Antonia Günder-Freytag

Krimis & Thriller

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Keine halben Sachen - Konrad von Kamms 1. Fall

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Wenig Blut – Viele Verdächtige – Keine halben Sachen Hauptkommissar Konrad von Kamms Weihnachtsabend ist verdorben. Nicht nur, dass ihn seine Frau betrügt, auch die Weihnachtsgans ist angebrannt. So kommt ihm der Doppelmord in einer hochherrschaftlichen Villa in München Bogenhausen gerade recht. Als er mit seinem Kollegen Ralf Utzschneider die Ermittlung beginnt, ahnt er nicht, dass die Wurzeln des Falls bis weit in die Vergangenheit zurückreichen. Bald stößt er auf eine Reihe von Verdächtigen und mit jeder Information verdichtet sich das Rätsel um die Verstorbenen. „Keine halben Sachen – Kommissar von Kamms 1. Fall“ ist ein typischer, im Stil von englischen Kriminalromanen geschriebener Roman über Habgier, Familienzwist und falsche Hoffnungen.

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    Antonia Günder-Freytag

Vita

Antonia Günder-Freytag

Antonia Günder-Freytag, 1970 geboren, lebt mit ihrer Familie in München. Nach ihrem Debüt als Fantasy-Autorin zog es sie zu den klassischen Kriminalromanen. Inspiriert von Agatha Christie schreibt sie an einer Krimireihe um Kommissar Konrad von Kamm, der bereits seinen fünften Fall in München auflöst. Da ihr Motto „Nichts ist tödlicher als die Routine“ lautet, arbeitet sie im Moment neben ihren Krimis an einem Thriller und einem Mittelalterepos.

Leseprobe

Gar viele Wunder melden die Mären alter Zeit
Von lobesamen Helden und heißem Kampf und Streit
Von Jubel und auch Festen, von Tränen Jammerlaut,
Von schwertgrimmen Gästen sei manches Wunder euch vertraut.


Heilig Abend 2012
19.00 Uhr, Schönstraße, Familie von Kamm

»Deine Familie kann mich mal.« Sabine steckte sich eine Zigarette in den Mundwinkel und blickte Konrad herausfordernd ins Gesicht.
   Er hasste es, wenn seine Frau rauchte, vor allem in der Wohnung. Dass sie es genau aus dem Grund tat, war ihm klar. Er beobachtete, wie sie die Zigarette ungelenk mit drei Fingern zu halten versuchte, dabei umständlich mit dem Feuerzeug hantierte und nahm es ihr schlussendlich aus der Hand.
   Sie öffnete protestierend den Mund, schloss ihn, als das Feuerzeug aufblitzte und er ihr Feuer gab.
   »Ich versteh das Problem nicht, Sabine.« Konrad wedelte mit einem Stapel Briefen den Qualm weg, den sie ihm entgegen blies. »Du hättest sie nur noch unterschreiben, zukleben und zum Briefkasten bringen müssen.« Er atmete tief durch und zwang sich zur Ruhe.
   »Ich habe sie geschrieben, adressiert und frankiert, wo ist also verdammt noch mal dein Problem?«, setzte er hinzu und beeilte sich, Sabine nicht erst zu Wort kommen zu lassen. »Was soll jetzt meine Familie denken? Ich habe Weihnachten vergessen, oder was?«
   »Deine Familie kann mich …«
   »Das sagtest du bereits.« Er nahm sein abgegriffenes Telefonverzeichnis und das schnurlose Telefon und wechselte von der Küche ins Wohnzimmer. Es blieb ihm wohl oder übel nichts anders übrig, als seinen Verwandten persönlich ein frohes Fest zu wünschen. Genau das, was er hatte vermeiden wollen, da ihm Telefonieren ein Gräuel war. Er beschloss nach einem Blick auf die Wanduhr, zunächst seine Onkel und Tanten anzurufen und hoffte, dass diese den Weihnachtsgottesdienst besuchten.

Da er Bereitschaftsdienst hatte, schenkte er sich nur ein sehr kleines Glas Rotwein ein und ließ sich aufs Sofa fallen. Er nahm einen Schluck, ließ ihn im Mund kreisen und schloss für einen Moment die Augen. Dass seine Frau kapriziös war, war nichts Neues und doch erstaunte ihn ihr unberechenbares Wesen immer wieder. Er hatte alle Tiefen mitgemacht, nicht geklagt, sondern, im Gegenteil, geholfen, wo er konnte. Ihre Launen, ihre psychischen Talfahrten, ihre Theatralik waren ihm hinlänglich bekannt. Konrad rieb sich die Augen. Er war müde. Müde von dreiundzwanzig Jahren Ehe und von dreiundzwanzig Jahren Polizeidienst.
   Nach und nach arbeitete er den Briefstapel ab. Seine Onkel und Tanten waren, wie angenommen, in der Kirche und er sprach auf die Anrufbeantworter.
   Dann wählte er die Nummer seiner Mutter und atmete tief durch. Wie nicht anders zu erwarten, war diese sofort am Apparat. Wo sollte sie auch sonst sein? Sie war seit zehn Jahren in einem privaten Pflegeheim untergebracht.
   »Konrad! Ich hatte schon befürchtet, du hättest mich vergessen. Von dir habe ich keinen Weihnachtsgruß bekommen«, meldete sie sich.
   Konrad ließ sich tiefer ins Polster sinken. Seit achtundvierzig Jahren fürchtete er ihre mehr oder weniger stillen Vorwürfe. Er erfand eine Geschichte, die zu der fehlenden Weihnachtspost geführt hatte, hörte ihr mit halbem Ohr zu und zeichnete nebenher auf ihrem Briefkuvert. Er umgab ihren Namen, Hildegard von Kamm, mit einer Armee von Strichmännchen, die aufeinander schossen.
   Nur einmal hielt er mit dem Kugelschreiber inne. »Wie, es hat nur ein Käsebrot gegeben? Ich zahle doch nicht diesen horrenden Preis, damit ihr an Weihnachten …« Hildegard unterbrach ihn sogleich und hatte noch viele Klagen vorzutragen.
   Konrad legte das Kuvert, das nun neben ihrem Namen etliche Bildchen aufwies, zur Seite und betrachtete die übrigen Briefe. Er musste noch zwei weitere Anrufe hinter sich bringen.
   Der Duft der Weihnachtsgans erreichte das Wohnzimmer und er merkte, wie hungrig er war. »Ich kümmere mich darum, Mutter«, unterbrach er ihre Litanei. »Ganz sicher. Ja, ich versuche, noch diese Woche zu kommen. Ich muss jetzt auflegen. Es ist leider keiner meiner Briefe angekommen.«
   »Für mich hast du am wenigsten Zeit. Aber du wirst schon wissen, (...)

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