Oliver Becker

Krimis & Thriller

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Marovka Blues

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Ein rasantes Roadmovie schwarz auf weiß, eine turbulente Liebesgeschichte und zugleich ein nervenaufreibender Krimi: Der Marovka Blues ist eine Todesmelodie. Leo Platschke ist ein ziemlich chaotischer Lebenskünstler. Er will mithilfe einer fragwürdigen Ehevermittlung in Prag die Frau fürs Leben finden. Doch wen er dort vor allem findet, ist die Russenmafia. Und die ist plötzlich aus unerfindlichen Gründen hinter seinem Leben her ... Schuld an dem Schlamassel ist offenbar die kratzbürstige Besitzerin des Eheinstituts, aber Leo kommt einfach nicht von ihr los. Eine halsbrecherische Jagd beginnt, von Prag über Frankfurt bis zum Showdown im beschaulichen Freiburg. Für den armen Leo heißt es nur noch: Augen zu und durch. Er muss die schmerzhafte Erfahrung machen, dass das Leben nicht halb so lustig ist, wie er immer gedacht hat – und gerade deshalb darf er den Humor nicht verlieren, denn sonst verliert er am Ende noch seinen Kopf ...

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Vita

Oliver Becker

Der aus Blumberg im Schwarzwald stammende Oliver Becker lebt mit seiner Familie in Frankfurt am Main. Er schreibt Romane der unterschiedlichsten Genres – ob pralles Historienabenteuer, Kriminalroman, Komödie oder auch sozialkritische Tragödie. Für Becker liegt der Reiz des Schreibens gerade darin, immer wieder Neuland zu betreten. Oder wie er es sagt: „Das Einzige, worauf ich mich festlegen lasse: dass ich mich nicht festlegen lasse.“ Zu seinen bekanntesten Büchern zählen die Romane um die „Krähentochter“, eine Trilogie, die im Schwarzwald während des 30jährigen Krieges spielt.

Leseprobe

Kapitel 1

Welche von denen würde es wohl sein? Leo legte die Fotos sorgfältig in einer Reihe vor sich hin. Da war zunächst Darinka, eine etwas füllige junge Frau, die bemüht entspannt in die Kamera blickte. Sie wurde als häuslich beschrieben, als liebenswert, verträumt, anschmiegsam. Als Nächstes blickte ihn Vera an, gebildet, sportlich, computerbegeistert. Er nahm das Foto und prüfte das schmale Gesicht, das von einer dünnen Goldrandbrille dominiert wurde. Mit der weißen Rückseite nach oben legte er es wieder auf den Tisch.
   »Computerbegeistert«, murmelte er. »Ach du dickes Ei.«
   Schließlich Anna: Naturliebhaberin, Schmetterlingssammlerin, bastelt sehr gern. Sommersprossengesicht, kurzer, praktischer Haarschnitt, Jeans mit einer aufgenähten Sonnenblume auf der Tasche. Er verglich noch einmal Anna und Darinka und drehte dann Anna um. Nein, das dürre Gretchen soll lieber allein den Schmetterlingen hinterher jagen.
   Leo erhob sich und betrachtete sich im Wohnzimmerspiegel. Bauch rein, Brust raus. Schade, aber die Schultern konnte man einfach nicht breiter aussehen lassen. Leicht in den Hüften wiegend tänzelte er vor dem Spiegel herum und zwinkerte seinem eigenen Gesicht zu. Wie Richard Gere damals in ‚Atemlos‘. Wenn sich Leo auch eingestand, noch etwas an seinem Tanzstil feilen zu müssen. Er drehte sich in einem plötzlichen flinken Wirbel herum, blickte über die Schulter nach hinten und wackelte mit den Pobacken. Haltet euch fest, Mädels, hier kommt er, der Richard Gere von Frankfurt-Bornheim.
   Schließlich wandte er sich wieder dem Tisch zu und griff mit gewohnter Lässigkeit nach der Whiskyflasche. Während er sich nachschenkte, fiel ihm ein, dass er unbedingt noch Haargel einkaufen musste, die Tube war ja schon wieder fast leer.

Abends saß er ziemlich allein am Tresen seiner Stammkneipe, dem Lüsterweibsche, und sah immer noch Darinka vor sich. Liebenswert, verträumt, anschmiegsam. Nicht zu vergessen: häuslich.
   Henny, die Wirtin, stellte gerade den dritten Apfelwein vor ihn hin. »Was ist los, Leo? Warum so still?«
   »Ach, die Zeit, Henny. Sie rennt und rennt. Wir stehen am Anfang eines neuen Jahrtausends, wir stecken mittendrin im Jahr 2002. Einfach verrückt, findest du nicht?«
   »Du bist aber ganz der Alte, was?«
   Er schwieg und schenkte ihr sein unwiderstehlichstes Hollywood-Lächeln.
   »Und sonst so, Leo? Irgendwas am Laufen?«
   »Irgendwas läuft immer, weißt du doch. Mir geht’s gut. Geschäfte, Geschäfte.«
   »Geschäfte? Sieh mal zu, dass du dich nicht überarbeitest.«
   »Du kannst mich ja dann pflegen.«
   »Hättest du wohl gern.«
   Er trank einen Schluck. »Warst du schon mal in Prag, Henny?«
   »Prag?« Sie lachte. »Seit zwanzig Jahren bin ich nicht mehr aus Bornheim rausgekommen. Ich würde nicht mal den Weg zur Zeil noch finden.«
   »Ich bin bald in Prag.«
   »Du?«
   »Ein Kurzurlaub. Sozusagen.«
   »Ich dachte, du machst das ganze Jahr lang Urlaub.«
   Henny ging zum anderen Ende des Tresens, und Leo dachte schon wieder an Darinka. Liebenswert, verträumt, anschmiegsam.
   Ach ja. Die Welt war schön.
   »Leo, apropos Geschäfte.« Henny war wieder bei ihm. »Wann willst du denn mal deinen Deckel bezahlen? Kann ja nicht ewig warten.«
   »Musst du auch nicht, Henny. Nächste Woche mach ich das klar.«
   »Nächste Woche? Das kenn ich mittlerweile.« Sie zog eine Schnute.
   Immer diese Kleinigkeiten. Ein paar Äppelwoi, ein paar Bier. Wirklich kein Grund, einen Aufstand zu machen, fand er. Henny war für seinen Charme auch schon mal empfänglicher gewesen. Er bezahlte die drei Gläser von diesem Abend und verließ das Lüsterweibsche. War sowieso nicht viel los.
   Am nächsten Tag telefonierte er noch einmal mit dieser Frau Schultze. Er erfuhr, dass sie schon so gut wie auf dem Weg nach Prag war und ihn dort erwarten würde. »Alles klar, Frau Schultze«, rief Leo in den Hörer und zeigte sein bestes Grinsen, als stünde sie ihm gegenüber. »Morgen um zwölf geht mein (...)

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