Tobias Damjanov

Krimis & Thriller

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Tödliche Erbschaften - Detektei Damjanov 2

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Damjanovs neuester Auftrag kommt aus Australien. Ein Bürgermeisterkandidat der SPD soll nicht tödlich verunglückt, sondern ermordet worden sein. Und dies bereits vor einem Jahr. Er verbeißt sich in undurchsichtige Verwandtschaftsbeziehungen. Erbschaften in Millionenhöhe tauchen auf, aber niemand weiß, woher der Tote das Geld hatte. Dafür erfährt er schnell, dass seine Recherchen lebensgefährlich sind und andere deswegen sterben müssen: Ein Sturz aus einem Hamburger Nobelhotel, ein Brand in einer Frankfurter Bahnhofsabsteige – immer ist die angebliche Schwester des toten SPDlers in der Nähe. Ein Parteikomplott oder eine Privatabrechnung? Eine alte Doktorarbeit bringt Damjanov auf eine unglaubliche Spur, allerdings auch in Lebensgefahr und noch immer passen die Puzzleteile nicht zusammen …

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Vita

Tobias Damjanov

Tobias Damjanov, Jahrgang 1951, stammt aus Franken, lebt in Bochum und hat einen Sohn. Er war in friedenspolitischen und wissenschaftskritischen Nichtregierungsorganisationen, als Dozent am II. Bildungsweg sowie als Journalist tätig. Seine Romane um den gleichnamigen Privatermittler tragen bewusst autobiografische Züge und spielen in nahegelegener Zukunft. Gemischt mit skurrilem Humor, erinnern sie in Stil und Handlung an die „série noire“ und sind zudem mit der Welt der Geheimdienste verknüpft. Mit „Tödliche Wiederbelebung“ debütierte der Autor im bookshouse-Verlag.

Leseprobe

Hamburg, im November 2016

Ein toter Bürgermeisterkandidat, eine auferstandene Schwester, ein verlobter Frosch. Auch ich verwandle mich fast in meine Leiche.




Tag 1

Na so was, eine Briefkassette aus Australien. Ich nestle den Verschluss auf. Ein handgeschriebener Brief in deutscher Sprache und daran geheftet eine dieser Super-Minidiscs, wenige Zentimeter groß und neueste gebührenträchtige Beigabe der Postindustrie.
   Hoffentlich ein Auftrag. Aber Australien!
   Keine Erwartungen, bitte. Bisweilen gar nicht so einfach, das konsequent durchzuhalten, gerade in alltäglichen Dingen nicht. Denn wenn ich erwartet hätte, diese Handschrift, die daher kommt, als wären tintenfüßige Spatzen übers Papier gehopst, entziffern zu können …
   Lege die Super-Minidisc in meinen Rechner ein. Das gleiche Schriftstück in gescannter Form. Dank Schriftumwandler kann ich lesen:

Sehr geehrter Herr Damjanov!

Mein Name ist Amelie Burmester. Ich bin die Schwester von Edgar Sodemann, der vor einem Jahr in Hamburg ermordet wurde. Finden Sie den oder die Mörder! Ich biete Ihnen ein Erfolgshonorar von A$20,000 und einen Tagesspesensatz von A$200.
Falls Sie mir darüber hinaus weiterhelfen können, biete ich Ihnen ein Prozent der betreffenden Summe an.
Ich werde noch im Laufe des Novembers nach Hamburg reisen und im Hotel Atlantic zu erreichen sein. Dann möchte ich den Vertrag fixieren.

Hochachtungsvoll,


Die Unterschrift kann der Umwandler nicht mehr erfassen, weil sie noch krakliger dahingekritzelt ist als der ganze Text. Gehe davon aus, dass sie Amelie Burmester heißen soll.
   Als Absender ein Postfach in Sydney. Woher kennt eine Australierin die Adresse eines Privatermittlers in Hamburg, der gerade mal seit zwei Monaten seinen Beruf ausübt? Über meine Webseite, gut. Von der aus hätte sie mich per E-Mail schneller und billiger kontaktieren können.
   Der im Brief genannte Edgar Sodemann sagt mir was. Er war der sozialdemokratische Bürgermeisterkandidat im vergangenen Hamburger Wahlkampf. Für ihn ging die Wahl weder politisch noch persönlich aus. Wenige Wochen vor dem Wahltermin im September vergangenen Jahres stürzte er nämlich in seiner Wohnung beim Auswechseln einer Deckenlampe vom Stuhl. Es soll Menschen geben, die einen Genickbruch überleben. Edgar Sodemann zählte nicht zu ihnen.
   Wenn sich jemand von Australien aus bemüht, den angenommenen Mord am Bruder in Hamburg aufklären zu lassen, hat das schon etwas. Aber was genau? Und warum erst ein Jahr nach dem Todesfall?
   Worüber ich beim ersten Lesen auch gestolpert bin, ist der Satz »Falls Sie mir darüber hinaus weiterhelfen können, biete ich Ihnen ein Prozent der betreffenden Summe an.«
   Toll, was? Nebulöse Formulierung. Welche Summe ist gemeint? Wohl kaum ein paar Hundert Euro respektive australische Dollar. Und ihr geplanter Hamburg-Besuch. Wenn man eine solche Reise antritt, muss man doch zwei, drei Wochen vorher wissen, wann genau man reist. Wo sie absteigt, weiß sie doch auch schon.
   Sie hat etwas vergessen, ein, zwei Sätze zum Beispiel. Essen auf dem Herd, überraschender Besuch, Gichtanfall in der Schreibhand. So etwas.
   Aber was weiß ich schon? Beispielsweise weiß ich auch nicht, ob diese Frau Burmester wirklich die Schwester von Edgar Sodemann ist.
   Bin auf jeden Auftrag angewiesen. Habe nichts zu verlieren, wenn ich mich trotz dieser Ungereimtheiten darum kümmere, ob irgendetwas am Ableben Sodemanns auffällig war.
   Erinnerungen an vergangenes Jahr. Im September 2015 war ich bereits rundum mit meinen Kursen und Schulungen beschäftigt, um Privatdetektiv zu werden, was ich dann vor zwei Monaten auch realisiert habe. Politik? Ich engagiere mich nicht mehr hinter Rednerpulten oder vor Wasserwerfern.

Im Laufe des Nachmittags schließe ich die Abschlussberichte zu zwei Scheidungsangelegenheiten ab. Sende sie an die Klienten. Falls die Rechnungen pünktlich beglichen werden, entspricht das betriebswirtschaftlich dem Gegenwert für zwei Lebenswochen. Wenn ich weiter bei Vollkornbrot und hart gekochten Eiern zum Frühstück und ähnlichen Völlereien zu den sonstigen Mahlzeiten bleibe. Ich muss ja auch (...)

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