Evelyn Barenbrügge

Frauenromane

Image

EXPLORE bookshouse

HOMEPAGE
Offizielle Homepage des Verlags.

E-BOOK-DEALS
E-Book-Schnäppchen ab 99 Cent.

DER ERSTE SATZ
Votings für den ersten Satz im Roman.

WAS LESE ICH GLEICH?
(Liebes-)Romanauswahl einmal anders!

bookshouse BLOGGING
Unsere Bloggerseite.

Weitere bookshouse Autor(inn)en

Tayfun

Image

Der junge Leandro Lovare wächst vor dem Zugriff der Obrigkeit verborgen unter dem Schutz seiner Urgroßmutter in einer Höhle im Bihorgebirge auf. Sie pflanzt die Traditionen und den Freiheitsgedanken tief in sein Zigeunerherz. Nach ihrem Tod begibt er sich auf die Suche nach seiner Familie, kämpft mit aufständischen Rebellen Seite an Seite in Siebenbürgen. Die Hinrichtung seines väterlichen Freundes und Rädelsführers Horea lässt ihn verstummen. Soldaten Maria Theresias ergreifen ihn und nennen ihn aufgrund seiner Schnelligkeit Tayfun. Seine Freiheit ist ihm wichtiger als ein behütetes Leben in einem Waisenhaus, er flieht und gerät in Wien in die Fänge des ehemaligen Soldaten Tom Held, der Straßenkinder zu Taschendieben ausbildet. Tayfun wird zu einem wichtigen Vertrauten des Königs der Diebe und verliebt sich unsterblich in das Zigeunermädchen Nura, eine Verbindung, die streng verboten ist. Eines Tages erschüttert ein Mord die Kaiserstadt.

Shoppen bei: Amazon iTunes Thalia Tolino
  • Evelyn
    Barenbrügge
    E-Book: 3.99 €
    Taschenbuch: 15.99 €
  • Evelyn Barenbrügge
    Tayfun
  • Tayfun
    Evelyn Barenbrügge

Vita

Evelyn Barenbrügge

Evelyn Barenbrügge wurde 1958 in Münster geboren. Ihre Wurzeln reichen jedoch bis nach Pecs in Ungarn zurück. Heute lebt sie in der Domstadt Billerbeck und arbeitet als freie Journalistin und Fotografin in der Region. Zu ihren Veröffentlichungen zählen Reiseberichte und Kurzgeschichten in Online-Magazinen und Anthologien. Sie ist Herausgeberin der im November 2013 im Waxmann-Verlag erschienenen Quo Vadis Kurzgeschichtenanthologie „Engel, Hexen, Wiedertäufer – Historische Geschichten aus dem Münsterland“. Ihr Debütroman „Leeres Versprechen“ erschien 2014 in zweiter Auflage im Engelsdorfer Verlag. Ihr zweiter historischer Roman „Tayfun“ wurde im Februar 2015 im bookshouse-Verlag veröffentlicht und im März 2015 von der Histo-Couch als beste Neuerscheinung mit dem Historikus ausgezeichnet. 2003 reiste sie zum ersten Mal nach Südafrika. In weiteren Reisen vertiefte sie ihre Eindrücke, entdeckte die Schönheit des Landes, knüpfte Kontakte zu den Menschen und erlebte, erfuhr und las viele Geschichten. „Lobola - Preis der Liebe“ entstand aus diesen Erlebnissen und erschien im Oktober 2015. Während einer weiteren Reise nach Südafrika entwickelte sich die Idee zu einem Südafrika-Thriller, der im März 2017 unter dem Titel „Schwesternkind“ erschienen ist.

Leseprobe

1

Der Wasserkrug zerschellte auf der staubigen Erde in tausend Stücke. Alessandro starrte auf die Szene.
   Leandra wich zurück.
   »Die hübsche Zigani brütet einen Untertan für die Kaiserin aus.« Ein Soldat trat aus dem Schatten der Wagen und stellte sich ihr in den Weg. Er lachte hämisch und klatschte seine fleischige Hand auf den Oberschenkel.
   Alessandro erinnerte das Geräusch an einen Peitschenknall. Erwischt. Die Gadsche hatten sie erwischt. Jetzt gab es kein Entrinnen mehr. Ein helleres Lachen erklang.
   »Das wird Ihre Majestät entzücken.« Ein zweiter Mann schob den Infanteristen rüpelhaft zur Seite und tätschelte mit einem schmierigen Grinsen Leandras gewölbten Leib.
   Alessandro zog sein Messer und sprang auf ihn zu. »Nimm auf der Stelle deine dreckigen Finger von meiner Frau«, zischte er und die Silbermünzen an seiner dunklen Weste klimperten.
   »Du meinst wohl von deiner Zigeunerhure«, erwiderte der Soldat. »An der mach ich mir bestimmt nicht die Hände dreckig.«
   »Sag nie wieder Hure zu meiner Frau, Gadsche!« Alessandro schoss voran und stieß mit der Klinge zu, doch der Soldat wich geschickt aus, und Alessandro strauchelte.
   Plötzlich spürte er eine kalte Metallspitze im Nacken, und warmes Blut rann ihm in den Kragen.
   »Steck das Messer ein«, raunte eine tiefe Männerstimme.
   Bedächtig schob Alessandro das Messer zurück in die Scheide.
   »Die Kaiserin hat verboten, dass ihr durch unser Land zieht. Pferde dürft ihr auch seit fünfzehn Jahren nicht mehr besitzen.« Ein Leutnant machte sich mit seiner Reitgerte den Weg frei und blitzte Alessandro aus blauen Augen eisig an, der gelbschwarze Federbusch auf seinem Hut ließ ihn größer erscheinen. Hinter ihm standen ein Dutzend Uniformierte, ausstaffiert mit schlichten grauen Hosen und weißen Jacken, auf dem Kopf trugen sie schwarze Helme mit goldenen Streifen. Ihre Hände schwebten über den Säbelgriffen. Zwei der Männer richteten ihre Flinten auf ihn. »Packt eure Sachen! Wir bringen euch ins Zigeunerlager.«
   Alessandro kochte vor Wut, doch gegen diese Übermacht gab es kein Entrinnen. Das Leben seiner Frau und das seines ungeborenen Kindes standen auf dem Spiel. Er durfte nicht riskieren, dass sie alle bei Wasser und Brot im Kerker landeten. Er gab den anderen einen Wink, führte Leandra, die am ganzen Körper zitterte, zum Wagen und half ihr hinauf. Sie verluden unter den wachsamen Blicken der Soldaten ihr Hab und Gut, schirrten die Pferde an und folgten den Uniformierten durch die stillen Gassen, vorbei an Häusern, die sich in den Schutz der Wardeiner Befestigungsmauer duckten. Der Morgen dämmerte herauf. Die Räder der vier Fuhrwerke und das Trappeln der Pferdehufe verursachten die einzigen Geräusche auf dem schlüpfrigen Pflaster. In der Ferne krähte ein Hahn. Die kühle Luft formte ihren Atem zu winzigen Wolken. Der Offizier ritt voraus, seine Männer flankierten sie, drei Infanteristen bildeten den Schluss. Sie fuhren über eine Holzbrücke, gelangten durch ein Tor in die innere Befestigung und passierten die Baustelle einer Kirche.
   Burschen in staubigen Kleidern zeigten mit Fingern auf sie, Handwerker drohten ihnen mit schweren Werkzeugen in den Fäusten, Steinmetze kletterten auf die Gerüste.
   Sie waren hier Fremde. Die spürbare Feindseligkeit erschütterte Alessandro.
   Sie verließen die Innenstadt durch einen Torbogen, überquerten die Kreisch und stießen auf einen Uferpfad.
   Alessandro sah nach einer Weile zurück. Im Dunst erhob sich die Festung, teilweise verdeckt von der Stadtmauer, aus der mehrere Wachtürme herausragten. Die aufgehende Sonne erwärmte die Luft, ein Rüttelfalke schwebte über ihren Köpfen. Bevor die Stadt im Morgendunst verschwinden konnte, erreichten sie ihr Ziel.
   Der Pfad mündete in eine von baufälligen Hütten, flachen Wagen und niedrigen, aus zerfledderten Decken bestehenden Zelten gesäumte Straße, die sich in der Mitte der Siedlung zum Dorfplatz erweiterte, ehe sie wieder schmaler wurde, die letzten Behausungen links liegen ließ und sich zwischen den Wiesen verlor.
   Wenige Menschen ließen sich blicken. Ein grauhaariger Mann mit (...)

Mehr Leseempfehlungen