Jennifer Wolf

Paranormal & Mystery

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Sephonie - Zeit der Engel

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Kikis Großmutter sprach viel von Engeln, als sie noch klein war. Sie schenkte ihr sogar einen Anhänger des Engels Cassiel, mit dem Versprechen, dass er immer für sie da sein würde, wenn sie traurig wäre. Von ihren Eltern ignoriert, wird Kiki nach dem Tod ihrer geliebten Großmutter ins Internat abgeschoben. Als sie eines Nachts zum Nachdenken auf dem Dach des Gebäudes sitzt, begegnet sie Raphael. Kiki ahnt nicht, dass Raphael in Wahrheit ausgerechnet der Engel Cassiel ist. Sie allein kann ihm und den letzten Engeln helfen, den Himmel zu retten. Was hat Großmutter ihr verschwiegen?

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Vita

Jennifer Wolf

Jennifer Wolf, verheiratet und Mutter einer Tochter, wurde 1984 in Bonn geboren. Nach dem sehr frühen Tod ihrer Mutter wuchs sie bei ihren Großeltern auf. Ihre Großmutter erweckte schon früh ihre Leidenschaft zum Lesen und die Liebe zu Büchern. Mit vierzehn Jahren wurde ihr bewusst, dass ihr das Schreiben mindestens genau so viel Spaß macht wie das Lesen. Für lange Zeit schrieb sie nur Kurzgeschichten, bis sie 2007 das Vampirfieber packte und sie den ersten Roman der „Sanguis“-Trilogie verfasste.

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Leseprobe

Gefühle sind eine eigenartige Sache. Sie können einen um den Verstand bringen. Sie sind mächtig und gelegentlich gefährlich. Positive Gefühle wie Liebe, Geborgenheit oder Freude sind willkommen, während wir die negativen Gefühle scheuen. Ich hätte nie gedacht, dass aus ihnen Gutes entspringen könnte. Jedenfalls bis zu jenem Tag, an dem ich aus Einsamkeit auf dem Dach des Internatsgebäudes stand, in das meine Eltern mich aus purer Verzweiflung gesteckt hatten. Ich möchte euch das Leid, das ich die Tage zuvor durchlebt hatte, ersparen und werde an der Stelle beginnen, an der ich mich in einer kühlen Herbstnacht in die Einsamkeit verliebt habe.


Kapitel 1
Raphael

Nur einen Schritt. Nur einen. Dann wäre alles vorbei. Ich würde meinen Eltern nicht mehr zur Last fallen. Schon öfter hatte ich überlegt, wie es wohl wäre, wenn ich aus großer Höhe fallen würde. Immer wenn es Ärger mit meinen Eltern gegeben hatte, war ich auf das Dach unseres Hauses geklettert und hatte nach unten gestarrt. Meine Eltern waren so mit ihren Berufen beschäftigt, dass ich mich wie ein Klotz am Bein fühlte. Mein Vater war Tierarzt und meine Mutter Rechtsanwältin in einer großen Kanzlei. Papa konnte besser mit Tieren umgehen als mit Menschen. Mama weder das eine noch das andere. Wie sie zueinandergefunden hatten, ist mir bis heute ein Rätsel. Sie liebten ihre Berufe. Für mich blieb keine Zeit, also hatte mich meine Großmutter mehr oder weniger großgezogen. Das war nicht schlimm, denn ich hatte meine Oma vergöttert. Sie hatte mir die Liebe, die ein Kind benötigt, gegeben. Als sie sich vor zwei Wochen ihre Fernsehzeitung kaufen wollte, ist sie Zeugin und Opfer eines Überfalls geworden. Sie hatte versucht, den Täter zur Aufgabe zu überreden und dafür mit ihrem Leben bezahlt. Mit ihr wurde auch mein Leben beerdigt. Der Schmerz war so überwältigend, dass ich dachte, ich würde auf der Stelle aufhören zu existieren. Die Welt drehte sich weiter, doch ich wollte es nicht wahrhaben. Als ich nicht aufhörte zu weinen, schickten mich meine Eltern in ein Internat.
   Hier war ich nun. Sechzehn Jahre alt und allein auf der Welt. Freunde hatte ich keine. Familie ebenfalls nicht. Nicht mehr. Eine Träne rann mir die Wange hinunter, als ich einen Blick nach unten warf. Es war verdammt tief. Ich strich mir eine pechschwarze Haarsträhne aus dem Gesicht und atmete tief durch. Mein Körper fühlte sich gleichzeitig leer und schwer an. Als würde mich etwas nach unten ziehen, mich lähmen. Niemand interessierte sich für mich und niemand würde mich vermissen. Mein Leben war ohne jeden Sinn, jetzt wo Großmutter nicht mehr da war. Plötzlich verlor ich das Gleichgewicht und schaffte es gerade so, mich auf dem schrägen Dach wieder auszubalancieren. Das Herz schlug mir bis zum Hals und ich musste ein paar Mal tief durchatmen, um wenigstens halbwegs ruhig zu werden. Nein, ich wollte nicht sterben, jedoch ließ mich der Gedanke, wie es wäre, nicht los. Ich musste den Schmerzen, die mich quälten, entkommen. Der Wind wehte mir eine Böe in den Rücken, die mich schwanken und erschaudern ließ.
   »Was tust du hier oben?« Eine männliche Stimme erklang hinter mir. Erschrocken drehte ich mich um. In der Dunkelheit konnte ich nur eine schlanke Gestalt erkennen, die leichtfüßig auf mich zukam. Er war offensichtlich sportlich und hatte ein gutes Gleichgewicht, denn ich war mehr oder weniger zum Rand des Daches gestolpert und gerutscht.
   »Das könnte ich dich auch fragen.« Er sollte gehen, sofort. »Bleib zurück.«
   Die Gestalt hielt inne und hob abwehrend die Hände. Vorsichtig deutete er an, dass er sich setzen würde. Nickend sah ich erneut nach unten.
   »Magst du mir verraten, was passiert ist, dass du diesen Weg wählst?«
   Ich wollte nicht reden. Nicht mit ihm oder irgendjemand anderem. Ich wollte allein sein. »Das verstehst du nicht«, sagte ich genervt.
   »Versuche es«, forderte er mich mit ruhiger Stimme auf. »Vielleicht überrasche ich dich.«
   Ich seufzte. Der war von sich überzeugt. Ich ging in die Hocke und tastete vorsichtig nach den Dachziegeln unter mir. Langsam setzte ich mich an den Rand und wärmte meine zitternden Hände zwischen den Beinen. »Meine Großmutter ist vor zwei Wochen gestorben. Sie war alles, was ich hatte. Seit sie weg ist, ist alles (...)

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