Michael Buttler

Historische Romane

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Nebelrose

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Vor Jahren verbrachte Felix mit vier weiteren Studenten einen Urlaub in einem Sommerhaus. Innerhalb kurzer Zeit entwickeln sich zwischenmenschliche Spannungen, Liebe schlägt in Hass um. Der Tod begleitet die Freunde. Wer trägt Schuld an dem, was passiert ist? Felix kommt an den Ort des Geschehens zurück, um seine Rolle in dieser Tragödie aufzuarbeiten. Er erlebt das Vergangene noch einmal. Leiten ihn die Gespenster der Vergangenheit zur Wahrheit? Werden sie ihn freisprechen oder verurteilen?

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Vita

Michael Buttler

Michael Buttler wohnt mit seiner Familie und zwei Katzen im Rhein-Main-Gebiet. Er arbeitet als Bankkaufmann bei einem Kreditinstitut. Anthologien, an denen der Autor beteiligt war, wurden verschiedentlich für den Deutschen Phantastik-Preis nominiert. Im Jahr 2012 war er mit einer Geschichte in dem Buch vertreten, das den ersten Preis gewann. Zwei seiner historischen Kriminalromane spielen zur Zeit Johann Wolfgang von Goethes in Weimar, weshalb Buttler sie seine Goethe-Krimis nennt: Die Bestie von Weimar und Der Teufelsvers. In der Reihe Sherlock Holmes - Neue Fälle des Blitz-Verlags erschien bisher der Roman Sherlock Holmes und die indische Kette. Auf Anfrage steht der Autor gern für Lesungen zur Verfügung. Kontakt und Homepage: michael-buttler.de

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    Der Teufelsvers

    Im Jahre 1825
    Gibt es tatsächlich einen Vers, mit dessen Hilfe sich jeder den Teufel zum Untertan (...)

Leseprobe

Kapitel 1

Felix spürte, wie die sanfte Bö ihn umspielte und den Hügel hinab weiterzog. Der Wind war jung, entstanden aus der Schlacht zwischen kalter und warmer Luft, ein Kind der Konfrontationen, doch wie jedes Kind nicht nur schuldlos, sondern unschuldig.
   Ein Schauder kroch über seinen Rücken, als er auf das alte, zweistöckige Sommerhaus hinabsah. Der stärker werdende Luftstrom wirbelte seine Haare auf, bis sie ihn an den Ohren kitzelten. Hätte Felix nicht gewusst, dass Unschuld Freundlichkeit ebenso ausschloss wie alles andere, dann hätte er den Wind als eine nette Bekanntschaft auf dieser feuchten Wiese, fünf Kilometer von der nächsten Gemeinde entfernt, empfunden.
   Während Felix noch nicht bereit dazu war, den nächsten Schritt zu tun, kam ihm der Wind zuvor. In seiner Naivität wehte er hinab zum Haus, markierte seinen Weg im hohen Gras.
   Mit geschlossenen Augen drehte sich Felix um und hob sein Gesicht. Erinnerungen kamen hoch, vage nur, aber es reichte, ihn für den Augenblick zu überwältigen. Tränen rannen ihm über die Wangen. Lediglich eine Automation seines Körpers. Aus diesem Grund öffnete er die Augen wieder und blickte in die des Windes, besah sich die Spiegelung seiner Pupillen, sah, auf was der Begleiter seines Weges zurauschte, was Felix selbst im Rücken hatte: das Sommerhaus, in penetranter Weise umgeben von den Blättern Wilden Weines, umsäumt von einem kleinen, heute nicht mehr gepflegten Nutzgarten, von Rasenfläche, von einer Grundstücksgrenze aus Bäumen und Zäunen. Hier und da ein Plattenweg – unbedeutend. Man kam her, um die Natur zu erleben. Pingelige Sauberkeit war nicht gefragt.
   Der Wind wehte Felix die Geräusche der nahen Klippe in die Ohren, rieb den rauen, salzigen Geruch des Meeres an seine Nase und zeigte dem Mensch, wie gnädig er doch war, weil er ihn nur streichelte und nicht in stürmischer Manier an ihm zog und zerrte.
   Winde sehen nur die Gegenwart, doch Felix konnte auch einen Teil des Vergangenen erkennen. Es drängte sich ihm als eine Erinnerung an einen Tod und an die Geburt seines jetzigen Wesens auf. Vor ein paar Jahren hatte am Fuße jener Klippen der zerstörte Körper eines Menschen gelegen.
   Es fröstelte Felix. Er wandte sich wieder dem Haus zu. Sein Bündel in Form eines blauen Nylonrucksackes hatte er über den Rücken geworfen.
   Der junge Wind war längst ein alter Hase, als Felix das Gartentor erreichte. Etwas wie Melancholie oder Wehmut machte sich in ihm breit, und so griff er automatisch zu seinen Zigaretten. Voller Abscheu vernichtete er sie in regelmäßiger, selbstzerstörerischer Art, eine nach der anderen. Doch sie kamen immer wieder zu ihm, wie streunende Katzen, denen man einmal Milch angeboten hatte.
   Die Läden des Sommerhauses waren geschlossen. Die alte Frau, der das Haus gehörte, war schon Jahre nicht mehr hier gewesen, vermietete es seit damals, als Felix mit den anderen ausgezogen war, nicht mehr. Hin und wieder kamen die Enkel vorbei, doch jetzt waren keine Semesterferien. Felix hatte sich informiert. Er war ohne Erlaubnis hier. Sein Aufenthalt ging niemanden etwas an. Er wollte sichergehen, dass er allein war. Er wollte kein Risiko eingehen. Mit dem Alter kommt die Weisheit, doch manchmal ist es dann zu spät.
   Das Gartentor quietschte, als er es öffnete. Er hatte es schon häufig gehört. Und dann stand plötzlich Don wieder vor ihm, ein Gespenst aus der Vergangenheit, ein Gebilde aus seiner Fantasie, ein Wunder seiner Sinne.
   »Dies«, so dozierte Don in seiner unnachahmlichen Art, »ist die Tücke, wenn jemand mit jemandin zum romantischen Spaziergang raus will.« Dann zog Don seine obligatorische Krawatte zurecht. Felix erinnerte sich daran, dass alle ihn nur Don oder Don Krawatto nannten, denn er hob sich durch seine stets konservative und korrekte Kleidung von allen anderen BWL-Studenten ab, die man rein vom Äußeren für angehende Sozialpädagogen hätte halten können.
   Bubi, seine jüngere Schwester, die das Haus vermittelt und ihren Bruder beim Studium bereits überholt hatte, stand neben ihm. Sie hieß Bubi, weil sie so aussah: Bubi-Haarschnitt, Männerstatur, Holzfällerkleidung und männliches Verhalten.
   Weitere Gespenster sah Felix hinter sich. Alle, die damals dabei waren, (...)

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