Dora Joers

Krimis & Thriller

Image

EXPLORE bookshouse

HOMEPAGE
Offizielle Homepage des Verlags.

E-BOOK-DEALS
E-Book-Schnäppchen ab 99 Cent.

DER ERSTE SATZ
Votings für den ersten Satz im Roman.

WAS LESE ICH GLEICH?
(Liebes-)Romanauswahl einmal anders!

bookshouse BLOGGING
Unsere Bloggerseite.

Weitere bookshouse Autor(inn)en

Schattenlicht - Das Erbe

Mit Bedauern hat Susanne Kramer die Abneigung ihrer geliebten Tante Margaret gegen Fred, ihren zukünftigen Ehemann, akzeptieren müssen. Als Margaret zehn Jahre später stirbt, hinterlässt sie Susanne unter den Bedingungen einer perfiden Zusatzklausel ein riesiges Vermögen. Enttäuscht über die einschränkende Nachlassverfügung behält Susanne die Details für sich. Um ihrer kinderlosen Ehe etwas Abwechslung zu bieten, bucht sie für den kommenden Sommerurlaub ein teures Appartement am Meer. Als sie den smarten Michael kennenlernt und sich beeindruckt von seiner äußeren Erscheinung und seinem unwiderstehlichen Charme spontan mit ihm verabredet, ahnt sie nicht, dass dieser unüberlegte Schritt der Weg in die Hölle ist ...

Shoppen bei: Amazon iTunes Thalia Tolino
  • Dora
    Joers
    E-Book: 0.99 €
  • Dora Joers
    Schattenlicht - Das Erbe
  • Schattenlicht - Das Erbe
    Dora Joers

Vita

Dora Joers' große Leidenschaft ist das Lesen und Schreiben. Bereits als Kind war kein Buch vor ihr sicher. Heute bevorzugt sie historische Romane, Krimis, schwarzen Humor, Mysterie und Liebesgeschichten mit einer gehörigen Portion Erotik. In ihren Geschichten und Romanen spiegelt sich all das wider. Seit vielen Jahren lebt sie mit ihrem Mann 70 km entfernt von Berlin auf einem Bauernhof.

  • Image

    Friedhof der Raben

    Sybille begrüßt ihren neuen Wohnsitz auf dem Land als Abwechslung in ihrem Leben, doch das ändert (...)

Leseprobe

Prolog

Es sind die Schatten, die mich begleiten. Die ihre Arme um mich schlingen, die mich halten wie einen guten Freund, mich niemals loslassen und meine Erinnerungen füttern wie ein Baby mit Nahrung. Sie sind es, die das Licht töten und die Luft vergiften, die das Grauen bringen, das mich erfasst, sobald ich zurückeile an den Ort, den ich vergessen muss, den ich löschen will aus meinen Erinnerungen. Und der trotzdem immer präsent ist. Fest verknüpft mit den Ereignissen in meinem Leben, die mich im Schlaf überfallen und mich schreiend erwachen lassen. Es sind die Schatten aus diesem verhängnisvollen Sommer, die vor mir dort sind, die mich locken und mit mir spielen wollen, genau wie damals. Es ist ein gefährliches Spiel – fernab jedermanns Realität, ausgenommen meiner.
   Wenn ich aus dem Südfenster meines Zimmers auf die gepflegte Rasenlandschaft mit den hohen Bäumen und den weiß gestrichenen Bänken unter ihrem grünen Laub blicke, die Männlein und Weiblein darauf sitzen sehe, stumm, verloren vor sich hin starrend, dann weiß ich, dass mein Leben genauso zerstört ist wie ihres. Ich blicke mich um und betrachte den hellen, freundlichen Raum mit den geblümten Sesseln, den weichen Fenstervorhängen, deren sanfte Bewegungen meine Wange streifen. Ich sehe die Strahlen der Sonne, die sich zwischen den Falten verkriechen, in den Schatten eintauchen, bevor sie mir zuzwinkern, übermütig glitzernd, kleinen Kobolden gleich. In diesen Momenten ist mir bewusst, dass es mein Zuhause ist, dass der Sessel, in den ich mich fallen lasse, mir gehört, ebenso wie der Stuhl, auf den ich meine erschöpften Beine lege oder das frisch bezogene Bett in dem Alkoven, verborgen von dem gleichen Stoff, der die Fenster wie ein Gemälde einrahmt. Dann lege ich den Kopf an die hohe Lehne, starre an die Decke und summe die Melodie meines Lieblingsliedes …
   Ich sehe den blauen Himmel über mir und die weißen Wolken, die satt und voll den Horizont bedecken und ins funkelnde Meer wabern, wenn ich den Kopf hebe. Ich fühle den Pudersand, der mir warm und fließend zwischen den Fingern hindurchrinnt, weil meine Hände unruhig graben und ich spüre die Sonne auf meinem bloßen Körper. Heiß und trocken. Plötzlich fällt ein Schatten auf mein Gesicht. Fred steht vor mir und lächelt auf mich herab.
   »Hallo Susanne«, sagt er. Seine Augen sind dunkel, unergründlich.
   Ich spitze die Lippen und schicke ihm einen Kuss hinauf, hoffe vertrauensvoll, dass sich etwas ändern wird in unserer Ehe. Vielleicht in diesem Urlaub und in diesem Sommer, der heiß und trocken ist, wie geschaffen für einen Aufenthalt am Meer. Mit viel Zeit für uns, Zeit, an die wir uns gern erinnern.
   Wirklich? Fest drücken mich die Schatten. Sie wispern mir zu. Ich höre auf zu summen, die Melodie stirbt in meinen Ohren mit Gelächter, laut und schrill. Ich presse die Hände an den Kopf und schließe die Augen. Wie Stachel bohren sich die Erinnerungen in mein Gehirn.

Kapitel 1

Es war Freds Idee gewesen, eine in die Jahre gekommene Beziehung, wie er unsere Ehe spöttisch betitelte, durch ein unvergessliches Erlebnis aufzupeppen, sie sozusagen rundzuerneuern. Dabei lachte er ausgelassen und, wie ich fand, eine Spur zu fröhlich, angesichts des kürzlichen Todesfalls in meiner Familie. Margaret war die Schwester meiner Mutter gewesen, meine stets gut gelaunte, äußerst gesunde Patentante. Die kurze Spanne von der Krebsdiagnose bis hin zu ihrem Tod, in der sie versuchte, mit Unmengen wirkungslosen Heilpräparaten, spirituellem Hokuspokus und unverschämten Arzthonoraren, dem gierigen Sensenmann ein Schnippchen zu schlagen, war für mich der reinste Horror gewesen. Meine Tränen an ihrem Grab waren echt. Ich liebte sie, seit ich denken konnte. Durch ihre unbekümmerte, ausgeglichene Art half sie mir durch die schwierigen Jahre der Pubertät und Jugend. Im Gegensatz zu meinen viel beschäftigten Eltern hatte sie immer Zeit für mich, ihrem Rat und ihrer Erfahrung vertraute ich uneingeschränkt. Nur ein einziges Mal fiel ein Schatten auf unser ungetrübtes Verhältnis. Es war ein grauer kalter Tag im Herbst, als ich beschloss, ihr Fred vorzustellen, den Mann, den ich seit drei Monaten kannte und den ich sehr liebte. Tante Margaret besaß eine große Eigentumswohnung mit einem wundervollen Kamin, der herrliche Wärme verbreitete. Genau das Richtige für diesen (...)

Mehr Leseempfehlungen