Anke Höhl-Kayser

Fantasyromane

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Mondlicht in deinen Augen

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Als die Wuppertaler Studentin Jenny ein Skelett in einem Holzsarg findet, beginnt ein Albtraum: Sie wird von einer Geistererscheinung heimgesucht, die zu real ist, um sie als Traum abtun zu können. Ein mysteriöser Mann namens Gero entführt sie nach Rügen – ins Jahr 2062. In der Zukunft ist der letzte Kampf der Menschheit angebrochen. Die Überlebenden stellen sich gegen die Flammenwächter, eine neu entwickelte menschliche Spezies mit paranormalen Fähigkeiten. Jenny erkennt, dass der attraktive Gero sie für seine Zwecke missbraucht, doch kann sie sich noch länger seiner Faszination entziehen? Jennys Freunde Tom und Cara überwinden die Zeitbarriere, um sie zu retten – aber Jenny ist inzwischen zu einer Flammenwächterin geworden, und der Krieg ist in vollem Gange …

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Vita

Anke Höhl-Kayser

Anke Höhl-Kayser ist nicht nur 1962 in Wuppertal geboren, sondern lebt auch gern dort. Studiert hat sie trotzdem an der Ruhr-Universität Bochum, und zwar Literaturwissenschaften. Im Jahr 2009 machte sie wahr, was ihre beiden Kinder und ihr Mann schon lange befürchtet hatten, und ist seitdem als Autorin und freie Lektorin tätig. Sie schreibt Fantasy und SF für alle Altersstufen, Kurzgeschichten und Lyrik. Inzwischen hat sie zehn Bücher veröffentlicht (darunter eine heitere Hommage an Wuppertal, gemeinsam mit Torsten Buchheit und Annette Hillringhaus), und ihre Kurzgeschichten und Gedichte sind in zahlreichen Anthologien erschienen, einige davon mit Preisen ausgezeichnet. Im Dezember 2015 gewann ihre Kurzgeschichte „Seelenfeuer“ den Drachenstern-Fantastikpreis.

Leseprobe

Kapitel 1
25. August 2016

Der schwere Körper des Hundes pendelte zwischen ihnen.
   Jennys Arme zitterten, ihre Schulterblätter schmerzten, sie hatte das Gefühl, ihre Gelenke würden auseinandergerissen.
   Um sich abzulenken, ließ sie den Blick über die Stadt zu ihren Füßen schweifen. Der Wuppertaler Stadtteil Barmen breitete sich in der Morgendämmerung unter ihnen aus. Jenny sah vereinzelte Lichter. Das Waldgebiet auf der Hardt erhob sich wie ein samtener Saum, das Klinikum war trotz der Uhrzeit hell beleuchtet. Das Schwebebahngerüst wand sich wie ein dunkler Lindwurm durch das Tal.
   Der Schmerz riss sie aus ihren Betrachtungen.
   Niemals war Keno so schwer gewesen wie jetzt, nicht einmal zum Schluss, als er ohne Hilfe nicht mehr auf die Ladefläche des Kombi springen konnte.
   Sie fühlte eine Träne die Wange hinunterrollen. Wann würde das aufhören? Sie hatte geglaubt, in der vergangenen Nacht genug für eine halbe Ewigkeit geweint zu haben. Keno hatte sie fünfzehn Jahre ihres Lebens begleitet, ein biblisches Alter für einen Berner Sennenhund, von tollpatschigen Welpenbeinen an, als Jenny zehn Jahre alt gewesen war. Er war weit mehr als ein Spielkamerad, er war ihr engster Vertrauter, ein pelziger Bruder gewesen.
   Er hatte ihr stets ernst und aufmerksam zugehört, wenn sie von Erfolgen und Misserfolgen berichtete, von Kummer und Glück. An ihm konnte sie erkennen, ob ein neuer Mensch in ihrem Leben gut für sie war oder nicht: Wen er bewedelte und freudig willkommen hieß, der würde sie in Zukunft nicht enttäuschen. Von denen, die er misstrauisch beäugte, ließ sie später, klug geworden, die Finger.
   Als sie Tom vor sechs Jahren kennengelernt hatte, war Keno aus dem Häuschen gewesen. Vielleicht interpretierte Jenny ja zu viel in Kenos Gedankenwelt, aber manchmal hatte sie den Eindruck, der Hund wäre enttäuscht, dass aus der engen Freundschaft nicht mehr wurde.
   Und nun war Keno tot.
   Fort, irgendwo hingegangen, wohin Jenny ihm nicht folgen konnte – wo er vielleicht auf sie wartete, wo sie ihn eines Tages finden würde, aber noch nicht. Jetzt musste sie ohne ihn sein, für den Rest ihres Lebens, und der Gedanke war groß und schwer wie ein Felsbrocken in ihrem Herzen.
   »Süße, es ist alles gut«, brachte Tom schwer atmend hervor.
   Anscheinend weinte sie schon wieder, ohne dass es ihr bewusst war. Jenny war so froh, dass Tom da war. Er hatte ganz selbstverständlich seine Hilfe angeboten, und als er ihr beim Nachhausekommen die Wohnungstür öffnete, groß und breitschultrig und mit feucht schimmernden dunkelbraunen Augen, hatte sie nicht anders gekonnt, als sich in seine Arme zu werfen. Seine Fürsorge umhüllte sie wie ein wärmender Mantel. Wer immer sagte, eine reine Freundschaft zwischen Männern und Frauen sei unmöglich, der kannte sie und Tom nicht. Jenny hatte keine beste Freundin, sondern einen besten Freund. Sie hatten in dieser Zeit beide zwei Partnerschaften gehabt, die zerbrochen waren, aber ihrer gegenseitigen Zuneigung konnte nichts etwas anhaben. Als Konsequenz waren sie vor zwei Jahren in eine gemeinsame WG mit zwei weiteren Kommilitonen gezogen, in eine Jugendstilvilla in Unterbarmen.
   »Es gibt nichts Gutes, außer, dass du hier bist.« Jenny schniefte. »Ich wüsste nicht, wie ich das ohne dich schaffen sollte.« Ihre Muskeln schrien nach einer Pause, aber sie würde Keno hier nicht in den Matsch legen, und wenn sie sich die Gelenke auskugelte.
   »Wir sind fast da«, murmelte Tom und zog die Decke, in der der tote Hund lag, ein Stück nach oben, sodass sie Jenny beinah aus der schweißnassen Hand rutschte.
   Jenny richtete den Blick von Kenos starrem Körper auf ihre Umgebung. Tom hatte recht, sie waren beinah ganz oben. Wuppertal war die grünste Großstadt Deutschlands. Jenny kannte jeden einzelnen der Wälder in der Stadt und der näheren Umgebung. Sie verband mit ihnen Erinnerungen an endlose Spaziergänge mit Keno, zu jeder Jahreszeit, bei jedem Wetter. Der Kothener Busch, in dem Keno nun seine letzte Ruhe finden würde, war ihr der liebste, mit seinen samtig bewaldeten Hängen, dem Bachlauf und den steilen Anstiegen.
   Sie konnte sich nicht vorstellen, wie es sein würde, die Wege (...)

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