Guido Krain

Fantasyromane

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Die Schwarze Victoria

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In der Welt Feylon herrscht noch immer das, was bei uns als das „viktorianische Zeitalter“ bekannt geworden ist. Viele Länder sind bisher unentdeckt und Mitglieder von Expeditionen kehren mit unglaublichen Geschichten in ihre Heimat zurück. Doch auch für durchschnittliche Reisende macht die abenteuerliche Technik der Epoche jede Fahrt zu einem aufregenden Erlebnis. In dieser Umgebung weckt ein geheimnisvoller Hilferuf die Neugier eines elitären Clubs angesehener Persönlichkeiten. Mit Tee und Plätzchen im Gepäck startet die illustre Gesellschaft eine Rettungsmission, die weit dramatischer verläuft als erwartet. Die Reise wird in mehrfacher Hinsicht zum Beginn einer Odyssee jenseits der Grenzen der bekannten Welt.

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Vita

Guido Krain

Guido Krain hat die erste Mondlandung um ein knappes Jahr verpasst, weil er bis zum Juni 1970 zu beschäftigt war, um den Mutterleib zu verlassen. Dieses Trauma versucht er seitdem mit einer Fixierung auf die phantastische Literatur zu bewältigen. Nach dem Abitur hatte er die fantasievolle Vorstellung, mit einem Studium der Biologie, Japanologie und Medienkultur in Hamburg und Bochum einen anspruchsvollen Beruf ergattern zu können. Doch erst nach einer journalistischen Ausbildung gelang es ihm, seine ersten größeren Brötchen zu verdienen. Er veröffentlichte Sachbücher, arbeitete mehrere Jahre in Online- und Printredaktionen, wurde aber nie von seiner Besessenheit geheilt. So ergab er sich schließlich seinem Schicksal und begann, seine Fantasien zu Papier zu bringen. Und da Papier geduldig ist, hat er mittlerweile einige Romane und eine ganze Flut von Kurzgeschichten veröffentlicht. Heute lebt Guido Krain als freier Autor und Journalist in Lübeck.

Weitere Bücher aus diesem Genre

Leseprobe

Kapitel I

Der frühe Abend tauchte den Salon in märchenhafte Gold- und Rottöne. Durch die offene Terrassentür wehte ein lauer Abendwind und trug den Duft abkühlender Erde herein. Den meisten der sechs Anwesenden war das Privileg, einen so schönen Abend erleben zu dürfen, wohl nicht bewusst. Dabei hatten sie sich zu einem Klub, der Society of Childlike Curiosity – kurz SCC – zusammengefunden, um außergewöhnliche Erlebnisse zu teilen. Vielleicht war die Ignoranz für die Schönheiten des Augenblicks einer überbordenden Neugier und Vorfreude geschuldet.
   Wie es den Traditionen der SCC entsprach, hatten sie vorzüglich und ausdauernd bei anregender Konversation getafelt. Jetzt rückte der Höhepunkt des Abends näher. Sir Arthur Colvane hatte seinen Besuchern ein neues Abenteuer vorzuschlagen.
   Io trug das Fumarium hinein. Die kostbare Apparatur glich einer auf dem Kopf stehenden Birne aus poliertem Silber. Der bauchige Teil wurde von einem fein ziselierten Ring aus rotem Kupfer gefasst, der sich auf vier Säulen aus demselben Material stützte. Auf dem Scheitel thronte ein aufsteigender Hengst mit wehender Mähne. Die dramatische Pose war in poliertem Silber festgehalten worden. Die Augen bestanden aus blauen Saphiren. Wie fast alles in Sir Arthur Colvanes Haushalt war dieser kostspielige Schmuck nicht der Prunksucht seines Eigentümers zuzu-schreiben, sondern atmete Geschichte. Sir Arthurs Großvater hatte das Kleinod zu Ehren eines getreuen Schlachtrosses anfertigen lassen, das ihm während des Dritten Asgorianischen Krieges das Leben gerettet hatte.
   Außer Io, die das kleine Kunstwerk auf dem hierfür vorgesehenen Tischchen abstellte, war die Bedeutung des Pferdes wohl nur dem Hausherrn bekannt. Wie üblich schenkten zumindest die männlichen Gäste dem Äußeren des Fumariums weit weniger Beachtung als ihr. Trotz der strengen Kleiderordnung, der sie sich als Butlerin der feinen kionischen Gesellschaft zu unterwerfen hatte, schienen die Gäste von ihrem Aussehen fasziniert. Io war sich bewusst, dass ein weiblicher Butler immer Aufsehen erregte. Eine Butlerin mit langen, blonden Haaren, grazilem Körperbau und den Komplimenten mancher Herren zufolge auch eleganten Bewegungen war jedoch ein Skandal.
   Io scherte sich nicht um das Gerede, sondern betrachtete sich als Schmuck ihres Herrn. Sie wusste, dass er trotz der bigotten Empörung, die ihm ihretwegen besonders aus adeligen Kreisen entgegenschlug, von vielen Herrschaften um sie beneidet wurde. Was sie tatsächlich mit ihm verband, ging weit über die zu erwartende Treue eines Butlers hinaus. Sie war seine Vertraute und er ihr einziger echter Freund. Sie würde sich für ihn in Stücke schneiden lassen. Ihr Verhältnis war jedoch weit von den schmutzigen Fantasien entfernt, die die Außenwelt über sie verbreitete. Eine Liebesbeziehung scheiterte schon daran, dass sich Io nicht für Männer erwärmen konnte. Da diese Neigung aber niemanden etwas anging und zudem mit Kerkerhaft bedroht war, konnte sie nicht zu ihrer Entlastung beitragen.
   Als Io das Fumarium auf traditionelle Weise mit Tabak und Kräutern bestückte, breitete sich eine feierliche Stimmung aus. Sechs Augenpaare verfolgten jede ihrer Bewegungen. Es bedurfte einer nicht unbedeutenden Ausbildung, ein Fumarium dergestalt vorzubereiten, dass das feine Rauchwerk den maximalen Genuss schenken konnte. Nicht allein die Verteilung des Rauchwerks erforderte akribische Aufmerksamkeit, auch das Füllen der Brennkammer mit Zedernholz und Minzöl bedurfte größter Sorgfalt.
   Wie immer errichtete sie aus dem edlen Brennmaterial ein fein geschichtetes Karree. Gleich darauf übergab sie das kleine Kunstwerk den Flammen. Augenblicklich füllte sich der Salon mit würzigem Duft. Das Feuer knisterte und fauchte, als wollten die brennenden Späne mit letzter Kraft nach der Urheberin ihres Untergangs greifen. Io bugsierte das miniaturisierte Inferno in die dafür vorgesehene Öffnung des Fumariums. Mit hörbarem Klicken rastete die Brennkammer ein.
   Wie es sich gehörte, dankte Sir Arthur ihr mit einem freundlichen Nicken. Io zog sich nach einer angemessenen Verbeugung in den hinteren Bereich des Salons zurück. Der Raum versank minutenlang in Stille und Besinnlichkeit.
   »Sehr schön«, brach William Belford das andächtige Schweigen. »Aber gab es nicht einen bestimmten (...)

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