Liane Mars

Paranormal & Mystery

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Fairy - Das Band der Magie 3

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Fairy hat ein großes Problem: Nicht nur, dass ihr heimlicher Schwarm Brahn sie für eine männermordende Furie hält, sondern die Herrscherin ihres Volkes dreht auch noch durch! Sie stellt Fairy eine schreckliche Aufgabe, die alles zerstören kann, was sie liebt. Als Brahn ohne sie zu fragen das Band der Magie mit ihr webt, scheint alles verloren zu sein. Fairy ist gezwungen, sich zwischen ihrem und Brahns Volk zu entscheiden. Doch eine Sache weiß nicht einmal sie: Fairy trägt ein Geheimnis in sich, das alles verändern wird.

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Vita

Liane Mars

Liane Mars ist das Pseudonym einer sauerländischen Leseratte mit dem Hang, selbst in die Tasten zu hauen. Sie ist Jahrgang 1984, wird aber noch immer von Erwachsenen geduzt. Ihre erste Berührung mit einem Verlag hatte sie, als sie zur „Verlagskauffrau“ ausgebildet wurde – sie war allerdings der letzte Jahrgang dieses jetzt ausgestorbenen Berufszweiges. Flugs wechselte sie über den Studiengang „Medienwissenschaften“ zu den neuen Medien, dem Radio. Derzeit lebt sie zusammen mit ihrem Mann und zwei Wellensittichen in Schwerte.

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Amtliche Bekanntmachung der Urmutter

Die Parifrau Fairy, im Folgenden nur Verurteilte genannt, wird hiermit zum Tode verurteilt. Ihr wird vorgeworfen, die Prüfung nicht bestanden und ihr Volk verraten zu haben. Mit sofortiger Wirkung wird sie in den Finsterforst verbannt. Sollte die Verurteilte entgegen aller Wahrscheinlichkeit sieben Tage lang im Wald überleben, darf sie in die Dorfgemeinschaft zurückkehren und sich einem abermaligen Urteil stellen. Die Urmutter Diese Bekanntmachung ist auch ohne Unterschrift gültig und kann nicht angefochten werden. Das Urteil ist rechtskräftig.

Leseprobe

Kapitel 1
Peinliche Begegnung

Ich hatte mich vor vielen, vielen Jahren hoffnungslos in einen Mann verliebt, der nicht einmal wusste, dass ich existierte. Das allein war schon schlimm genug. Leider hatte ich dem Schwarm meines Lebens auch noch ein Messer in die Brust gerammt, was eindeutig das klägliche Ende einer potenziellen Liebesromanze bedeutete. Aus, vorbei, erledigt.
   Immerhin wusste der Mann meiner Träume jetzt, dass ich existierte, denn er trug den Beweis meiner Existenz als fiese Narbe auf der Brust. Dummerweise hielt er mich seitdem für eine messerschwingende Meuchelmörderin – und das war wohl das Schlimmste an allem.
   Eigentlich gab es nur zwei Sachen, die das ganze Drama ein kleines bisschen erträglich machten. Zum einen wusste ich endlich seinen Namen.
   Brahn hieß er. Brahn.
   Zum anderen bekam ich regelmäßig Informationen über seinen Gesundheitszustand, denn seine Heilerin, die Elementarmagierin Liah, informierte mich bereitwillig.
   Wie es schien, hatte der arme Kerl das Pech gepachtet. Nicht nur, dass ich ihn mit meinem Messer ziemlich fies erwischt hatte. Nein. Die Wunde hatte sich auch noch entzündet. Und als wäre das nicht schlimm genug, hatte er sich eine deftige Erkältung eingefangen. Daran war er fast gestorben.
   Bei dem Gedanken schüttelte es mich am ganzen Körper, sodass ich um ein Haar den Halt in der Baumkrone verlor. In letzter Sekunde hielt ich mich an einem Ast fest.
   Der Elementarbaum, auf dem ich saß, half mir zum Glück. Er bekam mich mit ein paar Lianen zu packen und stabilisierte mich. Bevor ich mich jedoch bedanken konnte, blieb mir fast das Herz stehen. Ich sah nämlich Liah auf mich zukommen.
   Die Elementarmagierin war, wenn man es genau betrachtete, der Auslöser für meine Misere. Sie hatte mich gebeten, sie zu töten. Sie schien sich nämlich in die Ausgeburt des Höllenfürsten zu verwandeln. Da ich ihr versprochen hatte, sie im Notfall zur Strecke zu bringen, versuchte ich auch wirklich mein Möglichstes.
   Leider hatte Brahn was dagegen, immerhin war die verrückte Elementarmagierin so was Ähnliches wie eine Schwester für ihn. Er verteidigte sie heldenhaft, ich stach ihn wenig heldenhaft nieder, um wiederum Liah niederzustechen (was mir nicht gelang). Letztlich hatte Liah das ganze Drama beendet, indem sie mich erst mit voller Wucht gegen den Elementarbaum gepfeffert, dann den Mann ihres Lebens geküsst, zur braven Hausfrau mutiert war und uns alle verarztet hatte. Ich war zäh wie Leder und hatte das Ganze eigentlich ganz gut weggesteckt, was man von Brahn nicht behaupten konnte. Der hatte tatsächlich fast zwei Mondläufe um sein Leben gerungen. Und jetzt ging eben jener Totgeglaubte fipsfidel neben Liah her und hielt auf mich zu.
   Ich rieb mir die Augen.
   Nein. Der Mann meiner Träume war immer noch da. Er ging erstaunlich aufrecht und wirkte ein bisschen dünner und bleicher. Ansonsten sah er weiterhin unverschämt gut aus: Er trug seine schwarzen Haare etwa auf Schulterhöhe, war ziemlich groß, selbst für einen ausgewachsenen Krieger, und hatte sagenhaft blaue Augen, wobei ich die nur kurz aus der Nähe gesehen hatte. Dabei hatte ich ihm nämlich gezielt mein Messer in die Brust gerammt.
   Verdammt.
   Ich krallte meine Finger in die Rinde des Astes und fluchte. »Warum bringt Liah Brahn hierher?«, beschwerte ich mich beim Baum, aber der antwortete natürlich nicht. Er war für einen Elementarbaum ziemlich klug, Sprechen gehörte jedoch nicht zu seinem Repertoire.
   Während Brahn und Liah in gemächlichem Tempo vom Dorf über die Wiese hinüber zum Elementarbaum schlenderten, machte ich mich ganz klein. Ungesehen entkommen konnte ich ohnehin nicht mehr, da blieb nur der Versuch, mich unauffällig zu verhalten.
   Liah und ich trafen uns regelmäßig, um uns auszutauschen. Sie erzählte mir reichlich über Brahns Gesundheitszustand, ich ihr über die Launen meiner stets schlecht gelaunten Urmutter. Dafür, dass wir uns fast gegenseitig umgebracht hatten, verstanden wir uns prächtig. Mittlerweile sah Liah wieder wie eine freundliche, junge Frau aus: Früher hatte sie pechschwarzes Haar gehabt und stets irgendwelchen düsteren Dampf von der Haut abgesondert. (...)

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