Hartmut W. H. Köhler

Krimis & Thriller

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Die Welt will betrogen sein - Der Kiez-Schnüffler

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Sommer 1967 Privatdetektiv Sünder ist nur ein kleines Licht auf dem Hamburger Kiez. Er lebt fast von der Hand in den Mund, verdient sich seinen Lebensunterhalt mit Scheidungssachen und treibt sich auf St. Pauli herum. Doch dann bekommt er den lukrativen Auftrag, den Sohn eines Gutsbesitzers, einen Studenten, zu beschatten. Ein Leichtes, denkt er, nur hat es dieser Job in sich. Zuerst wird Sünder verprügelt, und kurze Zeit später wird der Student ermordet. Sünder gerät unter Verdacht und muss einen weiteren Mord beobachten. Die Ermittlungen, die er nun auf eigene Faust durchzieht, führen ihn durch Hamburg und schließlich in das geteilte und von Studentenunruhen aufgebrachte Berlin. Er entdeckt kriminelle und politische Drahtzieher und versucht, sie zu stellen. Doch inzwischen wartet an jeder Station seiner Recherchen jemand, der ihm nach dem Leben trachtet.

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  • Die Welt will betrogen sein - Der Kiez-Schnüffler
    Hartmut W. H. Köhler

Vita

Hartmut W. H. Köhler

Hartmut W. H. Köhler wurde 1966 in Hildesheim geboren und ist in der niedersächsischen Kleinstadt Sarstedt aufgewachsen. Er lebt und arbeitet in Hamburg. Seit 2005 konnte er einige Kurzgeschichten veröffentlichen, und bei bookshouse erschienen sein Kroatien-Krimi „Die Antonia-Akte“ sowie die beiden Kriminalromane „Die Welt will betrogen sein“ und „Das Bankett der Witwenmacher“, in denen der Hamburger Privatdetektiv Sünder ermittelt. Ein dritter Sünder-Roman ist in Arbeit. 

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Brutaler Überfall auf Kiez-Club

Am Samstagabend gab es einen gewalttätigen Überfall auf die Nackttanz-Bar „Die blonde Katze“ in der Nähe der Straße Große Freiheit. Wie Horst „Chapeau“ S., der Wirt des Etablissements, berichtete, tauchten am frühen Abend plötzlich drei dunkel gekleidete und maskierte Schläger in dem Lokal auf und bedrohten die Anwesenden. Es kam zu Sachbeschädigungen und später auch zu Handgreiflichkeiten, da sich der zufällig anwesende Privatdetektiv Friedhelm S. gegen die brutal vorgehenden Ganoven zur Wehr setzen wollte. Geraubt wurde nichts, sagte Horst S. aus, aber die Eindringlinge hätten klare Drohungen gegen den bekannten und berüchtigten Kiez-König „Butscher“ Möhrs ausgesprochen und seien dann verschwunden, wobei sie ein zerstörtes Mobiliar und zwei schwerverletzte Opfer zurückließen. Angeblich gehören die drei Schläger zu den sogenannten „Bestattern“, einer kriminellen Organisation, die schon für einige Überfälle auf St.Pauli-Lokale verantwortlich sein soll. Ist hier ein neuer Krieg auf dem Kiez zu erwarten?

Leseprobe

1.
Sonntag, 9. April 1967
Abends

Die ganze Geschichte fing mit einem Besuch in meiner viertliebsten Stammkneipe an.
   Die Gaststätte war voll, als ich eintrat. Hafenarbeiter und Lkw-Fahrer bevölkerten das Lokal, das nur ein paar Schritte vom Altonaer Fischmarkt entfernt war.
   Klaus, der Wirt vom Zum alten Festmacher, stellte mir sofort eine Knolle Bier auf den Tresen und sah mich durch den Dunst unzähliger Zigaretten und Zigarren an.
   Die Kneipe war nicht sehr groß. Fünf runde Tische, ein langer Tresen, hinten, vor den Türen zu den Klos, stand ein abgegriffener Kickertisch und die Wände waren, vom Boden bis in Brusthöhe, mit braunem Holz getäfelt. Hinter dem Tresen, zwischen dem Schnaps- und dem Gläserregal, hing eine alte Fotografie vom Stapellauf des Schlachtschiffes Bismarck. Eine Familienerinnerung von Klaus, denn im Vordergrund war ein Festmacherboot zu erkennen, auf dem Klaus’ Vater angeblich das Ruder bedient hatte. Die Kneipe trug aus diesem Grund auch ihren Namen. Die Hakenkreuzflaggen auf dem Bild waren mit roter Farbe übermalt und entschärft worden.
   Klaus putzte die Blechplatte des Tresens mit Scheuermilch und Schwamm. »Was meinst du? Wo finde ich wohl einen guten Privatschnüffler?«
   Er kannte mich nicht so gut, denn oft war ich nicht im Festmacher.
   »Hier«, sagte ich und hebelte den Kronkorken der Flasche mit einem Kapselheber auf, den Klaus mir reichte. »Sitzt vor dir.«
   »Du?« Klaus sah mich an, als hätte ich ihm gerade berichtet, dass ich in der nächsten Woche Kiesinger als Bundeskanzler ablösen würde, dann warf er sich sein Geschirrtuch über die Schulter und sah mich verärgert an. »Verarschen kann ich mich allein.«
   Ich zog eine Visitenkarte aus der Lederjacke und legte sie auf den Tresen. Behördliche Lizenzen gab es für meinen Berufsstand seit 1949 nicht mehr. Die Gewerbeanmeldung reichte aus, um in Deutschland privat schnüffeln zu dürfen.
   »Friedhelm Sünder. Privatdetektiv. Altona«, las Klaus laut vor. Er nickte. »Scheint zu stimmen. Und ich dachte, du wärst einer vom Hafen oder vom Bau.«
   Er schien enttäuscht.
   »Warum? Weil ich nur einen billigen Prinz von NSU fahre und keinen Anzug trage?«
   »Na ja, die anderen Schnüffler sind immer so flott angezogen und fahren dicke Wagen, keine NSUs.«
   »Wie viele andere Schnüffler kennst du, Klaus?«
   »Keinen persönlich«, erklärte er mit hängenden Mundwinkeln und einem Lächeln. »Hab das gelesen und im Kino gesehen.«
   »Dann war deine Frage falsch. Du hättest mich fragen sollen, ob ich einen gut gekleideten Privatschnüffler kenne, der einen teuren Sportwagen fährt und auf dicke Hose machen kann.«
   »Nu fühl dich nich gleich angepüschert«, forderte er mit weit aufgerissenen Augen. »Das Bier geht auf mich.«
   Ich gönnte mir einen Schluck, zündete eine Zigarette an und zwinkerte mit einem Auge. Nicht, um Klaus zu ermutigen weiterzureden, sondern weil mir Rauch ins Auge gekommen war. »Wozu brauchst du einen Detektiv? Geht deine Frau fremd?«
   »Ich bin seit drei Jahren geschieden«, sagte Klaus pikiert. »Damals ging die mehr als nur fremd. Die Schlampe ging schon fast anschaffen, das kannste glauben.«
   Okay, so gut kannte ich Klaus nicht. Der Festmacher war eben nur meine viertliebste Kneipe. »Tschuldigung. Also worum geht es?«
   »Um die Itaker von nebenan.«
   »Bitte?«
   Klaus nickte zu den Fenstern und ich verstand nach einem kurzen Blick. An der Ecke hatte vor einigen Wochen eine sogenannte Pizzeria aufgemacht. Maggiolino nannte sich das italienische Restaurant.
   »Diese scheißverdammten Itaker. Die sind mir nicht ganz geheuer«, erklärte mir Klaus mit zusammengezogenen Brauen und verschwörerischer Stimmlage. »Immer wieder tauchen da so Kerle in piekfeinen Anzügen auf. Nadelstreifen. Und mit reichlich Pomade im Haar. Mit komischen Paketen unterm Arm oder mit ausgebeulten Jacken. Neulich fuhr sogar ’ne dicke Limousine vor. Schwarzer Mercedes. Hochglanzpoliert. Da stieg so ein Fetter aus und blieb eine Stunde. Vor der Tür warteten die ganze (...)

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