Eike Ruckenbrod

Kinder- & Jugendbücher

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Junge Geheimnisse

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Schon vor der ersehnten Reise nach Schottland beginnt für die 14-jährige Pia der pure Albtraum. Dass sich das Traumschloss dann auch noch als heruntergekommen und unheimlich herausstellt, hält Pia und ihre Freundin Vanessa aber nicht davon ab, über den tödlichen Reitunfall von Cameron Nachforschungen anzustellen. Hat die kurz vor dem Wahnsinn stehende Tante Agathe etwas damit zu tun? Oder die hinterhältige Rachel? Wird es den Mädchen mithilfe von Ryan und Aidan gelingen, lang verschwiegene Geheimnisse aufzudecken, während Vanessa und Aidan sich nahekommen? Und gibt die Ähre der Hoffnung Pia genug Kraft, um sich ihren Problemen zu stellen? Jugendroman ab 12 Jahren, über Liebe und Leid, der unter die Haut geht.

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Vita

Eike Ruckenbrod

Eike Ruckenbrod, in den Sechzigern in Karlsruhe geboren und Mutter von drei Kindern, sitzt schon seit ihrem 10. Lebensjahr im Sattel. Neben ihrem Hauptberuf als Redakteurin bildet die Autorin Pferde und Menschen einfühlsam aus (Pferdeflüstern). Sie schreibt und illustriert seit 1998 Romane und Sachbücher hauptsächlich rund ums Pferd.

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Leseprobe

Sinnlos

»Warum kommst du nicht mit?«, quengelte Vanessa abermals, während sie das seidige Fell ihrer dunkelbraunen Stute striegelte.
   »Jetzt nerv mich doch nicht die ganze Zeit!« Ich pfefferte den Hufkratzer in die Putzkiste. Die Pferde zuckten zusammen. Staub vermischt mit Pferdehaaren wirbelte daraus hervor. Eigentlich wollte ich brennend gern mitfahren. Schon allein der Gedanke, eine Woche Ruhe vor Karl, meinem aufdringlichen Stiefvater, und vor meinen drei jüngeren Geschwistern zu haben und mich vor der Hausarbeit zu drücken, klang richtig cool. Davon mal abgesehen, dass ich noch nie im Leben verreist war und dies mit Vanessa zu tun mich voll reizte.
   »Hast du überhaupt schon gefragt?«
   »Ja, meine Mutter, aber die hat nichts zu sagen. Ich muss das mit Karl ausmachen.«
   »Na also, dann frage ihn doch einfach.«
   … einfach. Vanessa dachte wohl, Karl wäre einfach, war er aber ganz und gar nicht. In letzter Zeit wurde er mir immer unheimlicher durch seine schmierigen Annäherungsversuche.
   Vanessa starrte mich immer noch herausfordernd an.
   Ich wich ihrem Blick aus. »Ja, mal schaun.«
   Zum Glück ließ sie mich nun in Ruhe.

»Und, hast du endlich gefragt?«, fing sie am nächsten Tag wieder damit an.
   Ich zuckte mit den Schultern. Blut schoss mir in den Kopf.
   »Also nicht. So schwer kann das doch nicht sein, jetzt reiß dich mal zusammen! Du willst wohl gar nicht mit.«
   »Was weißt du schon.« Ein Kloß bildete sich in meinem Hals. »Pia, bitte. Bestimmt bekommst du nie mehr im Leben die Chance, in einem echten Schloss zu wohnen und dich bedienen zu lassen … und Pferde und Kutschen haben die bestimmt auch … Soll ich mal mit deinem Stiefvater reden?«
   »Mit dem kann man nicht reden.«
   »Aber irgendwie muss es doch möglich sein, ihn umzustimmen. Lass dir was einfallen! Ohne dich will ich auch nicht fliegen.«
   Wie konnte man nur so hartnäckig sein? Gequält sah ich in ihr fein geschnittenes Gesicht. Diesen trotzigen Ausdruck kannte ich nur zu gut. Er hieß: Ich gebe erst Ruhe, wenn du tust, was ich will. Gewohnt, ihren Willen durchzusetzen, denn ihr lieber Dad erfüllte ihr jeden Wunsch. Sogar mich behandelte er höflich und nett. Er war nun mal ihr richtiger Vater … Meiner hatte sich, als ich vier war, aus dem Staub gemacht und im Süden eine neue Familie gegründet.
   »Du kennst ihn doch …« Zu Hause mussten alle nach Karls Pfeife tanzen, sonst gabs Ärger.
   »Versuchs doch wenigstens … bitte, mir zuliebe. Du bist schließlich meine beste Freundin. Ich möchte niemand anderes mitnehmen.«
   Ich stöhnte und versprach es mit einem flauen Gefühl im Magen.

Als Karl am Abend in ausgebeulter Sporthose und T-Shirt auf der Couch lümmelte und Bier trank, setzte ich mich im Schlafanzug neben ihn auf die Armlehne. Zwei leere Flaschen standen schon auf dem niedrigen Couchtisch. Meine Geschwister schliefen und Mutter nähte in der Küche am anderen Ende der Wohnung. Ich spielte mit den Fransen der Decke, die den abgeschabten Couchstoff verdeckte, und blickte starr in den Fernseher, ohne Details wahrzunehmen. Meine Zunge klebte am trockenen Gaumen.
   »Karl?«
   Mein Stiefvater legte mir, ohne den Blick vom Bildschirm abzuwenden, seine Hand auf den Oberschenkel.
   Die Berührung jagte mir einen eisigen Schauder über den Rücken.
   »Was gibts?«
   Tief atmete ich ein. »Vanessas Großtante hat sie in den Ferien nach Schottland eingeladen.«
   »Und?« Er fasste sich mit der anderen Hand in den Hosenbund und kratzte sich zwischen den Beinen. Die dunklen Körperhaare stachen vom Weiß seiner Haut hervor. Ein fischig-herber Geruch drang zu mir. Ich wandte das Gesicht ab. »Ich dürft mit. Ihr Vater würd mir den Flug bezahlen und seine Tante den Rest.« Gespannt hielt ich die Luft an.
   Er nahm die Hand aus der Hose, griff nach der Bierflasche, und trank einen tiefen Schluck. Schweigend konzentrierte er sich auf das Fußballspiel.
   Obwohl seine Miene finster aussah, bemühte ich mich weiter. »Vanessas (...)

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