Christine Bendik

Krimis & Thriller

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Gute Freunde zu finden, ist schwierig. Besonders als Schülerin an einer neuen Schule. Zwar lebt der zwei Jahre ältere Funkie mit Jenna im Haibacher Forsthaus, doch er entpuppt sich als Langweiler und Stubenhocker. Auch die Verbindung zwischen Jenna und der gleichaltrigen Russin Paula ist alles andere als ein Zuckerschlecken. Sie sind oft wie Feuer und Eis. Da tritt der sechzehnjährige Timo in Jennas Leben. Sie mag die Art, wie er mit Menschen umgeht, wird sein Mädchen und damit Führerin einer Neonazi-Jugendgruppe. Bald übernimmt Jenna die menschenverachtende Haltung Timos und der Kameraden: Ausländer raus, kein Raum für Krüppel, Querdenker, Einzelgänger. Als aber Paula spurlos verschwindet, überwindet Jenna den Fremdenhass, weil sie die Bande der Freundschaft noch spürt. Heimlich begibt sie sich auf die Suche. Was ist mit Paula geschehen? Hat etwa Funkie die Hände im Spiel, der Paula so gar nicht leiden mag? Oder vielleicht sogar Timo?

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Vita

Christine Bendik

Mit dem Schreib-Virus ist Christine Bendik seit Kindesbeinen infiziert. Zuerst hat sie Kurzgeschichten, später Heftromane veröffentlicht. Auch beruflich hatte sie viel mit dem geschriebenen Wort zu tun, z. B. als Redakteurin einer Zeitung. Daneben durfte sie bei Romansuche.de in die Lektoratsseite hineinschnuppern. Vor einigen Jahren hat die Autorin schließlich zugunsten ihrer Romane den „Brotberuf“ aufgegeben. Ihre Leidenschaft gilt vor allem Thrillern und Krimis. Ihr Jugendthrillerdebüt ist im Frühjahr 2014 bei bookshouse erschienen.

Weitere Bücher aus diesem Genre

Leseprobe

1
Paula

Ein Buntspecht ließ ganz in der Nähe seinen Schnabel tanzen. Paula hatte den kleinen Vogel in der schwindelnden Höhe einer dürren, alten Tanne gesichtet. Ihre Zähne klapperten mit diesem Schnabel um die Wette, nicht ganz so rhythmisch, weniger melodisch. Es war frisch geworden, und langsam aber sicher wandelte sich die Vorfreude auf ihren Freund Jake in Ärger.
   Spielte er mit ihr? Ein kleiner Joke? Ihr Humor hielt sich in Grenzen, verringerte sich, je mehr die Zeit voranschritt. »Jake«, rief sie, »Tschä-häik.« Ihre Stimme zitterte genau wie ihre Hände. Das Echo ihres Rufes verhallte im Labyrinth der Nadelhölzer und Laubbäume.
   Bin in zehn Minuten bei dir, so versprach es seine letzte SMS. Die SMS direkt nach Jennas Nachhilfestunde. Über eine Stunde war das her, und die Handynummer kannte Paula nicht. Ob Jake das Telefon eines Freundes benutzt und sich dann bei ihm festgequatscht hatte?
   Auch sie hatte viel zu erzählen. Schließlich kam sie gerade von Silke Rieber, der Deutschlehrerin, und was sie dort erfahren hatte …
   Allmählich wurde es dunkel. Jake ließ Paula doch nicht allein im Wald zurück? Nicht in der Nacht, nicht auf diesem grässlichen Hochsitz, auf den sie sich nur ihm zuliebe gewagt hatte.
   Sie hatte ihm von ihrer Höhenangst erzählt. Die paar Stufen hinauf hatten sie Schweißperlen gekostet. Hier oben zu sitzen, sich immer auf einen Punkt am Horizont zu konzentrieren, um beim Hinabsehen nicht zu stürzen wie von einem schwankenden Kutter … das spielte noch einmal in einer ganz anderen Liga. Ohne Jake würde sie eingeh… Nein. Sie wollte nicht darüber nachdenken, wann ihre Füße wohl wieder festen Boden spürten.
   Jake. Jake. Jake! Paula bemerkte, wie ihr Ärger verflog und das Herz einen Hüpfer machte, wenn sie auf diese warme und intensive Art an ihn dachte. An die wachen grünen Augen und an sein Lachen. So verknallt war sie noch nie gewesen, nicht mal in Dimitri, der ihr gezeigt hatte, wie ein Zungenkuss ging.
   Sie ließ die Bilder der vergangenen Tage vorüberziehen, spürte ein Kribbeln, das Verrücktes, Verbotenes so mit sich brachte. Das Aschaffenburger Volksfest, der Stadtbummel in der Herstallstraße anstelle der letzten zwei Schulstunden. Im Vorübergehen, von Jake unbemerkt, ein hübsches Silberfußkettchen vom Verkaufstresen angeln und in den Blusenärmel gleiten lassen. Tretbootfahren im Park Schönbusch. Mit ein paar Flaschen Bier intus, kichernd durch Schönbuschs nächtlichen Irrgarten geistern. Sich unterm Sternenzelt in die weichen Gräser des Roggenfeldes an der Darmstädter Straße kuscheln, durch das der kühle Nachtwind streicht, Wange an Wange mit Jake einschlafen und sich spät in der Nacht wie ein Einbrecher nach Hause schleichen.
   Wer dachte denn, dass Jake Paula mochte? Wer hatte sich schon das vergangene Jahr mit ihr abgeben wollen? Vor ihrem inneren Auge ging sie durch die Bänke der Klassenkameraden mit den leeren Gesichtern. Links und mittig saßen die Memmen und Duckmäuser, die es mit der Fensterseite ungern aufnahmen: mit Timo und seinen Stiefelhelden, die Paula schon mal als Russensau betitelten. Schade, dass auch noch Jenna … Jenna, Timos Mädchen. Sie war so … anders. Die Einzige, die sich Paula als Freundin vorstellen konnte. Früher.
   Der Gedanke, dass Jake zu ihr stand, erfüllte Paula mit umso größerer Dankbarkeit. Jake, dem sie ein, zwei ihrer am tiefsten verborgenen Geheimnisse anvertraut, Jake, der sie sogar schon ohne Schminke erlebt hatte. Das war sonst Mamusch vorbehalten.
   Was er aber jetzt tat … Nur eine Sekunde lang durchzuckte sie die Idee, er könnte mit den Neonazis unter einer Decke stecken, denen jedes Mittel recht war, Paula und ihre Mutter zu verschrecken.
   Sie zog fröstelnd den leichten Jeansrock über die nackten Knie, blickte mit brennenden Augen zum Horizont. Mamusch kam sicher um vor Sorge. Seit sie von Papa geschieden wurde und sie beide aus Russland weggezogen waren, glaubte Mama, die Strenge des Vaters ersetzen zu müssen. Umso mehr seit der schlimmen Sache mit den Vermummten, die Mama des Nachts vor der Haustür aufgelauert und sie blöd angemacht hatten. Keine Sekunde hatte Paula daran gezweifelt, dass es die juDe gewesen waren, die jungen Deutschen.
   Sieh zu, dass du die (...)

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