Tobias Damjanov

Krimis & Thriller

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Tödliche Wiederbelebung - Detektei Damjanov 1

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Gleich in seinem ersten Fall stellt sich Privatermittler Damjanov die Frage, ob sein Klient Schellinghaus ein Wirrkopf ist. Denn Schellinghaus behauptet, er sei ein „Schläfer“ des DDR-Geheimdienstes und als solcher fast dreißig Jahre nach Auflösung der DDR aktiviert worden. Damjanov nimmt die Herausforderung an und gerät in ein undurchsichtiges Chaos: Soll die DDR etwa wiederbelebt werden – per Regierungsumsturz in Venezuela als Brückenkopf? Hat der neu gegründete Deutsche Sicherheitsdienst seine Finger im Spiel? Geht es um die verschollenen DDR-Milliarden, die Schellinghaus als Marionette einflussreicher Strippenzieher wiederbeschaffen soll? Die Ereignisse überschlagen sich. Schellinghaus ist plötzlich nicht mehr erreichbar, zwei ungebetene, aber bewaffnete Gäste tauchen in seinem Büro auf und die Russin Sahira Sacharov möchte nach ihrem vermissten Ehegatten suchen lassen. Wie all das zusammenhängt, versucht Damjanov in Barcelona herauszufinden. Für die entscheidende Information sorgt dabei ein Toter …

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    Tödliche Wiederbelebung - Detektei Damjanov 1
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Vita

Tobias Damjanov

Tobias Damjanov, Jahrgang 1951, stammt aus Franken, lebt in Bochum und hat einen Sohn. Er war in friedenspolitischen und wissenschaftskritischen Nichtregierungsorganisationen, als Dozent am II. Bildungsweg sowie als Journalist tätig. Seine Romane um den gleichnamigen Privatermittler tragen bewusst autobiografische Züge und spielen in nahegelegener Zukunft. Gemischt mit skurrilem Humor, erinnern sie in Stil und Handlung an die „série noire“ und sind zudem mit der Welt der Geheimdienste verknüpft. Mit „Tödliche Wiederbelebung“ debütierte der Autor im bookshouse-Verlag.

Leseprobe

Hamburg, im September 2016

Der Mann spinnt. Hat einen an der Waffel, nicht alle Latten am Zaun, gehört auf die Couch. Aber zu spät. Er hat mich.

Tag 1

»Ich präjudiziere, dass Ihre Verschwiegenheit per se obligatorisch ist«, sagt der Mann vor meinem Schreibtisch.
   Was?
   Ich nicke trotzdem, lehne mich im Schreibtischsessel zurück und verschränke die Hände vor der Brust.
   Er hat sich mir als ›Martin Schellinghaus‹ vorgestellt. Sein Gesicht ist ohne Furchen und rasiert, gerade Nase, randlose, getönte Brille, die Haare braun, locker liegend. Seine Finger berühren die Tischkante. Ein Klavierspieler, der sich auf den Tasten austoben will? Die Nägel sind ohne Schmutzrand und kurz geschnitten. Mein Blick wandert über sein Jackett, die Weste, die Seidenkrawatte. Ich kann seine Augenfarbe nicht erkennen.
   »Ich möchte Sie mit eiligen privaten Ermittlungen betrauen.«
   Ich rücke einen Notizblock zurecht und nehme einen Stift zur Hand. Diesen Job übe ich erst seit siebzig Minuten aus.
   Martin Schellinghaus ruckelt in seinem Stuhl. Seine Brille bewegt sich, weil sich seine Nasenflügel bewegen. »Also …«
   Mehr höre ich nicht.
   Suchen seine Finger die schwarzen und weißen Tasten? Geduld. Menschen, die zu mir kommen, haben ein Problem. Wenigstens.
   »Ich bin 1987 … nein, äh, ich habe aus dem Blickwinkel meines heutigen Dafürhaltens 1987 einen kapitalen Fehler begangen. Ich war seinerzeit als führendes Mitglied des Jungsozialisten-Vorstandes ›Westliches Westfalen‹ Teilnehmer einer Delegation, die die DDR aufsuchte.«
   Während er spricht, blickt Martin Schellinghaus – heißt er wirklich so? – entweder auf seine Hände, als würde er die noch nicht gut genug kennen, oder irgendwo an mir vorbei.
   Kinder sind damals wohl kaum in einen der mächtigsten Juso-Vorstände der Bundesrepublik gewählt worden. Also ist er keinesfalls jünger als vierzig.
   Der Geruch in meiner Nase stammt aus meinen Achselhöhlen. Duschgel und Deospray, die Versagerzwillinge des Tages.
   »Am letzten Tag dieses Delegationsaufenthaltes wurde ich separiert und von mehreren Herren angesprochen, die sich als wissenschaftliche Mitarbeiter des IPW, Institut für Politik und Wirtschaft, vorstellten, was mich nicht überraschte, da wir dort wissenschaftspolitische Gespräche geführt hatten. Zu meinem damaligen politischen Hintergrund komme ich nicht umhin, Ihnen mitzuteilen, dass ich, wiewohl eingetragener Sozialdemokrat, überzeugter linker Sozialist mit Orientierung auf die Politik Herrn Gorbatschows war. Details dazu kann ich wie auch zu dem eben angeführten Gespräch mit den IPW-Repräsentanten später vertiefen, falls notwendig.«
   Aha.
   Hat er sich in der Adresse geirrt? Kann nicht sein, denn als er mich zwei Minuten nach neun vier Stockwerke tiefer über die Gegensprechanlage anrief, nannte er meine Berufsbezeichnung.
   »Möchten Sie auch einen Kaffee?« Ich stehe auf, weil ich einen will. Von meinem Schreibtisch aus gesehen links befinden sich ein Kühlschrank und ein Spülbecken mit Arbeitsplatte, auf der eine zwanzig Jahre alte Kaffeemaschine steht.
   »Ja, gern«, antwortet er.
   Ich fahre herum, beruhige mich aber sofort. Er wird heute Morgen noch keinen Kaffee getrunken haben.
   Die Kaffeemaschine hat ihre Asthmaanfälle. Ich setze mich wieder.
   »Diesem Gespräch folgten weitere und aus all dem erwuchs, nun, äh, dass ich mich anwerben ließ. Gemeinhin ist meine so definierte Funktion als ›Schläfer‹ im Wortgebrauch.«
   Er fühlt sich sündig. Er hat etwas getan, was ich Macht meiner Berufung bereinigen soll. Jetzt muss ich so locker wie seine Haare sein.
   Die Kaffeemaschine röchelt final. Ich stehe wieder auf und schenke ein.
   »Aber es ging nicht um meine seinerzeit aktuelle Juso-Funktionärstätigkeit. Meinen Kontraparts war offenbar bekannt, dass ich nicht plante, nach dem Studienabschluss, der sich damalig mit diesen Ereignissen zeitlich überschnitt, in einem agententypischen Bereich eine Tätigkeit aufzunehmen, sondern als (...)

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