Leonie Lastella

Krimis & Thriller

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Wer Finsternis sät

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Dein Leben ist eine Lüge. Deine Mutter war nie tot. Bis heute. Jos Welt gerät ins Schwanken, als die Polizei in seinem Elternhaus auftaucht. Seine seit Langem tot geglaubte Mutter wurde auf bestialische Weise ermordet. Und sie ist nicht das einzige Opfer. Jos Leben zerbricht, denn plötzlich steht er im Fokus des Killers, der jeden mit in die Finsternis zieht, der Jo etwas bedeutet. Der neue Gänsehautthriller der Zweitplatzierten des NordWordAwards 2013

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Vita

Leonie Lastella

Leonie Lastella wurde 1981 in Lübeck geboren und wuchs in Haselau nordwestlich von Hamburg, auf, wo sie noch heute zusammen mit ihren drei Söhnen im Haus ihrer Kindheit lebt. Nach ihrem gymnasialen Abschluss studierte sie einige Semester Erziehungswissenschaften und Biologie an der Universität Hamburg. Auslandsaufenthalte in den USA und Italien beeinflussten ihre Arbeit als Autorin ebenso wie ihre Tätigkeit in verschiedenen sozialen Einrichtungen. Seit 2006 widmet sie sich neben ihrer Arbeit und den Kindern dem Schreiben. Ihr erstes Buch „Stille Seele“ erschien im Juni 2011 in der Edition Doppelpunkt, der Thriller „Allein“ im Oktober 2012 über Create Space. Es folgten der New Adult Liebesroman „In Licht und Dunkelheit“ im bookshouse Verlag, die Thriller „Wer Finsternis sät“ und „2x3 Meter Finsternis“, ebenfalls im bookshouse Verlag, und die Novelle „Tropfen auf der Haut“. Seit Dezember 2014 wird sie von der Agentur Thomas Schlück GmbH vertreten. „Brausepulverherz“ aus dem Fischer Verlag ist ihre neueste Veröffentlichung.

Leseprobe

Prolog

Das Böse wurde nicht geboren. Es wuchs heran. Es wurde geformt in einem Zimmer, in das nur wenig fahles Licht drang, in einem Haus voller Finsternis, im Körper eines unscheinbaren Jungen.
   Dunkle Haarsträhnen verbargen den Blick in leere Augen, in eine Seele, die die Dunkelheit aufsog.
   Jahre verbrachte Jael damit, sein Innerstes zu verbergen, sich anzupassen. Er zwang sich, zu verstehen, zwang sich, zu fühlen, bevor Vater die Finsternis in seinem Inneren stark genug machte. Das Böse begann, seine steifen Glieder zu recken. Es hatte viel zu lange still verharrt. Gestärkt durch Vaters Härte, stellte es jeden Versuch, zu empfinden, ab, kappte Jaels Verbindung zu einem normalen Leben. Bald löste sich die Erinnerung daran auf wie kalter Nebel unter den ersten Sonnenstrahlen des Tages.
   Jeder Schlag stärkte das Böse. Sein Flüstern begleitete Jaels Tage, sein Schreien die dunklen Nächte.
   Er selbst war leer, nicht unglücklich, nicht einsam, nicht traurig. Glück, Zufriedenheit und Freude waren ihm ebenso fremd wie ihre dunklen Geschwister.
   Das Böse sammelte jeden Fetzen Kälte in Jaels Innerem, labte sich daran, bereit zu jagen, sobald die Zeit kommen würde, die Bestimmung zu erfüllen.
   Selten schwieg es. Dann verdichtete sich die Stille in Jael und in diesem See aus Ruhe formten sich leise und klar abstrakte Erinnerungen an ein Leben, wie die anderen es führten. In diesen Momenten ließ er den Wunsch zu, verstehen zu wollen. So sehr erinnerte ihn ihre Mimik und Gestik, die Art, wie sie interagierten, an das fahle Gesicht seiner Mutter, an ihre Angst und ihre alles fressende Sucht nach Nähe und Liebe, bevor sie urplötzlich aus seinem Leben verschwunden war.
   Eines Nachts hatte sie die aufgesprungene Lippe an seine Stirn gedrückt, hatte den Koffer genommen und sich aus dem Haus geschlichen. Ihre Stimme an seiner Wange hatte geflattert wie ein Schmetterling im Todeskampf. »Ich komme wieder. Ich komme dich holen. Du musst keine Angst haben. Sobald ich kann, hole ich dich hier raus.« Sie hatte gelogen. Die Stimme an seinem Ohr war nur ein Flüstern gewesen. »Ich liebe dich, mein Schatz.«
   Sie sagte diese Worte oft und erwartete eine Reaktion.
   Er hatte genickt, sie angestarrt und versucht, zu verstehen. Irgendetwas war anders als sonst, es gelang ihm jedoch nicht, diese Andersartigkeit zu greifen.
   Es war nicht mehr als eine Ahnung, ein ungutes Ziehen in der Magengegend, das er nicht deuten konnte.
   Tage vergingen, in denen er gespenstig still dasaß und Ausschau hielt. Sie kam nie zurück. Irgendwann hörte Jael auf, zu warten. Die Dunkelheit sog den kalten Klumpen in seiner Brust auf, während ihm das Böse schwere, eisige Worte durchs Hirn trieb. Ohne sie würde es noch finsterer werden, Vaters Hand noch härter. Es hatte Jael stärker gemacht.
   Er würde seiner Mutter dafür danken, ihr den Frieden schenken, den sie verdiente. Er liebte sie. Liebe bedeutete Schmerz. Das hatte Jael früh gelernt. Er würde ihr seine Liebe schenken.
   Sein Schöpfer starb, seine Mutter würde ihm folgen. Jael würde töten, so wie es stets seine Bestimmung gewesen war.

Kapitel 1
Kontrollverlust

Der Wind wirbelte Jos Haare durcheinander und wehte ihm eine Brise frischer Küstenluft entgegen. Der Geruch nach Muscheln, Tang und nasser Erde lag in der Luft. Jo liebte diese Mischung, die nach Zuhause roch. Er lächelte und versuchte, seine halblangen Locken zu bändigen. Der Wind riss ihm die Strähnen aus der Hand und ließ sie vorwitzig um das Gesicht tanzen. Seufzend gab Jo auf, schulterte seinen Rucksack und stieg in den Bus.
   An der Abzweigung zu seinem Elternhaus, einem alten Gestüt, das seit Jahren als Pension betrieben wurde, ließ ihn der Busfahrer aussteigen. Es gab hier keine Haltestelle, aber der Fahrer kannte Jo und seine Familie und ersparte ihm dadurch einen halben Kilometer Weg.
   »Danke, Wolfgang.« Er hob die Hand zum Gruß und sprang auf den rissigen Asphalt der Straße.
   »Kein Problem, Jo.« Der Busfahrer schloss die Tür, die ein zischendes Geräusch von sich gab, und fuhr an.
   Das Zahlenschloss am Fahrrad öffnete (...)

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