Ruprecht Günther

Krimis & Thriller

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Der Botschafter des Teufels

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Peter Becher, Erster Sekretär an der Deutschen Botschaft in Lissabon, hat neben seiner Karriere nicht viel Raum für anderes. Seine Beförderung zum Rat ist nur noch eine Frage der Zeit. Als er eine DVD findet, die seinen gewaltsamen Tod zeigt, erleidet seine Fassade Risse. Will ihn sein Kollege und Rivale um den Posten als Botschaftsrat bringen? Weiß sein Konkurrent von seiner Vorliebe für farbige Frauen? Peter muss dem Rätsel auf die Spur kommen. Ein diabolisches Spiel zieht ihn in einen Sog dunkler Ereignisse, die bis zu Zeiten der Diktatur Portugals reichen, als Portugal und Angola das Zentrum weltpolitischer Entwicklungen waren. Dramatische Geheimnisse begleiten Peters Flucht vor seinem angekündigten Tod. Welche Schatten der Vergangenheit verfolgen ihn mit dem einzigen Ziel, sein Schicksal zu besiegeln?

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Vita

Ruprecht Günther

Ruprecht Günther studierte an der FH München Grafik-Design und arbeitete jahrelang als Grafiker und Illustrator. 1997 entdeckte er seine Liebe zu Brasilien. Seine Aufenthalte wurden jedes Jahr ein wenig länger, bis er 2002 den Sprung wagte und zu seiner Frau nach Salvador da Bahia zog. Er vermietet hin und wieder an Touristen und betreibt einen kleinen Post- und Kunstkarten-Verlag. In Brasilien widmet er sich drei Leidenschaften: dem Schreiben, der Fotografie und der Musik. Im Lauf der Jahre entstanden einige Romane und viele Kurzgeschichten. Auf dem Motorrad und mit Kamera zieht er durch die Favelas, durchs Landesinnere und dokumentiert die afrobrasilianische Naturreligion „Candomblé“.

Weitere Bücher aus diesem Genre

Leseprobe

Die Schleife



Kapitel 1
Ein merkwürdiger Fund

»Halten Sie an!« Der Taxifahrer wandte sich zu Peter um, zeigte auf den dichten Nach­mittags­verkehr und machte eine resignierte Geste.
   »Halten Sie an, verdammt noch mal. Bitte.«
   Der Fahrer knurrte, scherte nach rechts aus und zwang einen nachfolgenden Ford zur Vollbremsung. Unter den Klängen eines Hupkonzerts lenkte er die rechten Räder auf den Randstein und verzog die Lippen. »Das kostet Sie ein paar Scheine extra.«
   »Claro que sim.« Peter lächelte dünn. Seine Beherr­schung der portugie­sischen Sprache war nahezu perfekt, schließlich lebte er in Lissabon den größten Teil seines Lebens. »Ich lege zwanzig Euro drauf, geht das in Ordnung? Ich muss nur rasch etwas nachsehen.« Er schlüpfte aus dem Wagen und hastete über den Gehsteig. Die Hülle hatte unter einer der Laternen vor der Oper gelegen. Vielleicht handelte es sich nur um eine Sinnes­täuschung, aber das Gesicht auf dem Cover war ihm so unmittelbar ins Auge gesprungen, dass sein Herz einen heftigen Sprung machte.
   Peter stieß fast mit einer Frau zusammen, die sich mit einer anderen unterhielt und ihren Arm in seine Richtung gelenkt hatte. Er murmelte eine Entschuldigung, beugte den Oberkörper nach vorn und suchte den Straßenrand ab. Aus den Augenwinkeln registrierte er die befremdeten Blicke der Passanten und glitt wieder in die Senkrechte. Was er da tat, war in höchstem Maße lächerlich, um nicht zu sagen gefährlich. Wenn ihn nun jemand erkannte? Ein elegant gekleideter Herr, der in die Gosse schielte, als ob er nach einem Stück Pizza Ausschau hielte.
   In diesem Augenblick entdeckte er sie. Ein Strahl der schräg stehenden Sonne brach sich in der schillernden Oberfläche einer DVD-Hülle. Sekundenlang leuchtete sie auf wie eine unvermutete und Glück bringende Verheißung.
   Peter bückte sich, griff nach der DVD und ließ sie in seiner linken Jacketttasche verschwinden. Auf einmal spürte er, dass ihm der Schweiß über die Haut rann. Er wandte sich um und lief zurück zum Taxi. Auf den letzten Metern zwang er sich, seine Schritte zu bremsen, zog die Tür auf und ließ sich auf die Rückbank fallen. »Es war ein Irrtum. Ich dachte fälschlich, ich hätte einen Bekannten gesehen.« Sein halbherziges Lächeln missglückte schon im Ansatz.
   Der Taxifahrer zog die Brauen hoch und fädelte sich in den Verkehr ein. »Und? Wo soll es nun hingehen?«
   Peter zog die DVD hervor. Etwas verspätet wurde ihm klar, dass der Fahrer ihn gemeint hatte, und er fuhr zusammen. »Zu der angegebenen Adresse, wie abgemacht«, sagte er etwas schärfer. Das fehlte noch, dass ihm ein taxista auf der Nase herumtanzte.
   Mit brennenden Augen starrte er auf das Cover. Ihm blickte ein aristokratisch wirkendes, leicht spöttisches Gesicht entgegen. Er sah seine tief liegenden mandelfarbenen Augen, den vollen Mund, dessen rechter Winkel ein wenig hochgezogen war, und seine Geheimratsecken, die sich weit in den Schopf fraßen. Das Haar war silbergrau und nach hinten zurückgekämmt. Mitten auf der entblößten Brust stand wie eingraviert: A última hora. Die letzte Stunde.
   Peter fröstelte. Obwohl es an diesem späten Aprilnachmittag immer noch recht heiß war, legte er die Arme um den Körper. Eine Glocke schrillte in seinem Inneren und veranlasste ihn, den Blick zu heben. Aus dem Rückspiegel starrten ihm die misstrauischen und wachen Augen des Taxifahrers entgegen. Einen Augenblick lang schienen sie Peter wie die eines Raubtiers vor dem Sprung.

Kapitel 2
Das Bild der letzten Stunde

Das kleine, aber exquisite Apartment lag eingebettet in ein unübersehbares Gewirr von Häusern, winzigen Plätzen und Gassen, die so schmal waren, dass kaum ein Auto hindurchpasste. Auf den Straßen spielten lärmend ein paar Kinder. Der einladende Duft von sardenhas assadas erfüllte die Luft, und ein Hauch von Bossa Nova und Fado schwebte durch das Viertel. An Schnüren, quer über die schmalen Gassen gespannt, tropfte frisch gewaschene bunte Wäsche. In die Schatten getaucht hockten alte Frauen, denen die schwarzen Gewänder um den Leib flatterten wie die Federkleider von riesigen und bösartigen Vögeln.
   Peter stand auf dem winzigen gusseisernen Balkon seiner (...)

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