Katjana May

Fantasyromane

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Winterlied

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Sie verdienen sich ihren Unterhalt durch Musik, Spiel und Tanz - Wanderer, heimatlos, misstrauisch beäugt. Der junge Tir ist einer von ihnen. Zum Überwintern in einer Burg gezwungen, trifft er dort auf die blinde Ailys, die streng bewacht gehalten wird. Doch nicht nur ihre eigenen Sippen werden ihnen zum Feind - in den Tiefen der Burg werden Legenden lebendig, und schon bald müssen Ailys und Tir nicht nur um ihre Zuneigung kämpfen, sondern auch gegen Geheimnisse, die mit ihnen allen verwoben sind.

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Vita

Katjana May

Birgit Otten, Jahrgang 1964, lebt im Ruhrgebiet und schreibt hauptsächlich Fantasy, in der es abenteuerlich, romantisch, märchenhaft und unheimlich zugehen kann. In den Jahren 2013 und 2014 erschienen ihre Fantasy-Romane und -geschichten unter dem Pseudonym »Katjana May«. Einige ihrer Texte haben Auszeichnungen erhalten wie den »Hans-im-Glück-Preis für Kinder- und Jugendliteratur« 1984 und den 2. Platz beim »Jugendliteraturpreis der deutschen Landwirtschaft« 2011. Seit Anfang 2016 ist sie Mitglied im Phantastik-Autoren-Netzwerk »PAN« e. V., das sich für die Stärkung der deutschsprachigen Phantastik in allen Sparten einsetzt.  

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Leseprobe

1

Der Wind zerrte an den dicken Planen, fuhr durch die Ritzen und über den Boden. Sturmböen heulten und schüttelten das Wetterzelt. Erste Hagelkörner klatschten gegen die Bahnen, ein dumpfes, eintöniges Prasseln, das sich mit dem Wind vermischte.
   Tir verschränkte die Arme unter dem Kopf und lauschte in die Dunkelheit. Der Sturm verschluckte jedes Geräusch. Es war trotz der Felldecken kalt, und er war froh über die Wärme des Mädchens, das neben ihm schlief. Eren hätte längst einen Ort für sie finden sollen, an dem sie den Winter über bleiben konnten.
   Jeder hier kannte den Grund, warum das nicht geschehen war. Doch selbst Eren würde einsehen müssen, dass es so nicht weiterging. Nicht in dieser Jahreszeit, nicht wegen ein paar alter Legenden.
   Tir drehte sich zur Seite, als sich Mayra leicht regte.
   »Was für ein Sturm«, murmelte sie schlaftrunken. »Vater hätte auf mich hören sollen. Die Zelte werden nie so lange halten, bis er sich endlich entschlossen hat. Wie lange bist du schon wach?«
   »Ich habe überhaupt nicht geschlafen. Dieser Sturm … vielleicht sollte ich nach den Tieren sehen.« Tir glitt aus den Decken und stopfte sie um Mayra fest. »Ruh dich noch ein wenig aus. Wenn Eren morgen wieder drängt, wirst du deine Kräfte brauchen.« Er schlüpfte im Dunkeln in seine Kleider.
   Mayras Stimme klang immer noch verschlafen. »Komm bald zurück.«
   Tir lächelte nur und wickelte sich in einen festen Wetterumhang. Der Wind riss ihm die Zeltklappe aus der Hand, als er die Verschnürung löste, und eisige Böen fegten ins Zelt, trugen Hagelkörner mit sich. Tir kämpfte, die Klappe wieder von außen zu schließen.
   Die Winter waren kurz, aber heftig, und Eren konnte es nicht länger verantworten, sie weiter herumziehen zu lassen. Die Planen waren alt, sie mochten reißen oder unter der Wucht des Orkans zusammenbrechen. Sie waren für Regenfälle gedacht, nicht zum Schutz vor Kälte und Winterstürmen. Im Sommer schliefen Wanderer unter freiem Himmel, die Winter verbrachten sie dort, wo man ihnen Obdach gewährte.
   Der Regen peitschte ihm ins Gesicht, und Tir zog sich die Kapuze tiefer in die Stirn.
   Der Unterstand der Zugtiere für den Gepäckwagen hatte sich halb losgerissen. Stoffstreifen flatterten frei im Wind. Das kleine Zelt von Eren und Liath war ein schwankender Schatten in der Nacht. Zu seiner Seite ragte dunkel der Schutzbau von Taryl und seiner Familie auf, dahinter der Gepäckwagen, der Degan und ihm zur Verfügung stand. In den vergangenen Wochen hatte er ihn allerdings seltener benutzt. Ob er Schäden davongetragen hatte?
   Deg steckte sein bleiches Gesicht heraus, als Tir den Wagen erreichte. Er wirkte sehr jung und nervös in seinem halb durchnässten Umhang. »Tir! Der Wind hat ein Loch in die Plane gedrückt, und es regnet schon hinein.« Degan stieß noch stärker als sonst beim Sprechen mit der Zunge an. »Ich habe die Instrumente und Kostüme in die Ecken geräumt, aber wenn es so weitergeht und sich der Riss verbreitert …«
   Tir nickte. »Ich gehe zu Eren. Er muss uns in ein Winterquartier bringen. Die Zeit der Stürme hat erst begonnen.«
   Seine Worte gingen beinahe im Krachen und schrillen Wiehern der Pferde unter, als ihr Unterstand endgültig zusammenbrach. Tir stöhnte und lief zu dem Gespann hinüber. In dem Durcheinander ahnte er mehr, als dass er es hörte, wie Deg sich aus dem Wagen schwang und ihm folgte.
   Ein weiterer Windstoß und Stoffbahnen und Trümmer wurden davongetragen. Die Tiere zerrten erschreckt an den Stricken, drohten, sich loszureißen und in den tobenden Sturm hinauszulaufen. Das wäre das Ende.
   »Deg! Hier herüber! Hilf mir, diesen Knoten zu lösen. Wir müssen die Tiere zum Wagen bringen, die Räder sind fest genug. Wenn wir sie dort festbinden, werden sie …« Eine heftige Böe verschluckte seine Worte.
   Deg nickte. Sie arbeiteten verbissen und kämpften sich ihren Weg zurück zum Wagen. Die Pferde zerrten an den Stricken, drohten, jeden Moment auszubrechen. Der Orkan stellte sich ihnen in den Weg und peitschte sie mit Hagel und Schnee. Eines der Zelte schwankte bedrohlich, etwas zerriss mit lautem Knall. Kurz darauf waren auch die letzten Wanderer auf (...)

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