Vanessa Richter

Frauenromane

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Om, es ist nur eine Phase

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Anderen Lebewesen am Hinterteil riechen? Das machen doch nur Hunde! Und Eltern! Mia lernt nach der Geburt ihres Sohnes, dass ihr Plan, das Leben mit Kind auf gar keinen Fall kompliziert werden zu lassen, nur eine schöne Illusion war. Und das liegt nicht nur an dauerhaft schlaflosen Nächten, ausgeprägter Stilldemenz und der Tatsache, dass die kinderlosen Freunde die Nase rümpfen, wenn die Beschaffenheit von Windelinhalten zum abendfüllenden Gesprächsthema wird. Vielmehr kämpft Mia damit, ihrer Mutter den offensichtlichen Heiratsschwindler als neuen Lebensgefährten auszureden und ganz nebenbei möglichst spielend zehn bis zwanzig Kilo Schwangerschaftsspeck zu verlieren. Da sag noch mal jemand, Mütter hätten nichts zu tun!

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    Vanessa Richter

Vita

Vanessa Richter

Vanessa Richter, Jahrgang 1979, studierte Germanistik und Anglistik und versucht seitdem, mehr oder weniger begeisterungsfähigen pubertierenden Halbwüchsigen die Feinheiten der deutschen und englischen Sprache näher zu bringen. Sie lebt mit Kind und Kegel zwischen Ruhrpott und Münsterland.

Leseprobe

ERSTER MONAT
VIERZIG WOCHEN VORBEREITUNG FÜR DIE KATZ!




Der Nabel der Welt


Ich war zum Kleiderständer degradiert worden. Mein Leben als Mutter hatte gerade erst begonnen und meine einzige Aufgabe bestand darin, unter einem Stapel von Jacken und Mänteln keinen qualvollen Erstickungstod zu erleiden. Während ich versuchte, meine Hände freizukämpfen, stand eine undefinierbare Masse von Besuchern um das Bett meines Sohnes herum und gab quietschende und gurrende Laute des Entzückens von sich.
   Wieder ging die Tür meines Krankenhauszimmers auf. Zwischen einem dicken Wollschal und einem groben Strickmantel hindurch sah ich meine Mutter den Raum betreten.
   »Jetzt macht mal alle Platz. Ich bin schließlich die Oma.« Auftritt Hausdrache!
   Sie zog ihren Parka aus und warf ihn zu all den anderen Kleidungsstücken auf mein Bett, genauer gesagt auf mich. Er roch ziemlich streng nach Schwein, was kein Wunder war, denn meine Mutter lebte mit allerlei ländlichem Getier mitten in der tiefsten Einöde.
   Meine Kindheit an diesem Ort hatte mich so nachhaltig geprägt, dass ich mit Anfang zwanzig Landflucht begangen hatte und seitdem glücklich als kosmopolitisches Stadtweibchen lebte. Gerade eben hatten Nils und ich ein neues Haus in bester Lage gefunden, das ich möbliert allerdings noch nicht kannte. Vor unserem Umzug war mir schlichtweg eine Geburt dazwischen geraten. Fruchtblasen platzten bekanntlich zu den ungünstigsten Gelegenheiten. An Supermarktkassen, bei geburtsfördernden Sexeinlagen, in Straßenbahnen oder über dem handgeknüpften Perserteppich der Schwiegermutter. Ein Glück, dass meine – fast schon unspektakulär – auf Mutters Hof kurz vor unserem Umzug das Zeitliche gesegnet hatte. Die Fruchtblase, nicht die Schwiegermutter. Letztere lebte erfreulicherweise weit weg in ihrem mallorquinischen Rentnerparadies und stellte keine akute Bedrohung für mein Nervenkostüm dar.
   »Mia, rück gefälligst rüber, siehst du nicht, dass ich mich setzen will?«
   Schade, dass Mutter sich nicht auch in unser siebzehntes Bundesland absetzen wollte. Seufzend gab ich eine Ecke meines Bettes frei, was unter der Last der vielen Jacken gar nicht so einfach war. Dass ich als frischgebackene Mutter eigentlich diejenige war, die ein gebührendes Maß an Aufmerksamkeit und ansonsten absolute Ruhe brauchte, darüber musste ich mit dieser Frau nicht diskutieren. So viel hatte ich in meinen sechsunddreißig Lebensjahren gelernt.
   »Wann gibt es Mittagessen?« Mutter reckte den Hals und griff sich schließlich die Menükarte von meinem Nachttisch.
   »Au ja, ich könnte auch etwas vertragen.« Meine Schwester Molly löste sich aus dem Besucherklumpen, der immer noch meinen kleinen Felix bewunderte, und lehnte sich ans Fußende des Bettes. Sie schnappte sich die Karte, zog nach kurzer Studie derselben die Nase kraus und schüttelte missbilligend ihren blonden Schopf. »Die vegetarische Alternative ist Spaghetti mit Tomatensoße. Wie originell.«
   »Bio-Dinkelnudeln mit veganer Tofu-Bolognese waren leider aus!« Ich rollte mit den Augen. Molly war nicht bloß Vegetarierin, sie war ein lebendig gewordenes Öko-Siegel.
   »Papperlapapp! Ich nehme sowieso den Schweinebraten«, erklärte Mutter.
   »Das ist ein Krankenhaus, kein Restaurant. Wenn hier jemand etwas zu essen bekommt, dann bin ich es.« Schmollend schob ich meine Unterlippe nach vorn.
   »Du hast doch wohl genug Fettreserven angelegt. Schau dir deine Schwester an. Die Zwillinge sind erst sechs Wochen alt und sie ist bereits wieder rank und schlank. Glaub nicht, das sei möglich, wenn man wie du hemmungslos alles in sich hineinstopft, was einem vorgesetzt wird.«
   Ah! Salz in meine Wunde! Wer hatte eigentlich behauptet, es sei eine wundervolle Erfahrung, parallel mit der eigenen Schwester schwanger zu sein?
   Molly zuckte entschuldigend mit den Schultern, als ob das die Worte unserer Mutter irgendwie schmälern könnte. Das Schlimme war, dass sie tatsächlich aussah, als wäre sie nie schwanger gewesen. Und zu allem Überfluss aß sie entgegen Mutters Behauptung wie ein Scheunendrescher. Ihre Babys hingen an ihren Brüsten wie zwei kleine Milchvampire, sodass sie mit der (...)

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