Antonia Günder-Freytag

Krimis & Thriller

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Vatikan - Die Hüter der Reliquie

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In einem Brief an den Papst warnt die heilige Apollonia vor ihrem Sohn, einem Halbvampir, der die Weltherrschaft an sich reißen will. Pater Comitti, der Archivar des Vatikans, traut seinen Augen nicht, als er bei der Ablage feststellt, dass diese Warnung bereits seit über 300 Jahren ausgesprochen wird. Doch erst als er und der Sicherheitschef des Vatikans die Biografie lesen, die dem Schreiben beiliegt, wird Comitti klar, dass er sich mitten in einem Kampf befindet, der schon seit Jahrhunderten ausgefochten wird. Die Zukunft der Welt liegt nun in seinen Händen …

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Vita

Antonia Günder-Freytag

Antonia Günder-Freytag, 1970 geboren, lebt mit ihrer Familie in München. Nach ihrem Debüt als Fantasy-Autorin zog es sie zu den klassischen Kriminalromanen. Inspiriert von Agatha Christie schreibt sie an einer Krimireihe um Kommissar Konrad von Kamm, der bereits seinen fünften Fall in München auflöst. Da ihr Motto „Nichts ist tödlicher als die Routine“ lautet, arbeitet sie im Moment neben ihren Krimis an einem Thriller und einem Mittelalterepos.

Leseprobe

Prolog
Das Feuer war längst erloschen. Vereinzelt glommen durch den böigen Nachtwind übrig gebliebene Holzstücke auf. Der Himmel im Osten schien die Feuersbrunst, die in der Nacht getobt hatte, in seinen Farben aufnehmen zu wollen. Dunkle, zerfetzte Sturmwolken zogen über den orangefarbenen Sonnenaufgang. Die blasse Sichel des Mondes würde bald untergehen.
   Der Mann ließ sich auf die Knie fallen und begann, mit bloßen Händen zu graben. Er musste sich beeilen. Die glühenden Hölzer, die seine Hände verbrannten, störten ihn nicht. Seine Nägel waren lang und hart. Ein Grab sollte es werden. Ein Grab, groß genug, um einen ausgewachsenen Mann zu bestatten. Mit halb geschlossenen Augen drehte er sich zu dem Baum, an dem er in friedlichen Kindertagen geschaukelt hatte. Sie hatten seinen Vater erhängt wie eine Katze.
   »Ich habe alles verkehrt gemacht«, murmelte er und schaufelte das Grab zu. Er stand auf und klopfte sich die Erde von der Kleidung. »Ich verspreche dir, ich werde sie finden. Ich werde nicht eher ruhen. Das schwöre ich dir.«
   Nach einem stillen Gebet rief er sein Pferd und saß auf. Heute würde er nicht mehr nach ihr suchen können. Heute nicht.
   Drei Frauen traten aus dem Unterholz. Er folgte ihnen schweigend.

Papst Benedikt XVI
Vatikan
Rom

Rom, 31.10.2012

Heiliger Vater,

ich bete, dass Ihr mein Schreiben erhaltet und ernst nehmt. Unser aller Leben, die gesamte Weltordnung hängt davon ab.
Wir bewachen den Vatikan seit Jahrhunderten und konnten bisher das Schlimmste verhindern. Aufgrund neuer DNA- und Gentechnologie erwarten wir einen Angriff auf die Reliquienkammer des Vatikans und befürchten, dass unser Schutz nicht mehr ausreicht.
Ich möchte Euch eindringlich aufrufen, diesen Zeilen Beachtung zu schenken und die Sicherheitsmaßnahmen zu erhöhen!
Anbei überlasse ich Euch Aufzeichnungen, die überzeugen werden.

In großer Sorge
Apollonia


Rom, Vatikanstadt
1. November 2012

Am späten Nachmittag kamen die Untersekretäre und holten die Ablagekörbe ab.
   Pater Andrea Comitti war derjenige, der sich des Korbs für Prophezeiungen und Warnungen annahm. Seine Aufgabe war es, die Schreiben im Archiv einzuordnen. Er liebte diese Tätigkeit. Obwohl in den Kellergewölben tief unter der Vatikanstadt Elektrizität verlegt worden war, strahlten die Räume noch die – für ihn – behagliche Düsternis aus.
   Er hatte sein Büro in der dunkelsten Ecke eingerichtet und genoss es, von dort aus in die Gänge zu blicken, die übervoll von Schriften waren. Wie viele verrückte Gedanken waren dort versammelt! Welche Schicksale, die hinter den Schriften versteckt waren, gab es zu ergründen! Stunden verbrachte er damit, Briefe zu lesen. Stunden, um für die armen Seelen, die diese verfasst hatten, zu beten. Heute war der Eingangskorb relativ leer. Zum Jahrtausendwechsel war das anders gewesen. Er hatte Hilfe gebraucht, um die eintreffenden Briefe in die tief gelegenen Räume zu tragen und einzuordnen. Aber nun, zwölf Jahre nach dem Wechsel, hatten sich die Prognosen überlebt, nichts von alledem war eingetreten. Er dankte Gott dafür.
   Andrea Comitti machte die Lampe über seinem Schreibtisch an und setzte sich mit dem Eingangskorb hin. Seine Knie schmerzten. Er seufzte und rieb sich die müden Augen. Unmengen hatte er in seinem Leben gelesen. Nicht nur die Knie waren alt geworden, auch seine Augen. Der Arzt hatte ihm Tropfen verschrieben und ihm geraten ins Grüne zu sehen und weniger zu lesen. Er lächelte. Seit er ein junger Bursche gewesen war, las er. In seinem Theologiestudium hatte er ganze Abhandlungen über Theorien der Zwischenwelt verschlungen. Er war ein Gelehrter, wenn es sich um Aberglaube, Exorzismus oder Hexen handelte. Er liebte Geschichten von Vampiren und hatte, wie er glaubte, fast alles über sie gelesen. In verschiedenen Sprachen. Er beherrschte sieben davon.
   Heiliger Vater, …
   Comitti las die Zeilen, und da sie weiter keine Informationen über den Absender beinhalteten, legte er den Brief zusammen mit dem Stapel Papieren unter dem Buchstaben ‚A‘ wie Apollonia ab. Auf den langen Tisch mit seiner Erfindung war er stolz: Er hatte den Tisch mithilfe von buntem Klebeband in DIN A4 große Flächen (...)

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