Anke Höhl-Kayser

Fantasyromane

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Der Zeitwandler - Restart

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Dennis hat genug von London, bevor die Klassenfahrt dorthin richtig gestartet ist. Kotzen im Reisebus, mobbende Klassenkameraden und eine nörgelnde Lehrerin. Aber schlimmer geht immer: Plötzlich verfolgen ihn unheimliche Schattengestalten und er hat Visionen des mittelalterlichen Kriegerkönigs Edward I., der ihn Wulfric nennt und ihn anfleht, seine Tochter zu retten. Selbst die Zeit scheint sich gegen Dennis verschworen zu haben. Sie stoppt, und wenn sie weiterläuft, hat sich alles verändert. Auf einmal ist auch noch sein englischer Gastvater ein gesuchter Mörder und entführt Dennis zum Tower of London. Ein höllischer Trip durch Vergangenheit und Zukunft beginnt. Restart – nichts ist für die Ewigkeit!

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Vita

Anke Höhl-Kayser

Anke Höhl-Kayser ist nicht nur 1962 in Wuppertal geboren, sondern lebt auch gern dort. Studiert hat sie trotzdem an der Ruhr-Universität Bochum, und zwar Literaturwissenschaften. Im Jahr 2009 machte sie wahr, was ihre beiden Kinder und ihr Mann schon lange befürchtet hatten, und ist seitdem als Autorin und freie Lektorin tätig. Sie schreibt Fantasy und SF für alle Altersstufen, Kurzgeschichten und Lyrik. Inzwischen hat sie zehn Bücher veröffentlicht (darunter eine heitere Hommage an Wuppertal, gemeinsam mit Torsten Buchheit und Annette Hillringhaus), und ihre Kurzgeschichten und Gedichte sind in zahlreichen Anthologien erschienen, einige davon mit Preisen ausgezeichnet. Im Dezember 2015 gewann ihre Kurzgeschichte „Seelenfeuer“ den Drachenstern-Fantastikpreis.

Leseprobe

Vergangenheit
Ein Anfang. Ein Ende.



7. Juli 1028

Moire ließ den Kopf auf das Strohlager zurückfallen. Die Krämpfe wurden schwächer. Sie nahm das nachlässig gebündelte Reet des Hüttendachs über sich wahr, das von Holzbalken gestützt wurde. Der Rauchabzug über der kalten Feuerstelle gab den Blick auf den Sternenhimmel frei.
   Ein über ein Brett gespanntes, mottenzerfressenes Kuhfell trennte ihr Lager vom Rest der Hütte. Dreogan hatte das Fell irgendwo aufgetrieben, damit sie Ruhe hatte.
   Der Nachtwind war kühl und trocknete den Schweiß auf ihrer Stirn. Sie atmete tief die duftende Sommerluft ein. Moire hatte es geschafft. Sie würde leben. Es war nicht viel leichter gewesen als bei den ersten beiden Malen, aber sie war stark.
   Sie richtete sich schwerfällig auf dem Strohlager auf und legte sich das Neugeborene an die Brust. Sie lauschte in die Stille nach dem verebbenden Geschrei und hörte das kräftige Schmatzen des Kindes. Stolz und Triumph durchfluteten sie, auf diese gotteslästerlichen Gefühle folgte augenblicklich heiße Scham. Mit der freien Hand zeichnete sie ein Kreuz auf ihren Oberkörper, das den Säugling einschloss. »Danke, Herr, danke!«
   Wieder der Triumph, kaum zu unterdrücken. Moire ließ den Gefühlen freien Lauf. Gott war gütig, er würde ihre Schwäche in dieser Stunde verzeihen.
   Lag irgendwo wohl eine Frau, die gerade ein Kind geboren hatte und wie sie am Leben geblieben war? Eine Frau, die wie sie weiterleben würde, um vielleicht eines Tages zu sehen, wie ihre Söhne die Not des Alltags mit ihr teilten?
   Ein Bild erschien vor ihren Augen. Was war das?
   Sie sah eine andere Frau – blond, rundlich, mit schwellenden, bloßen Brüsten. Nicht auf Stroh, sondern in einem Holzbett, in einem großen Zimmer mit gemauerten Wänden.
   Eine Vision! Moire schauderte und versuchte, die Bilder fortzublinzeln, aber sie blieben. Der Frau wurde ein Sohn an die Brust gelegt. Moire schaute, zugleich verängstigt und fasziniert.
   »Zur gleichen Zeit wie du hat eine Mätresse namens Herleva in der Normandie einen Sohn zur Welt gebracht«, sagte eine Stimme in Moires Kopf. »Er wird England von den Dänen befreien und über das Königreich herrschen. William, genannt the Bastard. Er wird zu William the Conqueror werden.«
   Moire lauschte dem Klang der Stimme nach. Ein Unterton schwang darin mit, der ihr vertraut vorkam.
   »Du weißt es nicht, und du wirst es niemals erleben«, fuhr die Stimme fort. »Auch dein Sohn wird in einer fernen Zukunft über England herrschen. Man wird ihn den Rabenkönig nennen.«
   »Wird er mich stolz machen?«
   »Wenn er sich entschieden hat, wer er sein will.«
   Das Bild war fort. Die Stimme verstummte. Moire runzelte die Stirn und betrachtete jenes winzige rotgesichtige Ding mit seinen für einen Neugeborenen seltsam bernsteinfarbenen Augen, dem struppigen Haarschopf und der Stupsnase.
   Das fehlte noch, dass sie Stimmen hörte, die ihr solche Dinge erzählten!
   Sie kniff sich in die Wange. Genug jetzt mit Traumbildern und dummem Gerede, mit dem beschämenden Stolz! Gott war gütig, aber seine Geduld war nicht unendlich. Sie wollte nicht seinen Zorn auf ihre Familie herabbeschwören. Moire bekreuzigte sich erneut und betete ein Vaterunser. »Du hast uns gesegnet, Herr«, murmelte sie.
   Die beiden älteren Söhne hatten das jüngste Kindesalter schon hinter sich gelassen und lebten immer noch. Ein Wunder. So Gott wollte, würde auch dieser Sohn heranwachsen.
   Dreogan beugte sich über das Lager, er hatte mit ihr gewacht, war bleich und übernächtigt. Sie sah die Lachfältchen um seine Augen und empfand einen Glücksmoment. Moire hatte Dreogan geheiratet, obwohl sie um seine Gebrechen wusste. Die linke Hand und sein rechtes Bein waren lahm, er konnte trotz seiner zweiundzwanzig Winter nur unregelmäßig arbeiten. Die Menschen verachteten ihn, aber er war ein guter Mann, sanft und freundlich, er hatte sie noch nie geschlagen.
   Seine Familie bedeutete ihm alles. Er stellte seine Bedürfnisse stets hinter sie zurück. War nicht ausreichend Essen da, gab er seine Bissen (...)

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