Martin Barkawitz

Krimis & Thriller

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Das Armenhaus

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Als Julia Kern vor ihrem gewalttätigen Freund von München ins ländliche Ostfriesland flüchtet, fühlt sie sich zunächst wie im Paradies. Die Landschaft ist idyllisch, die Menschen zurückhaltend, aber liebenswürdig. Mithilfe einer Erbschaft kann Julia das leer stehende Armenhaus einer kleinen Gemeinde kaufen, doch schnell bekommt das schöne Bild ihrer neuen Heimat Risse. Als Julia in ihrem Garten einen menschlichen Knochen entdeckt, ahnt sie, dass sich in dem Armenhaus ein düsteres Geheimnis verbirgt. Sie findet ein Tagebuch und stößt auf Verbrechen der Zwanzigerjahre, die bis in die Gegenwart strahlen. Plötzlich taucht ein grausamer Tierschlächter im Dorf auf, und Julia gerät in höchste Gefahr. Fühlt sich der Täter als Erbe von Tjark Hanno, der vor vielen Jahren nur die „Blutbestie“ genannt wurde? Julia wird entführt und findet sich halb nackt und gefesselt in einer Folterkammer wieder. Das Lösen des Rätsels tritt in den Hintergrund, denn nun setzt Julia alles daran, ihrem unausweichlichen Schicksal zu entkommen.

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Vita

Martin Barkawitz

Martin Barkawitz wurde in den Sechzigerjahren in Hamburg geboren und arbeitet nach Berufsausbildung und Studium seit 1997 hauptberuflich als Autor. Er veröffentlicht bei verschiedenen Verlagen und unter zahlreichen Pseudonymen vorzugsweise Krimis, Thriller, Abenteuerromane, Western, Horror, Steampunk, Science Fiction und Romantik.

Weitere Bücher aus diesem Genre

Leseprobe

Erstes Kapitel

Julias Hände hörten nicht auf zu zittern. Ihr Blut schmeckte heute anders als sonst. In den vergangenen drei Monaten, die ihr wie eine halbe Ewigkeit vorkamen, hatte sie nicht nur in dieser Hinsicht viele Erfahrungen sammeln dürfen. Sie hatte körperliche und seelische Zustände kennengelernt, die sie bisher nur aus der Lektüre von Psychothrillern kannte.
   Julia stand vom Fußboden auf und wankte auf unsicheren Beinen ins Bad. Sie begriff inzwischen nur allzu gut, warum so viele Menschen, vor allem Frauen, die Lektüre von harten Krimis bevorzugten. Es musste ein schönes Gefühl sein, den Roman auf das Nachtschränkchen zu legen und die Augen schließen zu können. Sich unter die Bettdecke zu kuscheln, mit den schaurigen Erinnerungen an die gelesenen Grausamkeiten. Angstlust nannte man das wohl; und dabei die beruhigende Sicherheit zu haben, dass der Psychopath zwischen den Buchseiten bleiben würde.
   Bei ihr war das anders. Sie teilte seit Monaten ihr Bett mit einem Mann, der seine Wutausbrüche absolut nicht unter Kontrolle hatte. Sie musste keine blutrünstigen Schmöker lesen, um tödliche Furcht zu spüren.
   Julia presste ihre Lippen aufeinander. Sie wollte nicht an Pascal denken. Sie war froh, dass sie momentan von ihm nichts Böses zu erwarten hatte.
   Der Prügelheld schlief laut schnarchend in seinem Lieblingssessel. Der Kopf war zur Seite gesackt. Eine Flasche Wodka konnte selbst einen Mann fällen, der so groß und stark war wie ein US Marine.
   Sie warf einen scheuen Blick in seine Richtung. Allein der Anblick seines massiven Körpers sorgte dafür, dass sich das Zittern in ihren Fingern verstärkte. Es war erst wenige Stunden her, dass er sie nach allen Regeln der Kunst verprügelt hatte.
   Es war nicht so, dass Pascal sie unüberlegt fertigmachte. Trotz seiner Trunkenheit verstand er sich meisterhaft darauf, ihr Schmerzen zuzufügen, ohne sichtbare Spuren zu hinterlassen. In dieser Hinsicht war ihr Freund so perfekt wie ein Verhörspezialist in einer Diktatur. Meistens waren es nicht seine Schläge und Tritte, die sie fürchtete, sondern seine verbalen Entgleisungen. Pascals Worte konnten wie scharfe Messer verletzen.
   Julia betrachtete ihr Gesicht im Spiegel des Badezimmers. Es sah grau und eingefallen aus. Sie fühlte sich mindestens zehn Jahre älter. Dreiunddreißig, Single, erfolgreiche selbstständige Webdesignerin — und seit einigen Monaten mit dem größten Fehler ihres Lebens liiert. Wieder einmal fragte sie sich, wie sie sich von Pascal trennen sollte, ohne dabei ihr Leben zu verlieren. Er hatte mehrmals unmissverständlich klargemacht, dass es für ihn nur eine Art gab, die Beziehung zu beenden – mit einer scharfen Klinge.
   Julia dachte keinen Moment daran, dass dies eine leere Drohung sein könnte. Dafür war zu viel zwischen ihnen geschehen. Sollte sie ihn doch anzeigen? Daran hatte sie schon mehrmals gedacht, aber eine echte Lösung war das nicht. Die deutsche Justiz war in ihren Augen zu zahnlos, um mit einem Monster wie Pascal Menninger fertig zu werden. Am besten wäre es, wenn sie einen Auftragskiller anheuern würde, der den Kerl für immer beseitigte.
   Diese Vorstellung zauberte ein bitteres Grinsen auf ihr Gesicht. Nein, so etwas würde sie nicht tun, obwohl sie neuerdings die Mittel dazu hatte. Wie durch ein Wunder war es ihr gelungen, eine kleine Erbschaft vor Pascal zu verheimlichen. Sie musste nur das Geld von ihrem Konto abheben und einen Brutalo anheuern, der Pascal für alle seine Grausamkeiten an ihr büßen lassen würde. Doch Julias humanistische Erziehung und ihr grundsätzlich friedlicher Charakter ließen sie von dieser Lösung Abstand nehmen.
   Nein, ein Auftragsmord kam nicht infrage. Stattdessen konnte sie mithilfe des Geldes fliehen.
   Ihr Peiniger würde erfahrungsgemäß noch mehrere Stunden schlafen, bis er wieder einsatzbereit war. Sie hatte die Nase endgültig voll von diesem Kerl. Sie wollte ihn nicht mehr sehen, und sie wollte auf keinen Fall noch einmal von ihm gefickt werden.
   Ficken, das war der einzig passende Begriff, um den Geschlechtsverkehr mit Pascal passend zu benennen. Anfangs hatte sie es noch schmeichelhaft gefunden, dass er sie so stark begehrte. Aber dann war ihr immer klarer geworden, dass er (...)

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