Adrian Canis

Krimis & Thriller

Image

EXPLORE bookshouse

HOMEPAGE
Offizielle Homepage des Verlags.

E-BOOK-DEALS
E-Book-Schnäppchen ab 99 Cent.

DER ERSTE SATZ
Votings für den ersten Satz im Roman.

WAS LESE ICH GLEICH?
(Liebes-)Romanauswahl einmal anders!

bookshouse BLOGGING
Unsere Bloggerseite.

Weitere bookshouse Autor(inn)en

Das Erbe des Schattenkaisers

Image

Seit Monaten fallen immer mehr Menschen in China einer Art Seuche zum Opfer, die sie halb tot, halb lebendig zurücklässt. Ein westliches Wissenschaftlerteam stellt sich der Herausforderung, das Phänomen aufzuklären, und wird dabei im modernen China mit chinesischem Aberglauben und einem Intrigenspiel konfrontiert, das bis in die Ming-Dynastie zurückreicht. Als sich bei den Wissenschaftlern erste Anzeichen der Krankheit zeigen, beginnt ein Wettlauf um die Lösung des Rätsels, der die Forscher bis tief in die gelben Berge führt ...

Shoppen bei: Amazon iTunes Thalia Tolino
  • Adrian
    Canis
    E-Book: 4.99 €
    Taschenbuch: 12.99 €
  • Adrian Canis
    Das Erbe des Schattenkaisers
  • Das Erbe des Schattenkaisers
    Adrian Canis

Vita

Adrian Canis

Adrian Canis hat in München Biologie studiert und arbeitet seither in der biomedizinischen Forschung und Entwicklung. Wenn er nicht gerade Fachartikel verfasst oder Projekte betreut, schreibt er am liebsten Thriller und Kurzgeschichten. Forschungsreisen und Expeditionen in teils entlegene Winkel der Welt sowie aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse inspirieren ihn zu Thrillern um Wissenschaft und Verschwörungen, die sich erschreckend nah an der Realität bewegen.

Leseprobe

Kapitel 1
Nanjing, China, im Jahr 1407

Palast des Kaisers Yongle

Das Mondlicht tauchte den Innenhof der verbotenen Stadt in ein fahles, gespenstisches Licht. Dushang lief zur Dienststube der Palastwache, so schnell er konnte. Als kaiserliche Wache war es seine Pflicht, seinen Kommandanten unverzüglich über alle ungewöhnlichen Vorkommnisse zu informieren. Völlig außer Atem trat er vor den Hauptmann der Wache.
   »Etwas Seltsames geht unter den Gemächern des Kaisers vor sich«, brach es aus Dushang hervor. »Ich hörte Geräusche wie ein Schaben oder Kratzen, aber konnte zuerst nicht feststellen, woher sie kamen. Dann legte ich mein Ohr auf den Boden und hörte, dass sie aus dem Erdreich neben den Räumen des Kaisers kamen.«
   »Aus dem Erdreich?«, fragte der Hauptmann und machte einen Schritt auf Dushang zu. Er schnupperte an dessen Atem. »Du hast doch nicht wieder getrunken, oder? Der billige Fusel, der manchmal in die verbotene Stadt geschmuggelt wird, macht blind und taub.«
   Dushang begann zu zittern. »Niemals, mein Kommandant.« Er machte einen Schritt rückwärts. »Bitte glaubt mir«, flehte er.
   »Na gut«, seufzte der Hauptmann und rief drei Soldaten aus der Wachstube zu sich. »Lasst uns prüfen, was an der Geschichte dran ist. Wenn das ein Fehlalarm ist, reduziere ich deinen Sold um die Hälfte.«
   Sie liefen durch den Innenhof und zwei Torbögen, die direkt zu den Gemächern des Kaisers führten. Dushang deutete auf das Gebäude, vor dem er zuvor die Geräusche vernommen hatte. Er wusste, dass seine Geschichte unglaublich klang. Schließlich war die gesamte verbotene Stadt so weitläufig abgeriegelt, dass nichts und niemand ohne Kontrolle hinaus- oder hineingelangen konnte. Er wusste aber auch, was er gehört hatte.
   Dushang, der Hauptmann und die drei Soldaten verharrten regungslos wenige Meter vor dem Eingang zu des Kaisers Privatgemächern. Nur ihr Atem war zu hören.
   Dann hörten sie es. Ein Knarzen wie von Dielenbrettern, die verbogen wurden. Der Hauptmann legte seine Hand auf die Außenwand des Gebäudes. »Vibrationen«, murmelte er. »Wir müssen in die Gemächer hinein. Rasch!«
   »Hinein?«, fragte Dushang. »Wenn wir uns irren, dann ist unser Leben verwirkt.«
   Der Hauptmann rannte los. »Meines ist es ohnehin«, rief er. »Mir nach!«
   Sie alle stürmten in die Gemächer des Kaisers und blieben in der geöffneten Flügeltür stehen. Dushangs Nackenhaare stellten sich auf. Es bot sich ihnen ein groteskes Bild. Das Mondlicht warf Streifen in das Schlafgemach des Kaisers. Dieser lag, selig schlafend, in seinem Bett. Über ihn beugte sich eine Gestalt, die wie eine kaiserliche Palastwache gekleidet war, jedoch kaum etwas Menschliches an sich hatte. Selbst im Zwielicht waren die strähnigen weißen Haare und die eingefallen Gesichtszüge zu erkennen. Auf der Stirn und den Wangen eiterten Geschwüre. Die Arme des Angreifers streckten sich steif und ungelenk nach dem Kaiser aus, um dessen Hals im Schlaf zu packen.
   Dushang und dem Hauptmann entfuhr ein Schrei, als sie sich von ihrem Schock erholt hatten. Die Gestalt hielt inne und drehte den Kopf langsam zu ihnen. Dushang sah in zwei milchig trübe Augen und einen Mund voller spitzer Zähne.
   Der Hauptmann packte seinen Speer und rannte mit einem Kampfschrei auf das Bett des Kaisers zu, während Dushang noch starr vor Angst in der Tür stand und zum Bett des Herrschers starrte. Er hörte ein Knacken rechts neben sich, und erst jetzt fiel ihm auf, dass im Boden der kaiserlichen Gemächer ein Loch in den Dielen klaffte. Aus dieser Öffnung sprang eine weitere Gestalt heraus, die ebenso fahle Augen, schütteres Haar und spitze Zähne hatte wie die erste. Es wirkte beinahe, als wäre der Angreifer wie eine Marionette an Fäden aus dem Versteck unter dem Schlafgemach gezogen worden. Eine weitere folgte, die sich, wie die beiden ersten, unbeholfen und mit einem leisen Stöhnen zum Bett des Kaisers bewegte. Ein Rumoren und Rumpeln drang unter dem Boden der kaiserlichen Gemächer hervor und deutete darauf hin, dass diese nicht die Einzigen waren, die dem Palast einen nächtlichen Besuch abstatteten. Dushang roch einen fauligen Geruch, der sich im Raum ausbreitete. Der erste Eindringling hatte seinen Kopf wieder zum Kaiser gedreht, der durch (...)

Mehr Leseempfehlungen