Thomas R. P. Mielke

Krimis & Thriller

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Der Tag, an dem die Mauer brach

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Als die Concorde über dem Atlantik in Richtung London düst, ahnt Werbefilmprofi Peter Mondale bereits, warum Hollywoodproduzent Sam de Luca ausgerechnet ihn zur Fertigstellung eines bereits begonnenen Actionfilms überreden will. Immerhin geht es um einen ziemlich verrückten und bisher streng geheimen Sturm der Mauer durch die Berliner und die U.S.-Berlin-Brigade. Angeblich sind der ursprüngliche Regisseur Paul Aster und sein Drehbuch verschwunden. Doch Mondale kennt Aster und bleibt misstrauisch. Schließlich ist ihnen beiden als Spezialisten für Psychologische Kampfführung schon einmal ein riskanter Plan in Berlin misslungen. Peter Mondale nimmt den Job an, doch kaum am gefährlichsten Platz im Kalten Krieg gelandet, kocht die brodelnde politische Realität über. Bald weiß niemand mehr, was Film oder Wirklichkeit ist - bis zum Pfingstsonntag 1987, dem Tag, an dem die Mauer brach. Ausgezeichnet mit dem Literaturpreis des Science Fiction Club Deutschland e.V. als bester utopischer Roman des Jahres 1985 - vier Jahre vor dem echten Mauerfall.

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  • Der Tag, an dem die Mauer brach
    Thomas R. P. Mielke

Vita

Thomas R. P. Mielke

Thomas R.P. Mielke, 1940 als Sohn eines Brasilienpastors in Detmold geboren, lebt in Berlin. Nach der Ausbildung zum Fluglotsen arbeitete er drei Jahrzehnte als Kreativdirektor in internationalen Werbeagenturen und als „direttore creativo“ in der Produktplanung von Ferrero in Italien (z. B. für die Ü-Eier). Neben Krimis und mehrfach preisgekrönter Science-Fiction und Krimis schrieb er historische Bestseller wie GILGAMESCH , INANNA, COLONIA, KARL MARTELL, JAKOB DER REICHE oder KARL DER GROSSE. Einige Titel erreichen sechsstellige Auflagen und wurden in mehrere Sprachen übersetzt, darunter auch Spanisch, Russisch, Polnisch, Türkisch und Arabisch. Aktuell ist die Prosaübertragung (zusammen mit Astrid Ann Jabusch) von Ariosts Mittelalter-Bestseller vom ORLANDO FURIOSO, dem vor Eifersucht rasend werdenen Roland. Hierfür gab es den „Deutschen Fantasy-Preis 2016“. 2017 erschien die Kompress-Version der Avignon-Trilogie über die Päpste der Avignon und DAS ERBE DER TEMPELRITTER.

Weitere Bücher aus diesem Genre

Leseprobe

Vorspann
Ost-Berlin

»Checkpoint Charlie«, sagte der Mann auf dem Beifahrersitz des schwarzen Volvos. Er deutete mit dem Daumen nach rechts. »Noch könnten
   wir zurück, einfach an den Vopos vorbei in unseren Teil von Berlin, ohne Kontrolle und ohne Risiko.«
   Der bullige Fahrer neben ihm lachte trocken. Für einen Moment nahm er den Fuß vom Gas.
   »Was ist los, Captain? Nervös? Oder willst du aussteigen?«
   Sein ernster, konzentriert wirkender Komplize auf dem Beifahrersitz presste für einen Moment die Lippen zusammen. Dann atmete er tief durch und schüttelte entschlossen den Kopf. »Nein, Major. Wir fahren weiter!« Es klang wie ein Befehl.
   Die beiden Männer waren Offiziere der amerikanischen Schutzmacht. Normalerweise arbeiteten sie in der richtigen Rollenverteilung zusammen: Captain Peter Mondale als Spezialist für Sonderaufgaben in der Berlin-Brigade und Major Paul Aster als Chef der Abteilung für Psychologische Kampfführung. An diesem Oktoberabend des Jahres 1981 war alles anders. Sie kannten sich seit ihrem ersten gemeinsamen Einsatz in der längst aufgelösten DESCO, aber zum ersten Mal fügte sich Aster den Anweisungen des Jüngeren. Trotzdem ließ er deutlich erkennen, welche Entscheidungen er von Mondale erwartete.
   »Na los, du blockierst die Kreuzung!«, knurrte der Captain.
   Aster grinste verhalten. »Siehst du hier irgendwelchen Verkehr?«, fragte er sarkastisch und gab wieder Gas. Die Abzweigung Friedrichstraße mit dem bereits am frühen Abend hell beleuchteten Grenzübergang blieb hinter ihnen zurück.
   Peter Mondale griff wortlos nach einem Päckchen Zigaretten in der Ablage unter dem Handschuhfach. Er steckte sich eine Viceroy an und fragte sich zum x-ten Mal, ob ihr Plan überhaupt durchführbar war.
   Sie hatten einen Toten im Kofferraum. Einen amerikanischen Offizier, der am gleichen Vormittag durch einen dummen Zufall eine Kugel in den Kopf bekommen hatte. Irgendein leichtsinniger GI hatte drüben in Wannsee, auf dem Schießstand Rose Range, sein M-16-Gewehr nicht vorschriftsmäßig gesichert.
   Der Tod des Schießoffiziers wäre ein tragischer Unfall geblieben, wenn nicht … ja, wenn nicht Major Aster und Captain Mondale davon erfahren hätten.
   Sie suchten bereits seit Monaten nach einer Möglichkeit, die Annäherungsversuche zwischen den beiden deutschen Staaten auf geschickte Art und mit ihren Mitteln zu bremsen.
   Inzwischen fragten sich nicht nur das Pentagon und das Weiße Haus, sondern auch viele amerikanische Bürger, was eigentlich mit den verdammten Germans los war. Die meisten schienen vergessen zu haben, dass in Bonn und Berlin noch immer die Botschafter der vier Siegermächte die oberste Gewalt über Deutschland als Ganzes ausübten. Viele von ihnen begriffen nicht, dass sie ohne den militärischen Schutz Amerikas Peanuts waren – großmäulige und bornierte Besserwisser genau wie ihr Bundeskanzler.
   Peter Mondale drückte die Zigarette aus. Sein Ärger nahm noch zu, als er daran dachte, dass Männer wie er und Paul Aster stets nur die Dreckarbeit machen mussten. Unterbinden Sie das!, befahl irgendjemand in Washington, und dann wurde erwartet, dass sie sich etwas einfallen ließen.
   Der Volvo rollte langsam über die viel zu breit angelegte Straße. Die Wohnblöcke an beiden Seiten wirkten neu und auf beklemmende Weise unbewohnt. Major Aster sah mehrmals in den Rückspiegel, dann bog er nach rechts ab. »Okay – hier ist die Jerusalemer Straße.«
   Captain Mondale blickte auf seine Armbanduhr. »Achtzehn Uhr dreißig. Da vorn ist das Hochhaus.«
   Aster nickte und fuhr an einem Maschendrahtzaun vorbei. Der Wagen holperte in einen kleinen Hof, in dem drei Trabants und ein Volkswagen mit Ost-Berliner Kennzeichen standen. Nirgends war irgendeine Bewegung zu erkennen. Die Häuser wirkten wie ausgestorben. Nur im dritten Stock eines weiter entfernt liegenden Wohnblocks sah eine alte Frau aus dem Fenster.
   Das Vorfeld des Sperrsystems zwischen Ost und West unterschied sich an dieser Stelle von keinem anderen Hinterhof. Dennoch machten sich die beiden Amerikaner nichts vor. Sie wussten, wie tödlich die paar Dutzend Meter zwischen dem Hof und dem (...)

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