Sabine Bürger

Kinder- & Jugendbücher

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Das Fenster in die Vergangenheit - Hexenkinder

Als die elfjährige Samantha von der abenteuerlichen Zeitreise ihrer Mutter erfährt, beschließt sie, ebenfalls den Sprung durch die "Geheime Pforte" zu wagen. Gemeinsam mit ihren Freundinnen, den Zwillingen Antonia und Anica, verschwindet sie in das mittelalterliche Magdeburg. Eine geplante Hexenverbrennung stellt Samantha vor eine schwerwiegende Entscheidung, doch das ist erst der Anfang ihres ungewöhnlichen Ausflugs in die Vergangenheit. Ob es die Begegnung mit Mathilda, der Tochter der Kräuterfrau, den im Wald hausenden Gesetzlosen oder den Bergleuten ist, immer bleibt es für Samantha ein Kampf gegen den Aberglauben, die Grausamkeit und die Ungewissheit der damaligen Zeit. Sie lernt Missgunst und Niedertracht kennen, erfährt aber auch Liebe und Zuneigung. Als sie schwer krank wird, kann nur noch eine Rückkehr ins 21. Jahrhundert sie retten, doch diesen Weg hat sich Samantha verbaut ...

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Vita

1946 an der Ostsee im hanseatischen Rostock geboren, blieb mein Wunsch, Gedichte und Geschichten aufzuschreiben, vorerst auf kindliche Versuche beschränkt. Mein Schulabschluss an einer POS in Rostock, meine Ausbildung zur Laborantin am Justus von Liebig Institut und meine Heirat folgten. Als Berufstätige und Mutter dreier Kinder war ich vollends ausgelastet. Mein großer Traum vom Schreiben rückte in den Hintergrund. Erst viele Jahre später brachte mich meine Liebe zu den Büchern, die bis heute meine ständigen Begleiter sind, dazu, an meine Kinder – und Jugendjahre anzuknüpfen, Eigenes aufzuschreiben. Seit 2010 schreibe ich für eine Agentur Krimis und Kurzgeschichten. Im Dezember ist mein Kinder- und Jugendbuch erschienen, dem hoffentlich viele folgen werden. Ich freue mich riesig auf die Zusammenarbeit mit einem Verlag, der meinen Vorstellungen und Wünschen total entspricht.

Leseprobe

Kapitel 1
Der erste Tag

»Ich heiße Samantha, komme aus Schüttdorf, bin elf, habe noch zwei Geschwister, meinen Bruder Florian Falco, der ist acht, und meine kleine Schwester Griselda Gisela, aber die zählt noch nicht, die ist noch ein Baby.« Hastig leierte Samantha ihre Vorstellung herunter und blickte ihre Klassenlehrerin erwartungsvoll an.
   »Sehr schön, Samantha«, sagte Frau Glucke, »aber deinen Familiennamen verrätst du uns bestimmt auch noch«, forderte sie Samantha freundlich auf.
   »Nein, das möchte ich nicht«, flüsterte sie kaum vernehmlich, spielte an ihren Zöpfen und blickte stur geradeaus auf die grüne Tafel.
   Heute Essensgeld bezahlen, entzifferte sie verzweifelt und sie wusste, dass ihr niemand helfen würde.
   Ja, warum auch? Jeder Mensch hatte einen Nachnamen. Einige waren prima, einige nicht. Das musste Frau Glucke doch verstehen. Wer hieß schon Glucke. Aber dafür konnte sie ebenso wenig wie Samantha.
   »Ja, aber Kind, warum denn nicht?«, fragte Frau Glucke verdattert und bewirkte, dass neunundzwanzig Augenpaare gespannt auf Samantha blickten.
   »Mein Nachname ist Marsch«, antwortete sie gepresst und lauschte angstvoll in die Stille. Als nichts geschah, wuchs eine winzige Hoffnung wie ein Blümchen in ihrem Herzen, dass es dieses Mal nicht wie sonst sein würde. Sie atmete auf, fuhr jedoch zusammen, als der blonde Junge neben ihr auf die Bank trommelte und sich lachend auf die Oberschenkel hieb. »Arsch Samantha. Marsch am Arsch«, brüllte er und alle lachten los.
   Von allen Seiten schallten ihr die bekannten Sätze entgegen.
   »Kinder, nun beruhigt euch doch, setzt euch sofort wieder hin.« Beschwichtigend streckte Frau Glucke der Klasse beide Hände entgegen, aber als das nichts nutzte, sondern Julian »Marsch, Arsch, Marsch, Arsch« singend durch die Klasse hopste, stemmte sie die Arme in die Seiten und holte tief Luft. »Fünfte Klasse! Sofort Ruhe, wer nicht sitzt, geht vor die Tür!«
   Endlich legte sich der Lärm, nur noch versprengtes Gelächter war zu hören.
   »Mann, da haben fünf Leute diesen bekloppten Namen«, gluckerte Fabian. »Und einen Babyarsch haben die auch noch zu Hause.«
   »Fabian, es reicht«, stoppte Frau Glucke Samanthas Banknachbarn. »Wir haben uns genug amüsiert und schlagen das Deutschbuch Seite fünfundzwanzig auf.« Energisch versuchte sie, den Unterricht fortzuführen.
   Samantha war das egal. Lustlos starrte sie in ihr Buch. Es war klar, dass das passieren würde. Es passierte immer.
   »Du kannst froh sein, Samantha, dass wir noch ein M im Namen haben«, witzelte ihr Paps dazu.
   Sie war aber nicht froh. Sie war mit und ohne M am Arsch.

Kapitel 2
Die Hausaufgabe

Einige Tage später saß Samantha an ihrem Schreibtisch und kaute auf ihrem Federhalter herum. Oh, wie sie diese Hausaufgabe hasste. Das würde wieder eine Katastrophe geben. Gerade hatte sich die Klasse einigermaßen beruhigt. Auch die schlimmsten Rüpel wie Fabian oder Julian ärgerten sie nicht mehr.
   Samantha seufzte. Wenn sie an den ersten Schultag dachte, an das Gelächter und die Demütigungen, denen sie ausgesetzt gewesen war, dann wollte sie diese Sätze lieber nicht schreiben. Es würde alles von vorn losgehen und darauf hatte sie absolut keinen Bock.
   Wie gut alles in Berlin gelaufen war.
   Dort waren ihre Freundinnen, ihr Zuhause, und dort hatte sie ihre Englischphase gehabt, wie Paps es genannt hatte.
   Dafür war ihre Englischlehrerin verantwortlich gewesen. Mistress Echt, die nicht Echt hieß, sondern nur echt war. Eine Engländerin mit einem unaussprechlichen Namen. Seither nannte Samantha ihre Mama Mum. Sie fand das cool und das alberne Gekicher ihres jüngeren Bruders Florian Falco störte sie nicht. Zumal er diese Anrede einige Zeit später kommentarlos kopierte.
   Wehmütig betrachtete Samantha das Bild an der Wand, von dem die ehemaligen Klassenkameraden auf sie herunterlächelten. Es war ein trauriger Abschied gewesen. Eine dicke Träne fiel auf ihr Heft und leckte die Buchstaben in einer trüben Tintentränenlösung weg.
   »Samantha, aller Anfang (...)

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