Joanne St. Lucas

Romantik & tiefe Gefühle

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Versprechen des Herzens - Lake Anna 2,5

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Für einen winzigen Augenblick gerät Emmaline Fulham in Panik – Zeit genug, auf ihrer eigenen Hochzeit die Beine in die Hand zu nehmen. Anstatt vor den Altar zu treten, springt sie in ein hübsches Cabrio und gibt Gas. Ungewollt strandet sie im Bergstädtchen Lake Anna und findet Unterschlupf in Toby Jennings Hütte. Hier fühlt sie sich sicher und geborgen, doch die grünen Augen des Rangers ziehen sie wie magisch an. Eine Mischung, in die Emma sich verlieben könnte. Wäre da nicht ihr Verlobter Winston. Er will nicht nur sein Auto zurück, sondern auch die Braut.

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Vita

Joanne St. Lucas

Joanne St. Lucas ist das Pseudonym, unter dem Jane Luc ihre romantischen Romane veröffentlicht. Es gibt nicht viele Garantien im Leben ... aber bei Joanne ist zumindest ein Happy End garantiert. Immer.

Leseprobe

Prolog

Der sanfte Wind wehte die herzzerreißende Melodie des Streichquartetts durch die offenen Terrassentüren. Emma hielt den Atem an, als die Stylistin ein letztes Mal ihre riesige Haarspraydose zischen ließ. Die Frau trat einen Schritt zurück, legte sich dramatisch die Hand aufs Herz und schniefte. »Sie sehen wundervoll aus, Emmaline. Winston wird begeistert sein.«
   Das wird er wohl, dachte Emma. »Vielen Dank, Vivianne. Würden Sie mich einen Moment allein lassen?«
   »Selbstverständlich. Genießen Sie Ihre letzten unverheirateten Minuten.« Die reichlich überschminkte Frau packte mit geübten Handgriffen ihre Folterwerkzeuge zusammen und verließ fröhlich zwinkernd die Suite.
   Emma drehte sich langsam zum Spiegel. Auch wenn Vivianne bei sich selbst deutlich übertrieb, was das Toupieren der Frisur, die Dicke des Make-ups und die Menge an Parfüm betraf, so hatte sie doch bei ihr ganze Arbeit geleistet. Andererseits hatte sie nichts anderes erwartet. Schließlich war die Frau von Winston engagiert worden. Wie auch alle anderen Helfer, die an diesem Tag – und in den vergangenen Wochen – um sie herumgewuselt waren.
   Ihr Make-up war makellos. Unaufdringlich, aber intensiv genug, ihre Augen, in denen die Kontaktlinsen brannten, hervorzuheben. Ihr Haar war auf der linken Seite kunstvoll geflochten und floss in sorgfältig drapierten Locken über die rechte Seite ihres Dekolletés. Das Diadem fing als einziger Schmuck, den sie trug, die Sonnenstrahlen ein und die Spange, mit der der filigrane Schleier an ihrem Haar befestigt war, brachte sie schon jetzt um.
   Emmas Blick glitt langsam über ihr Spiegelbild, nahm alle Details in sich auf. Das wundervolle, elfenbeinfarbene Kleid passte genau zu ihrer hellen Haut und entlockte mit Sicherheit jeder Braut ein ehrfürchtiges Seufzen und ein paar Tränen der Rührung. Wenn sich Emma betrachtete, musste sie anerkennen, dass alles sehr sorgfältig aufeinander abgestimmt war. Besser ging es nicht. Sie war die perfekte Braut. Und sie hasste es. Sie hatte kein Mitspracherecht bei der Auswahl dieses Kleides gehabt, das Sinnbild des schönsten Tages im Leben einer Frau sein sollte. Winston hatte entschieden. Genau wie über ihre Frisur, das Streichquartett, die Zeremonie, die Gäste und ihre Hochzeitsreise.
   Emma verabscheute jedes Detail dieser Hochzeit. Sie hasste das Kleid, ihre Haare, den verflixten Schleier, der an ihrer Kopfhaut zerrte. Ebenso wie die verdammte Geigenmusik, die über das weitläufige Anwesen schallte und die Fünfsterne-Suite des exklusiven Hotels auf Maui, in dem sie ihre Hochzeitsnacht verbringen würde.
   Sie versuchte, tief durchzuatmen. Vor ihren Augen tanzten Sterne. Das Mieder des Kleides war viel zu eng. Wie sollte sie atmen? Vorsichtig lehnte sie sich neben dem Spiegel gegen die Wand. Sie wollte sich nicht länger sehen. Sie musste sich beruhigen und ihre Atmung unter Kontrolle bekommen. »Das ist alles nur die Aufregung«, murmelte sie. »Bräute bekommen kalte Füße. Das ist wissenschaftlich erwiesen.« Fast jeder Frau erging es so am Tag, an dem sie vor den Altar trat. Nicht, dass sie Erfahrungen auf diesem Gebiet hatte. Sie hatte darüber gelesen. Man war kein schlechter Mensch, wenn man vor der Hochzeit eine Panikattacke bekam. Darauf wurde auf vielen Seiten im Internet ausdrücklich hingewiesen. In den unzähligen schlaflosen Nächten der vergangenen Wochen hatte sie vermutlich jede einzelne gelesen. Bräute wurden überwältigt von Angst und der Befürchtung, beim Planen der Hochzeit Fehler gemacht oder gar etwas vergessen zu haben. Der Druck und die Verantwortung, die mit einem solchen Fest einhergingen, waren gigantisch. Diese Gefühle waren also völlig normal.
   Nur war sie diesen Stressfaktoren nie ausgesetzt gewesen. Sie hatte weder das Büfett aussuchen müssen noch die Kleider für die Brautjungfern, die sie nicht einmal kannte. Sie waren Töchter und Nichten von Winstons Geschäftspartnern. Sie hatte keine Gedanken an die Sitzordnung der Gäste verschwenden müssen noch hatte sie ein Mitspracherecht gehabt, wer eingeladen worden war. Alles, was diesen Tag betraf, war an ihr vorbei entschieden worden. Sie war nur die Trophäe, die an ihrem Hochzeitstag erscheinen musste, um zum Altar geführt zu werden.
   »Oder zum Schafott.« Resigniert schloss Emma die Augen. Sie (...)

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