Dirk Christofczik

Humor & Satire

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Hey Gott

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Nach seinem Tod findet sich Bert in einer riesigen Halle wieder, die als Auffanglager für Tote dient. In der sogenannten Arena warten die Verstorbenen darauf, ihrer endgültigen Bestimmung zugeführt zu werden. Doch das kann dauern, wie Bert sehr schnell herausfindet. Ein Arrangement mit dem mächtigsten Mann in der Arena, dem adipösen Clanführer Mac Mudi, garantiert Bert ein annehmliches Leben unter den Verblichenen. Trotzdem ist er mit seinem Dasein unzufrieden, denn die meisten anderen Toten vegetieren in unzumutbaren Verhältnissen. Immer brennender wird sein Verlangen, aus der Arena auszubrechen und mehr über das Jenseits zu erfahren. Doch zunächst verliebt er sich in Mac Mudis Assistentin Cora. Genau an dem Tag, als er ihr seine Gefühle gestehen will, bricht in der Arena ein offener Krieg zwischen rivalisierenden Clans aus. Bert und Cora flüchten über einen geheimen Weg aus der Arena und machen sich auf die Suche nach Gott, Teufel oder wer auch immer für die perfiden Nachtodzustände verantwortlich ist.

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Vita

Dirk Christofczik

Dirk Christofczik wurde 1968 im Herzen des Ruhrgebiets geboren. In seinen Adern fließt königsblaues Blut, ein Zeichen seiner Schalker Wurzeln. Seit 1998 lebt er mit seiner Familie in Bochum. Schon in seiner Jugend verfasste er diverse Gedichte, Geschichten und Songtexte. Das Internet diente ihm später als Plattform für die Veröffentlichung seiner Werke, es folgten Beiträge in Anthologien und Zeitschriften.

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Leseprobe

Kapitel I
Oben

1
Kangalfische haben keine Schuppen

Ein Tag wie jeder andere nahm seinen Lauf. Ich war blau wie ein Na‘vi aus dem Film Avatar. Spontane Besäufnisse waren meine Spezialität, obwohl die Spontanität inzwischen der Routine gewichen war. Im Grunde genommen befand ich mich im Dauerdelirium und kuschelte mit meinen Freunden Johnny und Smirnoff in meiner kleinen Wohnung in Gelsenkirchen-Bulmke.
   Draußen fegte der Wind das Laub durch die Luft und es zog durch die Fenster wie Hechtsuppe, während ich mich volllaufen ließ und auf meinen neuen Fernseher wartete, den ich bei Amazon bestellt hatte. Vor Kurzem war ich überraschend zu Geld gekommen. Auf meinem Konto befanden sich mehr Taler, als ich Schuppen in den Haaren hatte, und meine Schultern waren eine wahre Schneelandschaft. Tausende kleine Schuppen, die tagtäglich aus meinen Haaren rieselten. Irgendwo hatte ich gelesen, dass es in der Türkei eine Therme gibt, in der kleine Fische leben, die einem die Schuppenflechte von der Haut knabbern. Kangalfische hießen die possierlichen Tierchen, die so freundlich waren und Menschen die Schuppenflechte von der Haut fraßen. Manchmal war es ein Segen, Mensch zu sein, denn wer würde mit den Fischchen tauschen?
   Obwohl das ganz schnell passieren konnte. Schwups war man tot und wurde als Tier wiedergeboren. Wenn man großes Pech hatte, glotzte man plötzlich aus kleinen Glupschaugen auf eine ausgetrocknete Schuppenflechte. Guten Appetit!
   So schlecht konnte niemand zu Lebzeiten gewesen sein, um mit einem derartig grausamen Schicksal gestraft zu werden. Vielleicht würde ich eines Tages in die Türkei fliegen und es ausprobieren, obwohl ich mir nicht vorstellen konnte, wie die Fischknabbermethode am Kopf funktionieren sollte. Tauchermaske auf und ein paar Stunden unter Wasser bleiben? So lange, bis sich die Fische den Bauch vollgeschlagen hatten und das Wasser vollreierten?
   Ach ja, meine unerwartete Geldquelle. Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich mehr Schotter in der Brieftasche als Leergut in der Besenkammer. Der Grund war ein Buch. Ich hatte dieses Buch geschrieben, als mein Fernseher kaputt war und das Leergut nicht reichte, um einen neuen zu kaufen. Ich liebte es, fernzusehen, vor allen Dingen Verdachtsfälle, Familien im Brennpunkt, Anwälte im Einsatz und andere tolle Sendungen über echte Menschen mit echten Geschichten, aber sport1 war mein absoluter Lieblingssender. Es lag nicht an den albernen Pokershows, in denen alternde Cowboys und Glücksspielprofis backsteingroße Geldbündel in die Tischmitte schoben, auch nicht an den alten, dicken Dartspielern, die Pfeile auf Zielscheiben warfen. Mein Interesse galt einer besonderen Art von Sportübertragung im Fernsehen, den Erotikwerbeclips, die im Spätprogramm von sport1 liefen und heiße, notgeile Frauen anpriesen, die sich nichts anderes wünschten, als angerufen zu werden. Vor allen Dingen liebte ich den Spot, in dem sich zwei rasierte Weibchen wie Wassereis abschleckten. Da ging ich ab wie ein Zäpfchen und meine Schalke-Jogginghose blähte sich wie ein Fallschirm. Hallo? Ich war alleinstehend und Hartz-IV-Empfänger mit fünfzehn Kilo Übergewicht. Was blieb mir anderes übrig, als selbst Hand anzulegen?
   Der Fernsehapparat war also mein Leben, doch der war kaputt. Mir blieben zwei Flaschen Aldi-Wodka und … sonst nichts. Mein Sachbearbeiter im Jobcenter, bei dem ich mich zwangsläufig ab und zu sehen lassen musste, riet mir hinter vorgehaltener Hand, ein Onlinegame anzufangen.
   »Das machen viele Hartz-Vierler«, flüsterte er mir zu. »Und Studenten.« Das sei ein wunderbarer Zeitvertreib, vergleichsweise günstig und obendrein würde man viele nette Leute kennenlernen. Da ich nicht die geringste Ahnung hatte, wovon er sprach, mietete ich mir einen Computer im nächsten Internetcafé und googelte mich zwischen grimmig dreinschauenden Schwarzafrikanern schlau. Was ich dort über Massively Multiplayer Online Role-Playing Games las, kurz MMORPGs, ließ mir die Haare zu Berge stehen. Die Geschichte eines japanischen Jugendlichen schockte mich derart, dass ich aschfahl wurde und fast von dem klapprigen Gartenstuhl gefallen wäre. Angeblich hatte der Junge sein Leben in einem dieser Onlinespiele verbracht, wochenlang sollte er vor dem Monitor gesessen haben, bis er tot vom Bürostuhl fiel. Ich dachte an meinen Sachbearbeiter (...)

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