Florian Gerlach

Humor & Satire

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Der Loser

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Für seine Mitmenschen ist Lothar Serkowzki einfach nur der Loser. Außer seinem spießigen Kollegen interessiert sich niemand für den übergewichtigen Mittdreißiger, bei dessen Erschaffung der Schöpfer ein wenig geschlampt hat. Die Freizeit verbringt er daher mit den virtuellen Gespielinnen seiner Lieblingswebsite. Seine trostlosen Tage enden erst, als er sich in das Modepüppchen Bella verliebt. Die Schöne lässt sich von ihm allerdings nur aushalten, bevor sie ihn eiskalt abblitzen lässt. Frustriert zieht er nach der Abfuhr durch die Bars und landet schließlich in einem Swingerclub. Aber statt der erhofften Orgie mit paarungswilligen Nymphomaninnen erwartet ihn dort nur eine aus dem Korsett quellende Rubensfrau. Dafür endet sein erster Besuch in einem Fitnessstudio wie geplant in einem fremden Bett. Leider steht es nicht im Appartement einer jungen Sportlerin, sondern in einem städtischen Krankenhaus. Dort lernt er die mollige Nachtschwester Elisabeth kennen, die er nach seiner Entlassung unbedingt wiedersehen möchte. Wird die lebenslustige Frau seiner überstürzten Einladung zu einem Rendezvous im Morgengrauen folgen? Oder wird er weiterhin einfach nur ein Loser sein?

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Vita

Florian Gerlach

Aufgewachsen bin ich in einer kleinen Stadt in Norddeutschland. Nach dem Abitur habe ich eine Ausbildung zum Buchhändler absolviert und im Anschluss daran ein Studium in München aufgenommen. Später habe ich in der Buchsparte eines Konzerns gearbeitet. Seit vielen Jahren lebe und arbeite ich in Oldenburg. Bücher haben mich mein Leben lang begleitet. Schon in frühen Jahren habe ich eigene Texte in die Tastatur einer mechanischen Schreibmaschine gehämmert. Warum ich seit vielen Jahren schreibe? Weil ich einfach nicht anders kann. Was ich möchte? Einfach nur eine gute Geschichte schreiben. Immer wieder.

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Leseprobe

1.
Loser

Montagmorgen. Wenn es so etwas wie die Hölle wirklich gibt, dann öffnet sie ihre Pforten um genau 6:23 Uhr mit einer gegen jedes Menschenrecht verstoßenden akustischen Folter. Mein Wecker klingelt. Mühsam wühlt sich meine rechte Hand unter der Bettdecke hervor. Wie so oft verfehle ich auch heute den Schalter der Schlummerfunktion um wenige Millimeter. Meine Hand zollt der Schwerkraft ihren Tribut und knallt gegen den Bettrahmen. Mein Schmerzensschrei wird von dem Piep-Piep-Piep des schwarzen Kastens übertönt, das nach wenigen Sekunden in einen lang gezogenen Heulton übergeht. Wie immer begrüße ich den Tag mit einem fröhlichen Scheißwecker auf den Lippen. Ich erwische die blöde Taste beim zweiten Versuch. Das Folterinstrument verstummt.
   Mit einem leisen Stöhnen drehe ich mich auf den Rücken und blinzle in das grünliche Licht, das durch die halb zugezogenen Vorhänge in den Raum fällt. Die Ampel vor meinem Fenster im ersten Stock hat gerade umgeschaltet. Motoren jaulen auf, als sie von ungeduldigen Autofahrern wie schlafende Hunde getreten werden. Wie jeden Morgen quäle ich mich bei der dritten Grünphase aus dem Bett und tapse an mein Fenster. Durch einen Spalt im Vorhang sehe ich auf die Kreuzung. Der Verkehr brandet unfallfrei an meinem Haus vorbei. Enttäuscht latsche ich ins Badezimmer. Meine Blase muss dringend entleert werden.
   Praktischerweise ist der Deckel meiner Toilette immer hochgeklappt. Zudem pinkle ich auch immer bei runtergelassener Klobrille. Meistens schaffe ich es ohne störende Spritzer. Aber heute ist nicht meistens. Heute ist Montag. Mein Lieblingsspielzeug tropft etwas nach, als ich die Schlafanzughose auf den Boden fallen lasse. Zum Glück werden die Urintropfen vom verwaschenen Baumwollstoff meines Nachtgewandes aufgesogen.
   Im Spiegel begrüßt mich ein nacktes Michelin-Männchen mit dem Gesicht eines Kindes, dessen Körper irgendwann erwachsen geworden ist. Mein Oberkörper ist dabei leider eher in die Breite als in die Höhe gewachsen. Ohne Schuhe bringe ich es nur auf unbedeutende ein Meter siebenundsechzig.
   Ich nehme meinen Elektrorasierer von der Ablage und kratze mir den Flaum von den Wangen. Meine schmutzig blonden Haare hängen wie kalte Fritten in der Stirn. Nach der Rasur scheitle ich sie zur rechten Seite.
   Kurz nach meinem dreißigsten Geburtstag habe ich mir in einem Anfall von vorgezogener Midlife-Crisis ein sündhaft teures Shampoo gekauft. Aber trotz des glibberigen grünen Zeugs, das ich mir sechs Wochen lang in die Kopfhaut massierte, glänzt mein Schädel am frühen Vormittag bereits wieder wie ein in Öl eingelegter Champignon, über den sich auch niemand hermachen würde.
   Mein Aussehen ist ziemlich genau das Gegenteil von männlich-markant. Zum Glück haben sich in meiner Pubertät andere Organe ihren Bestimmungen nach entwickelt. Leider interessiert sich niemand aus der Spezies paarungsbereites Weibchen dafür.
   Großzügig verteile ich Aftershave der Marke MuscleFreak in meinem Gesicht und sprühe mir eine Ladung Deodorant unter jede Achsel. Dann klaube ich die Unterwäsche von gestern wieder auf und verstaue meinen besten Kumpel in seinem Feinripp-Versteck. Die Socken muffeln ein wenig, als ich sie über meine Füße ziehe, aber auch heute wird sich niemand vor mir auf den Boden werfen und sich über den leicht strengen Geruch beschweren.
   Mein Hemd hängt auf dem Bügel an der Duschstange. Als ich die dünnen weißen Knöpfe durch die engen Löcher friemle, fallen mir die Trauerränder unter meinen Fingernägeln auf. Am nächsten Wochenende werde ich wohl wieder eine Generalüberholung meines äußeren Erscheinungsbildes in Betracht ziehen müssen.
   Mein Arbeitsanzug hängt im Flur an der Garderobe. Ich stopfe einen halben Meter weißen Stoff in den Bund der grauen Hose und ziehe mir die vorgebundene Krawatte wie ein Henkersseil über den Kopf. Eines Tages werde ich mich mit dem Kulturstrick noch strangulieren.
   Meine Brille liegt auf der kleinen Kommode im Flur. Es ist ein billiges Kassengestell. Die Bügel drücken wie eine Klammer an meinem Kopf, als wollte sie mir irgendwann die Ohren absprengen. Hinter den dicken Gläsern verschwimmen meine blassblauen Augen zu einer unansehnlich ausgewaschenen Farbe. Zum Glück ist meine Nase klobig genug, um im Notfall (...)

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