Leonie Lastella

Krimis & Thriller

Image

EXPLORE bookshouse

HOMEPAGE
Offizielle Homepage des Verlags.

E-BOOK-DEALS
E-Book-Schnäppchen ab 99 Cent.

DER ERSTE SATZ
Votings für den ersten Satz im Roman.

WAS LESE ICH GLEICH?
(Liebes-)Romanauswahl einmal anders!

bookshouse BLOGGING
Unsere Bloggerseite.

Weitere bookshouse Autor(inn)en

Tropfen auf der Haut

Image

Merle und Jonte, eine Liebe, eine Insel, eine abgeschlossene Welt. Doch Jonte will weg, aufs Festland. Merles Wurzeln hingegen liegen tief verankert in der sandigen Erde Amrums. Eine Trennung ist unvermeidlich, aber bedeutet das auch das Ende ihrer Liebe?

Shoppen bei: Amazon iTunes Thalia Tolino
  • Leonie
    Lastella
    E-Book: 0.99 €
  • Leonie Lastella
    Tropfen auf der Haut
  • Tropfen auf der Haut
    Leonie Lastella

Vita

Leonie Lastella

Leonie Lastella wurde 1981 in Lübeck geboren und wuchs in Haselau nordwestlich von Hamburg, auf, wo sie noch heute zusammen mit ihren drei Söhnen im Haus ihrer Kindheit lebt. Nach ihrem gymnasialen Abschluss studierte sie einige Semester Erziehungswissenschaften und Biologie an der Universität Hamburg. Auslandsaufenthalte in den USA und Italien beeinflussten ihre Arbeit als Autorin ebenso wie ihre Tätigkeit in verschiedenen sozialen Einrichtungen. Seit 2006 widmet sie sich neben ihrer Arbeit und den Kindern dem Schreiben. Ihr erstes Buch „Stille Seele“ erschien im Juni 2011 in der Edition Doppelpunkt, der Thriller „Allein“ im Oktober 2012 über Create Space. Es folgten der New Adult Liebesroman „In Licht und Dunkelheit“ im bookshouse Verlag, die Thriller „Wer Finsternis sät“ und „2x3 Meter Finsternis“, ebenfalls im bookshouse Verlag, und die Novelle „Tropfen auf der Haut“. Seit Dezember 2014 wird sie von der Agentur Thomas Schlück GmbH vertreten. „Brausepulverherz“ aus dem Fischer Verlag ist ihre neueste Veröffentlichung.

Leseprobe

Kapitel 1

Ich sehe in den Spiegel und zupfe an den losen Haarsträhnen, die nicht mit in den Zopf an meinem Hinterkopf wollten. Man könnte durchdrehen bei dieser widerspenstigen Mähne, aber ich bin zufrieden damit. Mein Haar passt zu mir. Leicht chaotisch und sehr speziell. Selbst Kathleen, die einzige Friseurin auf Amrum, die es überhaupt schafft, etwas annähernd als Frisur zu betitelndes aus meinen Haaren zu zaubern, bekommt in regelmäßigen Abständen hysterische Anfälle wegen meiner straßenköterblonden Locken. Es ist äußerst amüsant, dass meine Mutter stundenlang mit Kathleen über so etwas Unbedeutendes wie meine Haare fachsimpeln kann. Immerhin haben sie dann ein anderes Thema als mein unsägliches Talent, alle heiratswilligen Männer in die Flucht zu schlagen und meine biologische Uhr, die, so sagen sie, lauter tickt, als das Ungetüm von antiker Wanduhr im Flur meiner Oma.
   Ich fühle mich zu jung zum Mutter werden, erst recht zum Heiraten und außerdem würde ich niemals Dieters zweite Tresenkraft in der hiesigen Fleischerei werden, auch wenn er gutes Geld verdient und laut Mama nicht mal schlecht aussieht. Ich stöhne unterdrückt und frage mich zum wiederholten Male, ob Mama allmählich schlecht sieht. Dieter hat einen stattlichen Bauchansatz, Kleidung, die nicht unter das Wort Mode fällt, und das Schlimmste ist, er ist so eindimensional, dass es mich schon beim Wurst kaufen in den Wahnsinn treibt. Keine zehn Pferde würden mich dazu bringen, so einen Mann zu heiraten, nur weil sich Mama seit meinem dreizehnten Lebensjahr auf ihre Rolle als Großmutter vorbereitet.
   Mein Blick streift den Wecker, der zwischen Zetteln und zwei aufgeschlagenen Büchern auf dem Schreibtisch steht. Ruckartig fahre ich zusammen. »Scheiße, ist das spät.« Ich schlüpfe in eine meiner Lieblingsjeans, der man das Wort »Lieblings-« deutlich ansieht. Sie zerschleißt bereits an den Knien und unterhalb des Gesäßes. Mein Blick irrt durch den Raum auf der Suche nach einem halbwegs sauberen T-Shirt. Ich halte nicht allzu viel vom Waschen, obwohl ich mir in solchen Momenten jedes Mal vornehme, ab sofort regelmäßig die Waschmaschine zu nutzen. Bisher habe ich diesen Vorsatz zwar nie in die Realität umgesetzt, aber es sich vorzunehmen, ist ein Schritt in die richtige Richtung.
   Hinter einem halb umgekippten Stapel Bücher ziehe ich ein hellrosafarbenes Jerseyshirt hervor, das erstaunlicherweise ziemlich sauber wirkt, und ziehe es über. Irgendwo in diesem Zimmer muss noch ein Korb mit sauberer, frisch duftender Wäsche sein, aber mir fehlt die Zeit zwischen all den Büchern, den Wolldeckenbergen und Kissenhaufen danach zu suchen. Auf dem Weg zur Tür angle ich mir meine heiß geliebte Flickenjacke, die aussieht wie eine zweckentfremdete Patchworkdecke, und springe in vier wenig eleganten Sätzen die Treppe hinunter.
   Mama steht kopfschüttelnd im Erdgeschoss und rührt in einer ihrer Schüsseln. Sie rührt ständig irgendetwas. Dieses Mal sieht es aus wie die Grundform eines in tausend Varianten abwandelbaren Rührkuchens. Es riecht wie immer himmlisch. Es ist ein mittelschweres Wunder, dass ich nicht längst aussehe wie ein übergewichtiges Walross. Wenn Mama nicht gerade kocht oder backt, schüttelt sie wie jetzt resigniert den Kopf, weil ich mich so wenig fraulich benehme, dass es laut ihrer Auffassung eine Schande ist. Ich weiß, dass sie bei meiner Geburt von rosa Tutus, Glitzer und Prinzessinnengeburtstagen träumte. Außer einem blass rosafarbenen Shirt kann ich mit nichts davon dienen, aber ich revanchiere mich für diesen verpatzten Lebenstraum, indem ich mit meinen dreiundzwanzig Jahren noch immer zusammen mit ihr und ihren vielen Macken in unserem windschiefen Häuschen am Amrumer Deich wohne.
   Ich liebe jeden Winkel dieses Hauses, das durch das Reetdach seinen eigenen Charme hat. Ich liebe das gemütliche Chaos, das zwangsläufig um Menschen unseres Charakters herum entsteht und jedem, der es wagt über unsere Türschwelle zu treten, zeigt, dass hier gelebt wird. Ich liebe sogar meine herrlich wunderbare, nervig chaotische Mutter.
   »Du musst etwas essen, Merlemaus.«
   Als könnte sie meine Gedanken lesen und wollte mir bestätigen, wie sehr sie nerven kann. Ich hasse es, wenn sie mich Merlemaus nennt, aber ich weiß, dass es wenig Sinn hat, ihr das ins Gedächtnis zu rufen. Ich bin schon immer (...)

Mehr Leseempfehlungen