Oliver Becker

Krimis & Thriller

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Das schwarze Erbe

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Ein fesselnder historischer Roman. Eine abenteuerliche Reise von der Alten in die Neue Welt. Voller spannender, unheimlicher und bewegender Momente. Das dunkle, von Nebelschwaden durchzogene Höllental im Schwarzwald der 1870er Jahre: Der gescheiterte Überfall auf eine Kutsche ist der Ausgangpunkt zu einer dramatischen Reise von der Alten in die Neue Welt. Tobias, als Waise aufgewachsen, versucht, das Rätsel seiner Herkunft zu lösen. Dabei ist er einer geheimnisvollen Dame auf der Spur, die den Helden seiner Jugend getötet hat und vieles über Tobias’ Abstammung zu wissen scheint. Die Verfolgung wird zum Abenteuer seines Lebens. Schwarzes Blut, die geheimnisvollen Kräfte der Krähen und ein Bärenmedaillon kommen ins Spiel. Tobias begegnet nicht nur einem mysteriösen Familienfluch, sondern auch seiner großen Liebe. Doch die Dämonen, die ihn verfolgen, müssen erst besiegt werden ...

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    Oliver Becker

Vita

Oliver Becker

Der aus Blumberg im Schwarzwald stammende Oliver Becker lebt mit seiner Familie in Frankfurt am Main. Er schreibt Romane der unterschiedlichsten Genres – ob pralles Historienabenteuer, Kriminalroman, Komödie oder auch sozialkritische Tragödie. Für Becker liegt der Reiz des Schreibens gerade darin, immer wieder Neuland zu betreten. Oder wie er es sagt: „Das Einzige, worauf ich mich festlegen lasse: dass ich mich nicht festlegen lasse.“ Zu seinen bekanntesten Büchern zählen die Romane um die „Krähentochter“, eine Trilogie, die im Schwarzwald während des 30jährigen Krieges spielt.

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    Marovka Blues

    Ein rasantes Roadmovie schwarz auf weiß,
    eine turbulente Liebesgeschichte
    und zugleich ein (...)

Leseprobe

Kapitel 1
Der stechende Blick eines Toten

Tobias betrachtete den Mann, der auf einem Felsvorsprung stand, lässig auf das Gewehr gestützt, und hinunter ins Tal blickte. Seine Bewunderer nannten ihn Adler, seine Feinde Geier. Der Grund für beide Namen war das auffälligste Merkmal seines schmalen, scharf geschnittenen Gesichtes: die lange Nase, die über dem dichten Schnurrbart hervorsprang wie der Schnabel eines Jagdvogels. Er war nicht ganz so groß, wie er in den umliegenden Städten und Dörfern beschrieben wurde, auch nicht ganz so breitschultrig. Aber er war zäh und sehnig, und man sagte, dass er über einen sechsten Sinn verfügte, dass er Ereignisse vorhersehen konnte wie eine Hexe.
   Unter ihnen zog sich das Tal zwischen den dicht bewaldeten Hängen hindurch. Fetzen grauen Nebels blieben an den Wipfeln der höchsten Tannen hängen. Die Luft war feucht, trug bereits den Herbst in sich, und das Grün der Landschaft war von Ocker und Rot durchsetzt. Bedeckt der Himmel, scheinbar die ganze Welt in tiefer Stille, als wüsste sie, dass bald etwas geschehen würde.
   Tobias trat lautlos näher. Der Mann drehte sich um, als ob er den Blick spürte, der auf ihm lag. Er grinste Tobias an. »Kein Grund, aufgeregt zu sein, Kleiner. Ein Überfall ist ein Überfall. Mehr nicht.«
   Heute war der Tag, an dem Tobias endgültig kein Junge mehr sein würde, an dem er dazugehören sollte. Er, der Junge ohne Namen, ohne Herkunft. Dazugehören zur Bande, als vollwertiges Mitglied dieser berüchtigten Truppe, die Kusterberg-Bande genannt wurde.
   Der Anführer, Johann von Kusterberg, vor dem man sich im ganzen Schwarzwald fürchtete, zog sich von dem Felsvorsprung zurück. Ohne ein weiteres Wort ließ er sich vom Dunkel des Waldes verschlucken, um wieder zu seinen wartenden Männern zu gehen.
   Tobias blieb allein zurück, postierte sich an der gleichen Stelle wie zuvor Kusterberg, ahmte dessen Haltung ebenso nach wie dessen Blick, der über das gesamte Höllental hinweg geschwebt war, um abzuwägen, welche Stelle die beste für den Überfall wäre. Sein Blick folgte dem erwarteten Weg, den die Kutsche aus dem nicht weit entfernten Freiburg zurücklegen würde.
   »Ein Überfall ist ein Überfall. Mehr nicht.«
   Für Tobias war es viel mehr. Von diesem Tag an würde er nicht mehr der Kleine sein, der die Waffen reinigte und Gertrud in der Küche zur Hand ging, der die toten Hühner bis zur letzten Feder rupfte, der stundenlang Feuerholz hackte und der das Haus ausfegte, das die Bande als Versteck nutzte.
   Nach einer Weile zog er sich von dem Felsvorsprung zurück, um ebenfalls in die schwarze Wand aus Bäumen einzutauchen. Einige Meter weiter im Dickicht fand er die übrigen Männer der Kusterberg-Bande, die auf der Erde lagen, die Beine ausgestreckt. Sie lachten, machten Scherze, aber das gelegentliche, fast beiläufige Überprüfen der Waffen zeigte, dass ihre Gedanken schon eine oder zwei Stunden vorauseilten. Fast alle besaßen Dreyse-Gewehre. Johann von Kusterberg hatte außerdem eine alte Pistole, Modell 1850, eine einläufige Vorderladerpistole, die ebenso zu ihm zu gehören schien wie sein rechter Arm. Sie steckte im Bund der Hose. Auf einen Ellbogen gestützt, lag er auf dem weichen Waldboden und sah Tobias entgegen. Seine Augen glitzerten ebenso wie die Messingknöpfe der Jacke, schillernde Punkte in der ansonsten dunklen Umgebung.
   Tobias setzte sich, legte die Unterarme auf die Knie und wich diesen Augen aus. Sie besaßen eine Kraft, als könnten sie ihn wie eine Lanze durchbohren. Obwohl Tobias wegsah, spürte er, wie Kusterbergs Blick auf ihn gerichtet blieb, sich aber veränderte. Es schien sich eine eigenartige Melancholie in die kraftstrotzende Urwüchsigkeit, in das unerschütterliche Selbstbewusstsein zu mischen. Eine Melancholie, die nicht zu Kusterberg passte.
   Tobias fragte sich, wie er sich am Abend fühlen mochte, wenn alles vorbei sein würde. Zum ersten Mal überhaupt hatte es Zweifel an einem Plan ihres Anführers gegeben. Woher wollte Kusterberg wissen, dass die Kutsche außergewöhnlich Wertvolles geladen hatte? Sonst hatte er seine Pläne immer klar erklären können, doch diesmal blieben seine Angaben vage. Niemand außer ihm wusste, wer sich in der Kutsche befinden würde. Über deren mögliche Wachmannschaft hatte sich Kusterberg (...)

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