Fabienne Siegmund

Fantasyromane

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Winterträne - New York Seasons 2

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Eines Tages kommt Rain, deren Herz dem jüngsten Sohn von Väterchen Frost und der Schneekönigin gehört, vollkommen erfroren nach Hause. Mehr noch, vor den Augen ihres Vaters Robert verwandelt sie sich in eine Statue aus lebendigem Eis. Robert, der nichts von dem New York der Märchen oder dem Fluch ahnt, mit dem die Kinder des Winters belegt sind, macht sich auf die verzweifelte Suche nach Hilfe. Kaum, dass er den Central Park betreten hat, begegnet ihm Liberty, die Tochter der Spiegelkönigin, und führt ihn in jene mitunter gefährlich-magische Welt der Märchengefilde, wo Sommer und Winter ebenso wirklich sind wie Einhörner, lebendige Spiegel und Geistergondeln. Dort erhält er eine Wegbeschreibung, mit der er das Einzige finden kann, das Rain zu retten vermag: Die Träne, die der Sohn des Winters weinte.

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Vita

Fabienne Siegmund

Fabienne Siegmund, geboren 1980, lebt  in der Nähe von Köln. Ihre Leidenschaft für Geschichten entdeckte sie schon als Kind, und irgendwann begann sie, selbst zur Architektin von Luftschlössern, Traumgebilden und anderen zumeist fantastischen Stoffen aus Buchstaben zu werden. Den Mut, ihre Schubladen zu verlassen, fanden ihre Geschichten aber erst sehr viel später, und so erschien 2009 ihre erste Kurzgeschichtensammlung „Der Nebel Notre Dames und andere Geschichten“ im Ulrich Burger Verlag,  Inzwischen sind diesem mittlerweile nicht mehr erhältlichen Titel zahlreiche weitere Veröffentlichungen gefolgt, zuletzt „Das Herz der Nacht“ (Acabus/Ullstein Forever) oder „Die Herbstlande“ (Verlag Torsten Low, gemeinsam mit Stephanie Kempin, Vanessa Kaiser und Thomas Lohwasser. Ihre Novelle „Der Karussellkönig“ wurde 2016 mit dem goldenen Stephan ausgezeichnet. Ihre Freizeit verbringt Fabienne Siegmund zum größten Teil in Geschichten (egal, ob lesend oder schreibend), besucht aber auch sehr gern das ein oder andere Konzert, Eishockeyspiel oder Theaterstück, bastelt mit allen möglichen Dingen und reist durch die Welt, wo sie stets auf der Suche nach Märchenbüchern der Gegend ist und gern die ein oder andere Idee für eine neue Geschichte mitbringt.

Leseprobe

»Versprichst du, mich nie zum Weinen zu bringen?«
»Das kann ich nicht.«
»Warum nicht?«
»Weil ich dich liebe.«


Kapitel 1

Jeder Vater würde für seine Tochter durch die Hölle gehen. In dem Moment, als Robert seine Tochter Rain durch die Wohnzimmertür taumeln sah, wusste er, dass auch er bald zu diesen Vätern gehören würde.
   Er erkannte es an ihren Augen. Sie strahlten hellblau – jedenfalls normalerweise. Doch an Tagen, an denen einem Vater klar wurde, dass man durch die Hölle gehen würde, gab es keine Normalität. An solchen Tagen konnte nichts normal sein.
   Die Andersartigkeit sprach aus Rains Augen. Kein Blau leuchtete ihm mehr entgegen, sondern nur noch kaltes Weiß.
   Weiß wie der Schnee, der die Stadt bedeckte.
   Robert war ihr entgegengestürzt und hatte sie aufgefangen, ehe sie fallen konnte. Alles an ihr hatte sich kalt angefühlt. Kalt wie das Eis, das Zapfen an den Fenstersimsen und Dächern der Stadt wachsen ließ.
   Kein Wort hatte sie gesagt.
   Robert hatte eine Decke um ihre Schultern gelegt und ihr den Rücken gerieben, doch nicht ein bisschen seiner Wärme hatte sie erreicht. Im Gegenteil. Sie schien mit jeder Sekunde, die verstrich, kälter und steifer zu werden.
   Was hätte Romy jetzt getan? Romy hätte gewusst, was getan werden musste. Aber Romy war schon lange tot.
   Er hatte Rain allein großgezogen. Es brach ihm das Herz, sie so zu sehen.
   »Heißes Wasser«, schoss es ihm durch den Kopf.
   Sofort war er hochgeschnellt, ins Bad gerannt, um das heiße Wasser aufzudrehen. Gleich darauf hatten seine Schritte ihn zurück ins Wohnzimmer geführt, wo er Rain von der Couch gehoben und in den kleinen Raum getragen hatte.
   Es war ihm ein bisschen unangenehm gewesen, sie auszuziehen – sechzehnjährige Töchter zog man für gewöhnlich nicht aus – also hatte er ihr die Unterwäsche angelassen.
   Rain hatte sich nicht gerührt. Ihre Haut war ebenso weiß wie ihre Augen, wirkte im grellen Neonlicht des Bades fast bläulich.
   Dann hatte er sie hochgehoben, um sie ins Wasser zu tauchen.
   Sie hatte wieder keinen Ton von sich gegeben. Ganz stumm und starr lag sie da, nur ihr eisig kalter Atem an seinem Hals ließ ihn fröstelnd spüren, dass sie noch lebte.
   Erst, als ihr Körper das fast schon unerträglich heiße Wasser berührte, gab Rain einen Laut von sich. Vielmehr – ihr Körper tat es. Er knackte. So, wie Eis knackt, wenn es unter Hitze barst.
   Erschrocken schnellte Robert mit Rain auf dem Arm wieder hoch, noch ehe er sie losgelassen hatte. Ihr Körper war immer noch kalt, aber ihr Gesichtsausdruck hatte sich verändert. Zeigte ihm nun eine schmerzverzerrte Grimasse. Und wenn Töchter leiden, tun es auch ihre Väter.
   Bei Robert war es genauso. Er hatte das Gefühl, sein Herz würde reißen. Tränen wollten ihm in die Augen schießen, doch er hielt sie zurück. Er musste sich um Rain kümmern.
   Kurz blieb er regungslos mit ihr vor der gefüllten Badewanne stehen, ehe er Rain abtrocknete, ihr trockene Kleidung anzog und sie in ihr Bett legte. Doch egal, wie viele Decken er über sie legte oder wie viele Wärmflaschen er an ihren Körper schob, sie wurde einfach nicht wärmer.

Der Abend kam, es wurde nicht besser. Auch nicht schlechter, falls man das sagen konnte. Es blieb einfach, wie es war.
   Robert wich nicht von Rains Seite, nur manchmal, um eine Wärmflasche neu zu füllen. Immer wieder strich er ihr über die kalte Stirn und dachte nach.
   Die ganze Zeit hatte sich Rain nicht bewegt. Nur ihr kalter Atem verriet nach wie vor, dass sie noch lebte.
   »Was mach ich nur?« Seine Worte unterbrachen die Stille. »Was mach ich nur?« Immer wieder dachte er an Romy. Sie hätte gewusst, was los war, dessen war er sich sicher. Romy hatte alles gewusst, auch, dass der Tag kommen würde, an dem er für Rain durch die Hölle gehen musste.
   Wider besseres Wissen hatte Robert es als Unsinn abgetan, aber Romy hatte nie Unsinn erzählt. Dass auch das keiner war, stand nun fest. Der Tag war vielleicht noch nicht gekommen, aber er (...)

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