge von links kommt.
   »Hab ich’s mir doch gedacht«, sage ich und lasse meine Zeitung sinken. »Ist das Ihr kleines Arschloch? Ich lasse mich nicht so beleidigen, auch von einem Kind nicht.« Bin auf die Antwort gespannt. Wie das mit Erwartungen so ist, stattdessen höre ich in meinem Rücken ein Geräusch, das in höherer Phonzahl Markenzeichen eines Verkehrsunfalls wäre, und den Schrei eines Kindes.
   Ich drehe mich um. Der silbrig glänzende Roller liegt auf den Betonplatten, direkt vor einem dieser motorisierten Hightechrollstühle, deren Fahrstrecken vorprogrammiert werden können und die für Fußgängerzonen zugelassen sind. Unter der Plexiglaskuppel, Behinderte dürfen sich auch bei schlechtem Wetter in der Öffentlichkeit sehen lassen, trifft mein Blick auf ein, hm, menschliches Gesicht.
   »Ach, das tut mir jetzt aber leid.«
   Womit zweifelsfrei der Junge gemeint ist, der neben dem Rollstuhl auf dem Boden kniet. Er blutet am Kopf und weint.
   Ach wie herzerweichend.
   »Dass man Sie mal wieder trifft!«
   Diese Stimme habe ich, im Unterschied zu denen der vorangegangenen Minuten, schon ungezählte Male hören müssen. Allerdings ist das länger her. Ich sehe auf. Richtig. Wie gehabt, der wandelnde Mumiensarkophag, Inhalt männlich, dem an die obere Spitze durch einen schielenden Tierpfleger Haarbüschel von einem Eisbärenschädel angeklebt wurden. Ein paar Zentimeter tiefer setzte ein angehender Schönheitschirurg bei seinen Übungen am Modell zwei grau-blaue Augen ein. Er brachte es fertig, dass sie dem Betrachter, im aktuellen Falle mir, ein Lächeln vermitteln.
   Das, was da rechts neben mir steht, schert sich nicht um vor Selbstmitleid blutende Kinder, die behinderte Katzen eliminieren wollen, sondern redet weiter. »Hab Sie schon von Weitem an Ihrer blauen Cordjacke und den lichten Haaren erkannt. Wir werden ja alle nicht jünger.«
   Sicher, sicher. Laberhansl. Kann ich auch. »Ach, der Herr Mattenkötter. Wir haben uns ja Ewigkeiten nicht mehr gesehen, was?«
   Mattenkötter ist Hausverwalter eines Wohnkomplexes schräg gegenüber vom Lohbrügger Markt, ebenfalls Bergedorf, etwas weiter weg von meinem aktuellen Sitzplatz. Ich habe früher dort gewohnt. Meine Erinnerungen an Herrn Mattenkötter sind bunt, quirlig, ambivalent.
   »Setzen Sie sich doch«, sage ich. »Ich lade Sie zum Kaffee ein. Oder, wenn Sie was anderes wollen?«
   »So ’n Wetterchen hat man ja hier nicht alle Tage. Was machen Sie denn in Bergedorf? Ich meine, außer Zeitung lesen und Kaffee trinken.« Er lächelt weiter. Redelüstern.
   Natürlich hat er bereits Platz genommen. Wie damals wundere ich mich, dass über seinem Bauch die Mumienverschalung, sein Hemd, nicht aufplatzt. Ich winke der Bedienung zu. Sie sieht mich an wie eine Sizilianerin, die zwar volljährig ist, aber noch nie mit einem Mann  … Ich sollte mit Anne nicht so häufig ins Bett gehen und vor allem mehr Zitronen essen.
   Mattenkötter war (...)

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