Ute Haese

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Die Enkelmacher

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„Die Grundidee ist brillant! Wir besorgen Enkel auf Bestellung und verkaufen sie zu einem satten Preis an die Auftraggeber.“ „Und wie stellen wir die Geschäftsbeziehungen her? Und wie wollen wir verhindern, dass uns dabei jemand auf die Spur kommt? Und wie soll die Übergabe erfolgen?“ Verena steigerte sich in ihre Rolle der Advocata Diaboli förmlich hinein. „Und wie soll die Knete verteilt werden?“, ergänzte Susanne mit einem berechnenden Glitzern in den Augen. Im Jahr 2034 hat die Überalterung der Gesellschaft dramatische Formen angenommen, Kinder gibt es nur wenige, der Sozialstaat ist überfordert. Eher schlecht als recht durch das inzwischen gegründete Ministerium für SeniorInnen (MfS) zwangsbetreut, müssen deshalb viele Angehörige der Generation „70plus“ jetzt in kostensenkenden Wohngemeinschaften leben. Da bedarf es schon engagierter Eigeninitiative, um dieser finanziellen Misere zu entfliehen. Ein satirischer Roman nicht nur für Leser/innen im beginnenden Gleitsichtalter.

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  • Ute Haese & Torsten Prawitt
    Die Enkelmacher
  • Die Enkelmacher
    Ute Haese & Torsten Prawitt

Vita

Ute Haese

Ute Haese, geboren 1958, promovierte Politologin und Historikerin, war zunächst als Wissenschaftlerin tätig. Neben Fachveröffentlichungen verfasste sie zahlreiche journalistische Kommentare zu politischen und sozialen Themen sowie – teilweise gemeinsam mit ihrem Ehemann Torsten Prawitt – mehrere Sachbücher. Seit 1998 arbeitet sie hauptberuflich als freie Autorin und widmet sich inzwischen ausschließlich der Belletristik im Krimi- und Satirebereich sowie inzwischen zusätzlich der Fotografie. Wie die Protagonistin ihrer ersten Krimi-Reihe um die Fast-schon-Privatdetektivin Hanna Hemlokk schreibt sie außerdem als „Tränenfee“ unter mehreren Pseudonymen sogenannte abgeschlossene Liebesromane für diverse Frauenzeitschriften. In einer zweiten Krimiserie, die im Herbst 2013 bei bookshouse startete, bekämpfen Kriminaloberkommissarin Victoria Boll und ihr Team im fiktiven Döhlin an der Diller das Verbrechen. Ute Haese ist Mitglied bei den „Mörderischen Schwestern – Vereinigung deutschsprachiger KrimiAutorinnen", und im SYNDIKAT, der Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur.

Leseprobe

Kapitel 1
Die Gang

Der August hatte mit Spitzenwerten von über 45 Grad wieder einmal alle Prognosen übertroffen. Trotzdem waren die katastrophalen Folgen, wie sie zehn Jahre zuvor im sogenannten Todessommer 2024 eingetreten waren, diesmal ausgeblieben. Die Mortalitätsrate unter den Alten und Schwachen bewegte sich nach dem unvermeidlichen Anstieg zu Beginn der Hitzeperiode auf einem vergleichsweise stabilen Niveau, sodass die vom MfS bekannt gegebenen Zahlen in der Öffentlichkeit eigentlich nicht mehr Beachtung hätten finden dürfen als die alljährlichen Waldschadensberichte früherer Jahrzehnte, zumal die Temperaturen inzwischen wieder auf das Normalmaß gesunken waren. Doch zum großen Verdruss der politisch Verantwortlichen zeichnete sich in sämtlichen Umfragen ab, dass dem nicht so war. Die anstehenden Bundestagswahlen würden offensichtlich durchaus von den unerfreulichen Begleiterscheinungen der meteorologischen Gegebenheiten beeinflusst werden, und so bemühten sich in den noch verbleibenden Wochen vor dem entscheidenden Termin alle Parteien, bei der wichtigsten Zielgruppe der 70 plus zu punkten.
   Thomas Bauer war auf diese Weise in den Besitz zahlreicher Hochglanzbroschüren, eines Gutscheins für eine kostenlose Fußpflege und eines nostalgischen Eiswürfelbereiters gekommen. Die Annahme eines Blutdruckmessgerätes mit integrierter Zuckeranalyse – die Offerte erfolgte durch eine charmante Mittvierzigerin der Jungen Unverdrossenen – hatte er dagegen ebenso freundlich wie bestimmt abgelehnt. Denn in dieser Hinsicht konnte er sich glücklich schätzen. Mit seinen siebenundsiebzig Jahren verfügte er, ausgenommen von gelegentlichen Problemen im linken Knie, immer noch über eine Konstitution, die bei jedem Bevölkerungsstatistiker äußerst zwiespältige Gefühle hervorrief: Einerseits war absehbar, dass er durch seine Langlebigkeit die ungünstige Alterspyramide des deutschstämmigen Bevölkerungsanteils noch negativer beeinflussen würde, andererseits nahm er dank seiner robusten Gesundheit nur wenige der ohnehin stark ausgedünnten öffentlichen Versorgungsleistungen in Anspruch.
   Außerdem hatte Thomas schon vor vielen Jahren zur finanziellen Absicherung des Lebensabends den größten Teil seiner Behandlungsrechte (»BHR-Aufbringungen gemäß Kostenneutralisationsgesetz im Gesundheitswesen vom 8. Mai 2022«) verkauft. Doch im Gegensatz zu manchen ehemaligen Arbeitskollegen oder -kolleginnen, die ebenfalls nach dem Motto »Wird-schon-gut-gehen« ihre Ansprüche veräußert hatten und sich dann eines Tages nach einem unglücklichen Sturz hatten hoch verschulden müssen, um ein paar BHRs für das neue Hüftgelenk zurückzukaufen, hatte er diesen Schritt nie bereut. Zugegeben, auch ihm hätte etwas passieren können, aber ein gewisses Maß an Risikobereitschaft gehörte eben wie bei jeder Aktienspekulation dazu. Und das, was er an medizinischen Leistungen gelegentlich nutzte, fiel sowieso nicht in den verrechnungsfähigen Bereich. Gut, bei den Zähnen, da hatte er sich verschätzt. Im Vertrauen darauf, über ein genauso unverwüstliches Gebiss wie sein Vater zu verfügen, hatte er auch seine Dental-BHRs bis auf wenige Punkte verscherbelt. Dummerweise jedoch war offenbar der genetische Einfluss eines Onkels mütterlicherseits größer als gedacht gewesen, weshalb sich mittlerweile doch eine Reihe von Lücken aufgetan hatten. Aber weil er damit nun wahrlich nicht besonders auffiel, hatte Thomas keinen Anlass gesehen, sich deswegen etwa um einen Kredit zu bemühen – den ihm ohnedies keine Bank gewährt hätte.
   Jedenfalls hatte er sich mit dem Verkauf seiner Optionsscheine die Möglichkeit verschafft, Mitglied einer MfS-geförderten SeniorInnen-Wohngemeinschaft zu werden. Und dort hatte er Susanne kennengelernt. Susanne Iserhoth-Weingarten, verwitwet, kinderlos, ehemalige Logopädin.
   Die sechsundsiebzig Jahre sieht man ihr wirklich nicht an, dachte Thomas und warf seiner Freundin einen zärtlichen Seitenblick zu, während sie nach einem ausgiebigen Spaziergang Hand in Hand wieder in den Breughelweg einbogen. Ihr Haar, immer noch silbrig-grau und nicht schlohweiß wie sein eigenes, aber genauso dicht, trug sie schon lange ebenso peppig wie praktisch kurz geschnitten, sodass es sich in den Monaten zwischen den vierteljährlichen Friseurbesuchen ebenfalls problemlos in Eigenregie nacharbeiten ließ. Mit ihren eins vierundsiebzig war sie zwar nicht besonders groß, (...)

Mehr Leseempfehlungen

Torsten Prawitt

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Vita

Torsten Prawitt

Torsten Prawitt, geboren 1957, wechselte nach Geschichts- und Politikstudium mit Magisterabschluss vom gespaltenen Dasein als Nebenbei-Schreiber und Nebenbei-Student zur eindeutigen Existenz als ausschließlicher hauptberuflicher freier Autor. Er veröffentlichte nun noch mehr satirische und humoristische Texte in den Printmedien, einige Sammelbände u. ä. sowie als Kurzhörspiele in allen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten; schrieb außerdem viele Nummern für verschiedene Kabarett-Gruppen. Satirische Gedichte, Nonsensgereimtes und Ungereimtes kamen und kommen dazu. Darüber hinaus erscheinen immer mal wieder kriminelle und makabre Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien. In gemeinsamer ehelicher Autorenschaft mit Ute Haese entstanden außerdem mehrere Sachbücher sowie bisher zwei satirische Romane, nämlich „Die Enkelmacher“ und „Die Soßenhobel-Mafia“, die nach einem missglückten früheren Start bei Griff-ins-Klo-Verlagen inzwischen hier bei bookshouse neu erschienen sind. Ein weiteres Betätigungsfeld ist die Fotografie; auch dieses wird publizistisch in familiärer Teamarbeit beackert.

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    Die Soßenhobel-Mafia

    „Staller hier. Guten Morgen, Frau Döllinger. Ich rufe an, weil – ja, ja, immer im Dienst! Frau (...)

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Kapitel 1
Die Gang

Der August hatte mit Spitzenwerten von über 45 Grad wieder einmal alle Prognosen übertroffen. Trotzdem waren die katastrophalen Folgen, wie sie zehn Jahre zuvor im sogenannten Todessommer 2024 eingetreten waren, diesmal ausgeblieben. Die Mortalitätsrate unter den Alten und Schwachen bewegte sich nach dem unvermeidlichen Anstieg zu Beginn der Hitzeperiode auf einem vergleichsweise stabilen Niveau, sodass die vom MfS bekannt gegebenen Zahlen in der Öffentlichkeit eigentlich nicht mehr Beachtung hätten finden dürfen als die alljährlichen Waldschadensberichte früherer Jahrzehnte, zumal die Temperaturen inzwischen wieder auf das Normalmaß gesunken waren. Doch zum großen Verdruss der politisch Verantwortlichen zeichnete sich in sämtlichen Umfragen ab, dass dem nicht so war. Die anstehenden Bundestagswahlen würden offensichtlich durchaus von den unerfreulichen Begleiterscheinungen der meteorologischen Gegebenheiten beeinflusst werden, und so bemühten sich in den noch verbleibenden Wochen vor dem entscheidenden Termin alle Parteien, bei der wichtigsten Zielgruppe der 70 plus zu punkten.
   Thomas Bauer war auf diese Weise in den Besitz zahlreicher Hochglanzbroschüren, eines Gutscheins für eine kostenlose Fußpflege und eines nostalgischen Eiswürfelbereiters gekommen. Die Annahme eines Blutdruckmessgerätes mit integrierter Zuckeranalyse – die Offerte erfolgte durch eine charmante Mittvierzigerin der Jungen Unverdrossenen – hatte er dagegen ebenso freundlich wie bestimmt abgelehnt. Denn in dieser Hinsicht konnte er sich glücklich schätzen. Mit seinen siebenundsiebzig Jahren verfügte er, ausgenommen von gelegentlichen Problemen im linken Knie, immer noch über eine Konstitution, die bei jedem Bevölkerungsstatistiker äußerst zwiespältige Gefühle hervorrief: Einerseits war absehbar, dass er durch seine Langlebigkeit die ungünstige Alterspyramide des deutschstämmigen Bevölkerungsanteils noch negativer beeinflussen würde, andererseits nahm er dank seiner robusten Gesundheit nur wenige der ohnehin stark ausgedünnten öffentlichen Versorgungsleistungen in Anspruch.
   Außerdem hatte Thomas schon vor vielen Jahren zur finanziellen Absicherung des Lebensabends den größten Teil seiner Behandlungsrechte (»BHR-Aufbringungen gemäß Kostenneutralisationsgesetz im Gesundheitswesen vom 8. Mai 2022«) verkauft. Doch im Gegensatz zu manchen ehemaligen Arbeitskollegen oder -kolleginnen, die ebenfalls nach dem Motto »Wird-schon-gut-gehen« ihre Ansprüche veräußert hatten und sich dann eines Tages nach einem unglücklichen Sturz hatten hoch verschulden müssen, um ein paar BHRs für das neue Hüftgelenk zurückzukaufen, hatte er diesen Schritt nie bereut. Zugegeben, auch ihm hätte etwas passieren können, aber ein gewisses Maß an Risikobereitschaft gehörte eben wie bei jeder Aktienspekulation dazu. Und das, was er an medizinischen Leistungen gelegentlich nutzte, fiel sowieso nicht in den verrechnungsfähigen Bereich. Gut, bei den Zähnen, da hatte er sich verschätzt. Im Vertrauen darauf, über ein genauso unverwüstliches Gebiss wie sein Vater zu verfügen, hatte er auch seine Dental-BHRs bis auf wenige Punkte verscherbelt. Dummerweise jedoch war offenbar der genetische Einfluss eines Onkels mütterlicherseits größer als gedacht gewesen, weshalb sich mittlerweile doch eine Reihe von Lücken aufgetan hatten. Aber weil er damit nun wahrlich nicht besonders auffiel, hatte Thomas keinen Anlass gesehen, sich deswegen etwa um einen Kredit zu bemühen – den ihm ohnedies keine Bank gewährt hätte.
   Jedenfalls hatte er sich mit dem Verkauf seiner Optionsscheine die Möglichkeit verschafft, Mitglied einer MfS-geförderten SeniorInnen-Wohngemeinschaft zu werden. Und dort hatte er Susanne kennengelernt. Susanne Iserhoth-Weingarten, verwitwet, kinderlos, ehemalige Logopädin.
   Die sechsundsiebzig Jahre sieht man ihr wirklich nicht an, dachte Thomas und warf seiner Freundin einen zärtlichen Seitenblick zu, während sie nach einem ausgiebigen Spaziergang Hand in Hand wieder in den Breughelweg einbogen. Ihr Haar, immer noch silbrig-grau und nicht schlohweiß wie sein eigenes, aber genauso dicht, trug sie schon lange ebenso peppig wie praktisch kurz geschnitten, sodass es sich in den Monaten zwischen den vierteljährlichen Friseurbesuchen ebenfalls problemlos in Eigenregie nacharbeiten ließ. Mit ihren eins vierundsiebzig war sie zwar nicht besonders groß, (...)

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