Manfred Wloch

Krimis & Thriller

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Ein Serienmörder versetzt die Bewohner der Osteifel in Angst und Schrecken. Seine Opfer sterben einen qualvollen Tod, sie verbluten. Die einzige Verbindung zwischen ihnen ist das Symbol seines Gottes, das der Täter in ihre Wangen ritzt. Kommissaranwärter Lukas Dux findet Hinweise, die auf die Spur des Schlitzers führen, aber auch ungewöhnliche Fragen aufwerfen. In welchem Zusammenhang mit den Verbrechen steht das Erscheinen eines Kometen über der Eifel? Hat ein uralter Mythos mit den Morden zu tun? Lukas’ Verdacht bringt ihn in tödliche Gefahr …

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Vita

Manfred Wloch

Manfred Wloch erblickte 1949 in Langenberg bei Wuppertal das Licht der Welt. Nach der Ausbildung zum staatlich geprüften Maschinenbautechniker arbeitete er in verschiedenen Geschäftsbereichen des TÜVs, zuletzt in der Grafik-Abteilung. Mit seiner Frau und einem Hund lebt er seit 1997 in Essen. Durch die Stille und die raue Landschaft der Eifel inspiriert, begann er zu schreiben.

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Leseprobe

Prolog

Sein Feind in diesem Viertel ist die Dunkelheit, denn sie verbirgt ihn nicht. Von der Seine her kriecht der Abendnebel durch die Gasse und umwogt wie gespenstische Schemen die fahl leuchtenden Öllampen. Alexandre schlägt den Kragen seines Gehrocks hoch. Die Luft ist mit Feuchtigkeit geschwängert. Das Atmen fällt ihm schwer.
   Langsam legt sich die Nacht über das Pariser Arrondissement de Popincourt. Um diese Zeit sollte niemand mehr in diesem Viertel unterwegs sein, wenn es nicht einen guten Grund dafür gibt, außer er steht auf der anderen Seite der Gesellschaft, die nichts von Gesetz und Ordnung hält. Schon in der Dämmerung treibt sich lichtscheues Gesindel herum und macht die Gegend unsicher und gefährlich.
   Doch in den Armen der jungen Chantal hat er die Zeit vergessen.
   Verunsichert blickt er sich nach allen Seiten um. In den Häusern ist kaum ein Licht zu erkennen. Nur ab und zu flackert hinter einer zerbrochenen oder blinden Fensterscheibe ein schummriges Kerzenlicht. Viele Fensterhöhlen sind mit Lumpen und alten Säcken notdürftig verhängt.
   Er zieht den Kopf tiefer zwischen die Schultern und drückt den Knauf seines Gehstocks so fest, dass die Knöchel bleich hervortreten. In Zukunft muss er darauf achten, dass sich seine Besuche bei den Dirnen im Etablissement von Madame Rozier nicht so lange in den Abend hineinziehen.
   Die Gasse ist eine der wenigen, die in diesem Viertel gepflastert sind. Niemand hat sich beim Verlegen der Quader sonderlich Mühe gegeben. Hervorstehende Steine bilden in den kaum ausgeleuchteten Bereichen zwischen den Öllampen gemeine Stolperfallen. Er musste sich in Acht nehmen.
   Angewidert blickt Alexandre auf den Schmutz und die Abfälle, die sich zu großen Haufen auftürmen. Übel riechende Fäkalien fließen durch die Gosse. Voller Ekel zieht er ein Schnupftuch aus der Tasche und drückt es vor Mund und Nase.
   Sein Weg führt ihn an einem Haus vorbei, dessen Türen und Fenster dunkle Löcher im zerfallenden Mauerwerk bilden. Das unbewohnbare Erdgeschoss nutzt die Nachbarschaft als Abtritt. Der angrenzende Hof liegt voll Unrat und ist an Scheußlichkeit nicht zu überbieten. Generationen von Ratten bevölkern den stinkenden Müll. Einige der Tiere stellen sich drohend auf die Hinterbeine und fauchen ihn an. Sie sind nicht bereit, das Wenige mit ihm zu teilen. Alexandre weiß, eine unbedachte Bewegung in Richtung der Tiere reicht aus und sie greifen an. Er hat bereits die schmerzliche Erfahrung gemacht, und zieht es vor, sie in einem großen Bogen zu umgehen.
   Der Nebel umhüllt ihn mittlerweile wie ein feuchtes Leichentuch. Im nächsten Augenblick hört er in einem dunklen Durchlass zwischen zwei Häusern ein Geräusch. Er spürt die Gegenwart des anderen und ein kalter Schauder läuft über seinen Rücken. Angestrengt lauscht er in den Nebel und ruft: »Qui est là?«, bekommt aber keine Antwort. Nur das rhythmische Schlagen eines Holzstocks auf dem Pflaster ist zu hören, das immer näher kommt. Ein unbehagliches Gefühl bemächtigt sich seiner. Das klingt nicht nur wie eine Drohung – es ist eine. Diese Erkenntnis trifft ihn bis ins Mark.
   Plötzlich bricht das Licht des fast vollen Mondes durch die Wolkenschicht. Ein leichter Wind treibt die Nebelschwaden auseinander und gibt den Blick auf ein diffuses Objekt am Himmel frei, einen Kometen.
   In der von Dunstschleiern durchzogenen Gasse erkennt Alexandre kaum mehr als die verwaschene Silhouette einer Gestalt, die mit der Umgebung verschmilzt. Schließlich kristallisiert sich im fahlen Dämmerlicht ein hagerer, zerlumpt gekleideter Mann heraus, der sich ihm mit festen Schritten nähert.
   Er trägt eine zerschlissene dunkelblaue Uniformjacke mit weißen Knöpfen und rotem Kragen, die Jacke eines Grenadiers. In Höhe des linken Knies ziert ein mit Schmutz verkrustetes Loch die Hose. Die Hosenbeine sind ausgefranst.
   Alexandre erkennt mit einem schnellen Blick ein Abzeichen. Die Gestalt ist ein Veteran des Ägypten-Feldzugs von General Napoléon Bonaparte.
   Eiskalte Augen, die ein schäbiger Schlapphut beschattet, starren ihn an. Alexandre greift in die Tasche seines Gehrocks und holt eine Flasche Élixier d’absinthe hervor, die er der Gestalt reicht. »Bitte, Monsieur, (...)

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