Olaf Hauke

Romantik & tiefe Gefühle

Image

EXPLORE bookshouse

HOMEPAGE
Offizielle Homepage des Verlags.

E-BOOK-DEALS
E-Book-Schnäppchen ab 99 Cent.

DER ERSTE SATZ
Votings für den ersten Satz im Roman.

WAS LESE ICH GLEICH?
(Liebes-)Romanauswahl einmal anders!

bookshouse BLOGGING
Unsere Bloggerseite.

Weitere bookshouse Autor(inn)en

Magische Reize

Image

Auf der Suche nach ihren Träumen schleppt sich die Studentin Vanessa von einem Job zum nächsten. Nichts scheint ihr wirklich zu liegen. Als sie jedoch das erste Mal auf der Bühne einen Zauberer sieht, ist sie maßlos von sich überrascht. Sie durchschaut beinahe jeden Trick des Magiers und setzt nun alles daran, einen Job als Assistentin zu erhalten. Unerwartete Hilfe erhält sie dabei von dem attraktiven Silvio, der ihr fortan nicht mehr aus dem Kopf geht. Mit der Zeit bemerkt Vanessa, dass sie über magische Hände verfügt, die die perfekte Illusionen schaffen können und anscheinend viele Jahre darauf gewartet haben, ihre Bestimmung zu finden. Als ihr Mentor überraschend stirbt, soll sie die Show übernehmen. Silvio steht Vanessa zur Seite, doch andere wollen sie nicht auf der Bühne sehen. Ein dramatischer Kampf um ihre Liebe und ihr Leben beginnt, als die Gondel, in der sie eingeschlossen ist, zu brennen beginnt und kein Trick der Welt ihr mehr helfen kann.

Shoppen bei: Amazon iTunes Thalia Tolino
  • Olaf
    Hauke
    E-Book: 2.99 €
    Taschenbuch: 12.99 €
  • Olaf Hauke
    Magische Reize
  • Magische Reize
    Olaf Hauke

Vita

Olaf Hauke

Olaf Hauke, geboren 1965, ist studierter Betriebswirt und arbeitet in der Verwaltung. Er schrieb zunächst Krimis, für die er mit dem Förderpreis der Stadt Seelze ausgezeichnet wurde. Mittlerweile handeln seine Erzählungen jedoch von Schicksalen und Gefühlen, menschlichen Beziehungen, Romantik und Sehnsucht. Eine Kritik bezeichnete seine Geschichten als „Krimis der Herzen“. Einige seiner Bücher sind auch bei Carlsen erhältlich, unter anderem die bekannteste Erzählung „Sommer der Träume“. Olaf Hauke lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in Göttingen.

Weitere Bücher aus diesem Genre

Leseprobe

Kapitel 1

»Wenn es dir nichts ausmacht, könntest du nachher noch die Blumen gießen, ehe du gehst?«
   Vanessa hörte die Stimme von Frau Gerhardt, während sie, über die Toilettenschüssel gebeugt, sich bemühte, die Flecken von der Plastikbrille zu entfernen. Wobei sie jeden Gedanken daran verdrängte, aus was diese Flecken im Einzelnen bestanden. Sie legte die Klobürste beiseite und drehte sich um. Frau Gerhardt hörte nicht mehr besonders gut, sie musste deutlich sprechen und sich in die richtige Richtung drehen. »Mache ich gern, kein Problem«, rief sie.
   Die Antwort kam prompt. »Was? Warum ist das ein Problem?«
   Mit einem Aufseufzen ging Vanessa ins Wohnzimmer.
   Frau Gerhardt saß inmitten einer riesigen Sammlung von Stofftieren auf ihrem Sofa und sah Vanessa irritiert an. »Nein, das ist kein Problem«, wiederholte sie mit einem milden Lächeln. »Ich kümmere mich gleich darum.«
   Frau Gerhardt nickte zufrieden und drückte sich wieder ein wenig tiefer in den Berg ihrer Stofftiere. Sie vertiefte sich in ihre Zeitschrift, die reißerisch die neusten Dramen in den Königshäusern der Welt ankündigte. Seit ihrem Schlaganfall konnte sie sich nur noch sehr eingeschränkt bewegen. Vanessa kam zweimal die Woche zu ihr, um die groben Arbeiten im Haushalt zu verrichten, die Toilette und die Dusche zu putzen, Staub zu wischen, aufzuräumen und Besorgungen zu erledigen. Die Arbeit war ziemlich anstrengend, aber Frau Gerhardt war eine freundliche Frau und zahlte einen überaus großzügigen Stundenlohn.
   Sie nahm wieder die Bürste zur Hand und schrubbte die Innenseite der Toilette. Ein scharfer Geruch nach Zitrone drang in ihre Nase. Seit vier Monaten arbeitete sie nun hier. Sie hatte noch zwei andere Stellen, mit denen sie sich finanziell über Wasser hielt. Offiziell galt sie zwar nach wie vor als Studentin, aber von der Universität hatte sie sich schon längst verabschiedet. Vielleicht war sie einfach nicht zur Germanistin geboren. Sie und die Universität hatten sich kennengelernt und festgestellt, dass sie nicht füreinander geschaffen waren. So einfach war es — und so kompliziert. Denn Vanessa fehlte eine zündende Idee, was sie aus ihrem Leben machen wollte. Dabei war sie bestimmt nicht faul, immerhin ging sie, wenn sie alle Arbeitsstellen zusammenzählte, fast dreißig Stunden die Woche putzen. An den meisten Abenden war sie derart erledigt, dass sie vor dem Fernseher einschlief. Und das mit sechsundzwanzig Jahren. Was würde aus ihr erst werden, wenn sie fünfzig war? Ein wenig resigniert zog sie die Spülung der Toilette.
   Mit einem Aufseufzen beobachtete sie, wie der weiße Schaum am Becken entlangperlte, einzelne Blasen zerplatzten und als Flüssigkeit nach unten sickerten. Sie nahm ein Tuch und wischte die Fliesen, bis sie sich im Sonnenlicht spiegelten, das durch das offene Fenster schien.
   Was würden ihre Eltern sagen, wenn sie sie hier mit den Joggingklamotten und den grünen Gummihandschuhen sehen würden? Vermutlich würden sie ziemlich schnell übereinkommen, dass sie es schon immer geahnt hätten. Was hatte ihr Vater immer so schön und plastisch gesagt? Jeder bekommt, was er verdient. Plötzlich überfiel sie das Bild, wie sie mit ihrer Schwester und ihren Eltern immer sonntags am Kaffeetisch gesessen hatte. Vater am Kopfende, ein Stück Kuchen auf dem Teller, der seine Kinder musterte. Wobei dieser Mann nicht ihr leiblicher Vater war, der war kurz nach ihrer Geburt gestorben. Mutter hatte einige Jahre später erneut geheiratet, so hatte Vanessa Schwester und Vater bekommen und war zum ungeliebten Kind geworden, das sich stets um Anerkennung bemühte, sie jedoch nie wirklich erhielt. Und nun schrubbte dieses ungeliebte Kind Toiletten bei fremden Leuten. Vater hatte mit seiner Einschätzung offenbar nicht ganz danebengelegen.
   Er hatte den Kuchen immer eigenhändig aufgeteilt, und immer hatte ihre Schwester das größere Stück bekommen. Oder war dies nur ihrer kindlichen Einbildung entsprungen? Heute konnte sie es nicht mehr sagen. Jeder bekommt, was er verdient. Doch die Szene stand ihr so deutlich vor Augen, sie meinte, sogar den Kaffee zu riechen.
   Im selben Moment begriff sie, dass es keine Einbildung war, es roch tatsächlich nach Kaffee. Frau Gerhardt war in die Küche gehumpelt und hatte die (...)

Mehr Leseempfehlungen