Jana Stolberg

Romantik & tiefe Gefühle

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Seitensprung auf Anweisung

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Konsequent inkonsequent findet Gesina, Anfang dreißig und Mutter eines vierjährigen Sohnes, ihren Plan – und schreitet mit viel Mut, Witz und Charme zur Tat. Statt ihre inzwischen zu einer lahmen Pflichtveranstaltung gewordene Beziehung mit Workaholic Dirk in der Elbe zu versenken, drängt sie ihn zu einer Affäre mit einer anderen Frau. Doch hat wirklich Dirk die Abwechslung nötig? Schnell stellt Gesina fest, dass alles viel komplizierter ist, als sie es sich vorgestellt hatte. Ergeht es ihr am Ende wie dem Zauberlehrling, der die Geister, die er rief, auch nicht wieder loswurde?

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Vita

Jana Stolberg

Jana Stolberg lebt mit ihrer Drei-Generationen-Familie in Braunlage im Harz. Bereits als Gymnasiastin fühlte sie sich von Schrift und Sprache magisch angezogen, sodass kein Text vor ihr sicher war und sie unbedingt Schreibmaschine schreiben lernen wollte - und dies auch tat. Später wurde sie Rechtsfachwirtin und verbrachte einige Jahre bei großen Kanzleien in ihrer Heimatstadt Hamburg sowie in Köln, Bonn und London. Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist Jana Stolberg inzwischen selbstständige Unternehmerin, u. a. mit einem Schreibbüro für juristische Texte.

Leseprobe

1
Gesucht – gefunden

Schwungvoll, da ausnahmsweise mal mit hundertachtzig PS unter der Motorhaube und wie so häufig kurz vor Torschluss, fuhr ich auf den Parkplatz des Baumarktes vor. Ich riss die Tür auf und hätte sie um Haares­breite mit voller Wucht gegen einen dieser unnütz im Weg herumstehenden Betonpfeiler geknallt. Puh, noch mal Schwein gehabt. Ich pustete meiner warm gewordenen Stirn Luft zu. Vorsichtig öffnete ich die Tür ein zweites Mal und sprang aus dem Wagen. In der nächsten Sekunde traktierte ein stechender Schmerz meinen linken Knöchel, ich schrie auf, verlor das Gleichgewicht, landete höchst unsanft auf meinem Allerwertesten – und die Tür nun doch am Pfeiler.
   »Verdammter Mist«, fluchte ich ärgerlich und untersuchte noch im Sitzen die zum Glück nur kleine abgeschlagene Stelle im anthrazitgrauen Metallic-Lack.
   Was war das denn? Ich blickte mich um und entdeckte unmittelbar neben der sich an meinem linken Knie ausbreitenden Laufmasche etwas matt Glänzendes. Das war also der Übeltäter. Staunend hob ich einen zentimeterbreiten silber­nen Ring mit filigranem Intarsienmuster vom Boden auf. Wow, andere Leute stolperten über spitze Steine oder sonstiges wertloses Zeug, ich jedoch über ein echtes Schmuckstück, wie stilvoll.
   So etwas war mir noch nie passiert, auch nicht, ohne darüber zu fallen. Vergessen waren schmerzender Knöchel und Po. Ich rappelte mich hoch, zog den bi-gestretchten beigefarbenen Rock so weit wie möglich nach unten und stellte nach einem schnellen Rundum-Check fest, dass ich außer der ruinierten Strumpfhose keine weiteren Schäden davongetragen hatte.

Als ich zehn Minuten später vor dem geöffneten Kofferraum stand und möglichst lässig-elegant zwei Zehnliterfarbeimer hineinwuchtete, hielt ich das runde Metallstück noch immer in der Hand. Was sollte ich damit tun? Wem er wohl gehören mochte? Ich konnte ihn nicht einfach behalten. Außerdem mochte ich keinen Silberschmuck. Irgendwo hinlegen oder abgeben wollte ich ihn aber auch nicht. Vielleicht später ’ne Anzeige aufgeben? Wobei mir der Gedanke, halb Norddeutschland am Ohr zu haben und entscheiden zu müssen, wer die Wahrheit sagte, auch nicht besonders genial erschien.
   Also erst mal ab ins Handschuhfach damit.
   Alles andere als zaghaft schmiss ich die wurzelholzverkleidete Klappe zu, stellte mir dabei Dirks gequälten Gesichtsausdruck vor, wenn er gesehen hätte, wie rabiat ich mit seinem Statussymbol umging, und fuhr zurück ins Büro.

»Das klappt nie«, murmelte besagter Fahrzeugbesitzer und Partner – fast – all meiner Lebenslagen bei meinem Eintreffen gerade düster vor sich hin.
   »Ärgert dich Billyboy schon wieder?«, fragte ich.
   »Was hat denn der damit zu tun?«, nuschelte er zurück.
   »Meist viel, wenn du so deinen Monitor anstarrst und dabei eine Zigarette im Ascher und eine in deinem Mundwinkel vor sich hin qualmt«, sagte ich naserümpfend.
   Seit sechs Tagen arbeiteten Dirk und Erich, beide normalerweise Kundenberater, momentan jedoch als EDV-Experten im Dauereinsatz, fieberhaft an der Umstellung unserer Computeranlage. Ständig gab es neue Ausfälle und Probleme. Mal streikten die PCs, mal gleich das gesamte Netzwerk, oder im harmlosesten Fall druckte es aus unerfindlichen Gründen nicht mehr.
   Würde an der Eingangstür nicht ein großes Firmenschild mit der Aufschrift Von Lühr & Partner Versicherungsmakler prangen, ich hätte schwören können, plötzlich Teilhaberin in einer Computerfirma geworden zu sein.
   Die Technik war es also nicht. Blieb nur noch das zweite kritische Thema übrig. Mit dem beschäftigten wir uns seit mindestens ebenso vielen Tagen beziehungsweise Nächten, genau genommen sogar schon seit Monaten.
   »Ich meinte deine verrückte Idee«, bestätigte Dirk auch prompt meine Vermutung.
   »Aber es reizt dich, gibs zu.«
   Er zuckte die Schultern. »Ist nicht schlecht, zu merken, dass man nicht jedem gleichgültig ist.«
   »Du bist mir nicht egal.« Ich hatte bloß keine Lust mehr, mit ihm ins Bett zu gehen. Das war alles. Und da war diese neue Kundin, die ihn ziemlich angebaggert hatte.
   »Aber in einer bestimmten Hinsicht ja wohl doch, oder wie nennst (...)

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