Fabienne Siegmund

Fantasyromane

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Sommerkuss - New York Seasons

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Rain ist sechzehn, als zum ersten Mal ihr Herz gebrochen wird. Auf der Suche nach dem Warum streift sie ziellos durch die Straßen New Yorks, bis sie beinahe über ein Bild aus Kreide stolpert, das jemand auf den Asphalt gemalt hat – schöner als alles, was sie jemals gesehen hat. Als plötzlich eine Stimme neben ihr sagt, sie würde die Einhörner aus dem Central Park sehen und Rain in die eisblauen Augen eines Jungen blickt, weiß sie, dass der Schmerz vergehen wird. Sie ahnt nicht, dass Christian der Sohn von Väterchen Frost und der Schneekönigin ist oder dass ein Fluch auf ihm liegt, der sie in allergrößte Gefahr bringen kann. Für sie zählt nur, ihn wiederzusehen, und so gerät sie in ein New York, in dem alte Märchen lebendig sind, Strawberry Fields ein Sommerzirkus ist und Engelkrähen über geheime Friedhöfe wachen, die man nur über Straßen aus Kreidestaub erreicht. Und dann ist da noch Danny, der Sohn des Sommers …

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Vita

Fabienne Siegmund

Fabienne Siegmund, geboren 1980, lebt  in der Nähe von Köln. Ihre Leidenschaft für Geschichten entdeckte sie schon als Kind, und irgendwann begann sie, selbst zur Architektin von Luftschlössern, Traumgebilden und anderen zumeist fantastischen Stoffen aus Buchstaben zu werden. Den Mut, ihre Schubladen zu verlassen, fanden ihre Geschichten aber erst sehr viel später, und so erschien 2009 ihre erste Kurzgeschichtensammlung „Der Nebel Notre Dames und andere Geschichten“ im Ulrich Burger Verlag,  Inzwischen sind diesem mittlerweile nicht mehr erhältlichen Titel zahlreiche weitere Veröffentlichungen gefolgt, zuletzt „Das Herz der Nacht“ (Acabus/Ullstein Forever) oder „Die Herbstlande“ (Verlag Torsten Low, gemeinsam mit Stephanie Kempin, Vanessa Kaiser und Thomas Lohwasser. Ihre Novelle „Der Karussellkönig“ wurde 2016 mit dem goldenen Stephan ausgezeichnet. Ihre Freizeit verbringt Fabienne Siegmund zum größten Teil in Geschichten (egal, ob lesend oder schreibend), besucht aber auch sehr gern das ein oder andere Konzert, Eishockeyspiel oder Theaterstück, bastelt mit allen möglichen Dingen und reist durch die Welt, wo sie stets auf der Suche nach Märchenbüchern der Gegend ist und gern die ein oder andere Idee für eine neue Geschichte mitbringt.

Leseprobe

Kapitel 1

Manche Träume warfen lange Schatten und nicht immer reichte Glück, um ins Sonnenlicht zu gelangen. Rain wusste das, weil sie wusste, dass das Glück blind war und einen oft verließ, wenn man es am dringendsten brauchte.
   Als ihre Mutter im Sterben lag, war das Glück gegangen.
   Ihr Vater hatte gesagt, es hätte an der Krankheit gelegen, die stärker geworden war. Natürlich hatte er recht, aber das Glück trug ebenfalls Schuld.
   Es hatte ihre Mutter verlassen wie ihr Lächeln, das in ihren letzten Tagen immer seltener geworden war.
   Rain hatte das Glück durch das Fenster huschen sehen, ein kleines Kerlchen, fortgetragen vom Wind, hin zu einem neuen Ziel, von dem es nicht wusste, wie lange es dort verweilen würde. Sie hatte die Augen gesehen, die vor Blindheit schwarz waren, und das Lächeln, das auf den Lippen gelegen hatte, weil es das Glück war und das Glück von Ort zu Ort sprang.
   Rain wusste, dass es so sein musste. Ihre Mutter hatte es ihr erklärt. Damals, im Central Park, unter dem großen Baum, unter dem ihre Mutter stets gesessen hatte.
   Es war der Tag gewesen, an dem Rain zum ersten Mal bewusst traurig gewesen war, jener Tag, an dem ihr kindliches Gemüt gelernt hatte, dass es nicht nur Lachen, sondern ebenso bittere Tränen gab.
   Romy war mit ihr in den Park gegangen, zu ihrem Baum am See. Sie hatte Rain in den Arm genommen und gehalten, bis die Tränen versiegt waren.
   Rain wusste nicht mehr, weswegen sie geweint hatte, aber sie konnte sich noch genau daran erinnern, dass ihre Mutter traurig ausgesehen hatte.
   »Das Glück ist blind«, hatte sie gesagt. »Es bleibt nicht immer bei denen, die es verdient hätten. Das ist auf der einen Seite gut so, denn so hat jeder mal Glück. Auf der anderen Seite ist es sehr schmerzhaft, denn Glück ist teuer. Oft verlangt es einen hohen Preis. Man sagt, dass man ihm für ein Lächeln tausend Tränen reicht.«
   Das Letzte hatte Rain an diesem Tag nicht genau verstanden. Als ihre Mutter dies bemerkte, war das Lächeln, das Rain so geliebt hatte, in ihr Gesicht zurückgekehrt. »Du wirst bald wieder lachen können, meine kleine Rain. So ist das immer. Mal ist man traurig, mal fröhlich. Es ist wie mit Sonnenschein und Regen. Das eine kann es ohne das andere nicht geben.«
   Daraufhin hatte sie genickt, weil sie verstanden hatte. »Ich kann das Glück sehen.«
   Das Lächeln ihrer Mutter war noch breiter geworden. »Ich auch«, hatte sie geflüstert. »Aber das bleibt unser Geheimnis. Damit niemand versucht, das Glück zu fangen.«
   Rain hatte das Geheimnis für sich behalten und schon bald wieder gelächelt, denn natürlich hatte Romy recht. Sie war eine Mutter, und in solchen Dingen behielten Mütter stets recht.
   Genauso war der Tag gekommen, an dem Rain verstanden hatte, was mit den tausend Tränen gemeint war. Die glücklichen Tage schienen stets viel kürzer als die traurigen, genau, wie der Sommer kürzer zu währen schien als der Winter.
   Rain warf einen kleinen Stein in den Belvedere Lake. Sie ging nicht oft in den Central Park seit Romy gestorben war. Der Central Park war ihr Ort gewesen. Dort hatte sie Antworten gefunden auf Fragen, von denen sie weder Rain noch ihrem Vater je erzählt hatte.
   »Eine Frau braucht ihre Geheimnisse.« Das waren Romys Worte gewesen.
   Jetzt, da Rain beinahe kein Kind mehr war, wusste sie, dass dies die Wahrheit war. Sie hatte ein Geheimnis.
   Kein schlimmes. Nein.
   Jedoch keines, über das sie mit ihrem Dad reden konnte.
   Sie war hierhergekommen, um eine Antwort zu finden. Auf die Frage, wie es weitergehen sollte.
   Aber das Einzige, was sie gefunden hatte, war die Gewissheit, dass dieser Ort schweigen würde, weil er nicht der ihre war.
   Rain musste sich einen anderen Ort suchen. Einen eigenen. Sie wusste auch schon, wo das sein würde.
   Der Friedhof, auf dem sie Romys Asche verstreut hatten, weil sie nie eine Beerdigung gewollt hatte. Frei wie der Wind hatte ihre Mutter sein wollen. Frei wie der Wind, die Sonne und der Regen. Sie hatte beides geliebt. (...)

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