Jana Stolberg

Romantik & tiefe Gefühle

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Liebesflair im Linksverkehr

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Silke Lünerau ist Ende zwanzig, erfolgreiche Gerichtsdolmetscherin, und bisher verlief das Leben der Hamburger Spediteurstochter auf gerader Spur. Damit ist jedoch Schluss, als sie auf dem Balkon ihrer lesbischen Nachbarin die Frau zu sehen glaubt, in die sie sich verliebt hat, obwohl sie doch eigentlich auf Männer steht. Not amused fährt sie mit einer Handvoll Lügen im Gepäck zu ihrem Exfreund nach England. Dort wird mal ein verheirateter Mann, mal der letzte Strafprozess im Rotlicht- und Drogenmilieu zum offiziellen Grund ihrer überstürzten Abreise. Gezwungenermaßen beginnt sich Silke nach ihrer Ankunft im beschaulichen Brentwood nicht nur für die scheinbare Liebesbeziehung ihrer Nachbarin zu interessieren, sondern bald auch für den deutschen Rettungssanitäter Carlo – nicht ahnend, dass damit alles erst richtig kompliziert wird.

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Vita

Jana Stolberg

Jana Stolberg lebt mit ihrer Drei-Generationen-Familie in Braunlage im Harz. Bereits als Gymnasiastin fühlte sie sich von Schrift und Sprache magisch angezogen, sodass kein Text vor ihr sicher war und sie unbedingt Schreibmaschine schreiben lernen wollte - und dies auch tat. Später wurde sie Rechtsfachwirtin und verbrachte einige Jahre bei großen Kanzleien in ihrer Heimatstadt Hamburg sowie in Köln, Bonn und London. Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist Jana Stolberg inzwischen selbstständige Unternehmerin, u. a. mit einem Schreibbüro für juristische Texte.

Leseprobe

1
Ankunft im Exil

Hektisch stieß Silke die Autotür zu und wünschte sich dabei nichts sehnlicher, als mit der kalten Januarluft auch die jüngsten Ereignisse draußen auf dem grauen Asphalt zurücklassen zu können.
   Ihre Finger zitterten, als der Sicherheitsgurt mit leisem Klicken einrastete.
   Wortlos startete Eric den Motor. Er lenkte das Fahrzeug langsam aus der Parklücke und reihte sich in den stadtauswärts fließenden Verkehr ein. Durch das Seitenfenster sah sie hinauf zu Luzías Balkon im vierten Stockwerk. Grau und verwaist ragte die Betonbrüstung ihrer Nachbarin aus der Fensterlandschaft, genau wie ihre schräg links daneben.
   Sie rutschte in die schwarzen Lederpolster und unterdrückte ein Gähnen.
   »Soll ich die Heizung höher drehen?«
   »Lieber einen Gang.« Sie deutete mit einer fahrigen Handbewegung zur Uhr am Armaturenbrett.
   Es war kurz vor drei Uhr nachmittags.
   »So eilig hast du es wegzukommen?«
   Das auch. Sie seufzte tief und erklärte ihm, dass sie auf keinen Fall die Fähre verpassen dürften.
   Eric zog eine Augenbraue hoch. »Sag bloß nicht, du hast immer noch …«
   »Doch.« Sie griff nach der Light-Schachtel in ihrer Jackentasche. Mist, in seinem Wagen herrscht striktes Rauchverbot. Mit einem erneuten Seufzer zog sie die Hand zurück und rieb stattdessen unruhig die Fingerknöchel gegeneinander.
   »Und warum?« Sie ließen die Elbbrücken hinter sich und fuhren auf die Autobahn.
   Silke zuckte die Schultern. »Vielleicht weil Hamburg viele Brücken hat. Und ich habe zu wenig Zeit.«
   Eric schüttelte den Kopf. »Mal wieder typisch.« Er schaltete in den fünften Gang und trat kräftig aufs Gaspedal.
   Selber typisch. Sie schloss die Augen.
   Jedes Problem zu seiner Zeit – und im Moment hatte sie andere Sorgen, als die Therapie einer Tunnelphobie.
   Von der Aussicht auf eine weitere schlaflose Nacht, diesmal auf französischem statt auf deutschem Boden, wanderten ihre Gedanken zurück zu ihrer Nachbarin.
   Ob Luzía sie beim Losfahren beobachtet hatte? Unwahrscheinlich. Sonntags war sie immer mit irgendwelchen Yoga-Zen-Ki-Licht-Meditationen beschäf­tigt, oder wie die seltsamen Übungen und Verrenkungen hießen. Selbst Traumfrau Angelina Jolie würde sich zu dieser Zeit vergeblich die hübsche Nase am Türspion platt drücken, hatte Luzía ihr erst vor wenigen Tagen augen­zwinkernd anvertraut.
   Silke fiel der Brief ein, den sie ihr geschrieben hatte. Fast hatte sie vergessen, ihn in den Brief­kasten zu werfen. Stundenlang hatte sie dazu in der Nacht auf Bleistift und Fingernägeln herumgekaut, bis endlich einige Sätze zu Papier gebracht waren. Ob Luzía ihn heute noch finden würde?

Um neunzehn Uhr erreichten sie die Landesgrenze, als letzte Passagiere um halb elf die Fähre von Calais nach Dover – und als Eric endlich die Apartmenttür aufschloss, war es bereits weit nach Mitternacht.
   Der Name der Wohnanlage fiel ihr nicht ein. Sie sah unruhig umher und registrierte die schlichten Eichenmöbel und die nichtssagenden Bilder an den kalkweißen Wänden. Ach ja, Rayleigh Court. Seufzend ließ sie sich in einen altmodi­schen braunen Cordsessel fallen. Wollte sie das wirklich, zusammen mit Eric in dieser tristen Bude hocken, statt in ihren eigenen vier Wänden?
   »Du kannst dich hier nach Herzenslust austoben und es etwas wohnlicher gestalten.« Eric zog sie wieder auf die Beine. »Komm, ich zeig dir alles.«
   Das würde sie ganz sicher nicht tun. Sie war zum Ausruhen und Abschalten hier, und nicht, um für Eric Dekorateurin zu spielen. Ächzend folgte sie ihm in den schmalen Flur. »Wo ist das Schlafzimmer?«
   Er zeigte auf die Tür links.
   »Küche?«
   Tür rechts.
   »Bad?«
   Die Tür dazwischen.
   »Sonst noch was zu besichtigen?«
   »Genügt das nicht für ein glückliches Liebespaar?« Grinsend und mit einer einladenden Geste öffnete er die linke Tür und schob dabei gleichzeitig ihren Koffer mit dem Fuß über den (...)

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