Vanessa Richter

Frauenromane

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Klapperstörche und andere schräge Vögel

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Als wäre es nicht schon schwierig genug gewesen, überhaupt schwanger zu werden, steht Mia Vomhoff zwar endlich mit einem positiven Schwangerschaftstest da, doch ein Happy End ist trotzdem nicht in Sicht. Weil ihre geliebte Stadtwohnung einem Brand zum Opfer fällt, ziehen Mia und ihr Mann Nils zu ihrer Mutter aufs Land. Nur vorübergehend, versteht sich, denn Schweine, Hühner und eine Mutter, deren trockene Art jeden normalen Menschen auf die Palme bringt, will sich ein Stadtweibchen wie Mia nicht länger als nötig zumuten. Die kommenden Monate verbringt sie damit, nach einer neuen Bleibe zu suchen, in Hechelkursen mit ihrem imaginären Bauchnabelpinsel Achten auf den Fußboden zu malen und ihrem Bauch und Doppelkinn beim Wachsen zuzuschauen. Eigentlich hätte sie damit ja genug zu tun, doch dann muss sie sich plötzlich auch noch die Frage stellen, ob Nils sie betrügt. Wem würde da nicht die Fruchtblase platzen?

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    Vanessa Richter

Vita

Vanessa Richter

Vanessa Richter, Jahrgang 1979, studierte Germanistik und Anglistik und versucht seitdem, mehr oder weniger begeisterungsfähigen pubertierenden Halbwüchsigen die Feinheiten der deutschen und englischen Sprache näher zu bringen. Sie lebt mit Kind und Kegel zwischen Ruhrpott und Münsterland.

Leseprobe

Komm raus, du bist umzingelt

Hier lag ich und versuchte, eine Wassermelone herauszupressen. Ich verfluchte innerlich jede Frau, die im Duzi-Duzi-Tonfall mit einem Strahlen in den Augen vom Wunder der Geburt berichtet hatte. Was sollte überhaupt dieses Gerede, Babys seien klein und zart? In Anbetracht der Schmerzen, die ich erlitt, konnten diese Attribute auf das Kind, das soeben probierte, Kopf voran meinen Körper zu verlassen, unmöglich zutreffen. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass ich bereits seit zwei Stunden im Krankenhaus war. Wo zum Teufel steckte der betrügerische Mistkerl von Ehemann, der mir das alles eingebrockt hatte?
   »Schätzchen, du darfst nicht verkrampfen. Immer schön mit den Wehen atmen.«
   Die Beleidigungen, die ich der zutraulichen Hebamme an meinem Fußende in diesem Moment gern entgegenschmettern wollte, konnte ich nicht in Worte fassen. Ja, ich wollte ein Kind und mir war bewusst, dass eine Geburt mit Schmerzen verbunden war … theoretisch! Praktisch wünschte ich mir in diesem Augenblick, zur obersten Liga der Hollywoodstars zu gehören und einen Martini schlürfend, entspannt einer Leihmutter beim Gebären meines Kindes zuzuschauen.
   Apropos Mutter! Bevor ich noch einen Tag länger mit ihr unter einem Dach wohnte, zog ich lieber mit Sack und Pack ins Krankenhaus. Betten gab es hier immerhin zur Genüge.
   »Aaargh!«
   »Du tönst ganz fantastisch, Schätzchen. Lass uns an deinem Schmerz teilhaben. Treibe dein Kind auf den Wellen der Wehen hinaus in die Welt.«
   Bis eben hielt ich diesen Raum für einen Kreißsaal, inzwischen zweifelte ich, ob ich nicht versehentlich an einem Meditationskurs teilnahm. Und außerdem: Ich tönte nicht, ich zelebrierte einen ausgewachsenen Nervenzusammenbruch!
   Wie war ich eigentlich hier gelandet?




SCHWANGER WERDEN IST NICHT SCHWER?
Von zweien, die auszogen, ein Kind zu zeugen




Vorspiel

Ich erinnere mich lebhaft an den Tag, an dem Mutter meine kleine Schwester Molly und mich aufklärte. Wir saßen in der Badewanne, während sie uns die Anatomie der Frau anhand unserer Körper erläuterte. Es wäre um einiges leichter gewesen, anschließend ebenso anschaulich zu verdeutlichen, wo die Babys herkamen, wenn eine von uns ein Junge gewesen wäre. Wir nackten Mädchen boten zunächst nur ein sehr einseitiges Bild bei der Darstellung dessen, was Mann und Frau zur Fortpflanzung benötigten. Zu allem Überfluss fehlte in unserer Familie nicht bloß ein Bruder, sondern auch ein Vater. Praktisch schon so lange, dass uns gar nicht klar war, dass die Väter unserer Freundinnen durchaus noch andere Aufgaben hatten, als die Brötchen zu verdienen und zu schimpfen, wenn sich die Kinderzimmer wieder Messie ähnlichen Zuständen näherten.
   Dafür schaffte unsere Mutter es erstaunlich gut, ihre neugierigen Töchter weitestgehend jugendfrei in die Notwendigkeit des Liebesaktes einzuführen, ohne dabei auf die Raffinessen einzugehen. So saßen wir schließlich mit rauchenden Köpfen im kalten Badewasser, aber wir fühlten uns gerüstet, um am nächsten Tag die Kinder im Kindergarten ausführlich über die Funktion eines Penis zu informieren. Die Erzieherinnen und insbesondere die anderen Mütter waren darüber not amused. Die 70er Jahre zeigten sich weit weniger aufgeklärt und emanzipiert, als man gemeinhin denkt.
   Gute dreißig Jahre später – ich hatte mich inzwischen mehr als ausgiebig davon überzeugt, dass ein Mann und sein Penis durchaus noch andere Qualitäten aufwiesen – wurde das Thema plötzlich wieder aktuell. Ich wollte ein Kind und in Erinnerung an meine Jahre andauernde Aufklärung durch Mutter, Dr. Sommer und meine reichhaltigen Erfahrungen war ich der Meinung: Nichts leichter als das!

Denkste!

Tausendmal probiert

Der Dielenboden unter meinen Füßen knarzte, als ich die Küche betrat. Nils blieb bei meinem Anblick fast das Müsli im Hals stecken. Mein zerknautschter Gesichtsausdruck sprach offensichtlich Bände.
   »Wieder nichts?«
   »Hmpf!«
   An meinem fünfunddreißigsten Geburtstag hatten Nils und ich feierlich beschlossen, dass das Lotterleben ein Ende haben sollte und wir uns der Herausforderung (...)

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