Bea Lange

Romantik & tiefe Gefühle

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Nichts ist, wie es scheint

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»Ich sehe einen Menschen an und weiß nicht mehr, ob ich glauben soll, was sein Gesicht oder seine Stimme sagt.« Claire ist fünfundzwanzig, von Beruf »reiche Tochter« und von einem Tag auf den anderen mittel- und obdachlos. Sie will sich umbringen, doch der Einbrecher Leonard hält sie davon ab. Claire findet Arbeit in einem noblen Hotelkomplex. Schnell gerät sie in einen Strudel von Gefahren, Misstrauen und bedrückenden Fragen. War ihr Vater Mitglied der Mafia? Woran ist ihre Mutter wirklich gestorben? Wem darf sie noch trauen, und wird sie je die Panikattacken überwinden, die sie überfallen, sobald ihr ein Mann zu nahe kommt?

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Vita

Bea Lange

Bea Lange ist das Pseudonym, unter dem Sabine Bruns Romane veröffentlicht. Jahrgang 1962, EDV-Kauffrau, Dozentin in der Erwachsenenbildung, Fachjournalistin und Autorin von Fachbüchern. Sie lebt mit Mann, Pferden, Hunden und Katzen in einem kleinen Dorf in Norddeutschland.

Leseprobe

Kapitel 1

Claire schlenderte durch die leeren Räume der Villa. Die Stille wirkte erdrückend. Kein Ticken einer Uhr, kein Summen eines Kühlschranks, kein Türenschlagen und kein Telefonklingeln. Sie betrat das Schlafzimmer ihrer Eltern. Der Teppich war blasser an der Stelle, an der gestern noch das Bett gestanden hatte. In ihr lief wie ein Film die Erinnerung an eine der liebsten Gewohnheiten ihrer Kindheit ab, am Sonntagmorgen zu den Eltern ins Bett zu krabbeln. Mutter hatte immer gelacht, Vater eher unzufrieden gebrummt. Auf dem gleichen Bett hatte sie gelegen und in das Kissen geweint, Stunden, gefühlte Tage und Wochen, nachdem Mutter im Krankenhaus gestorben war, ohne sich von ihr zu verabschieden.
   Claire fühlte einen dicken Kloß im Hals, während die Erinnerung lebendig wurde. Die Todesnachricht war nur zwei Wochen nach ihrem elften Geburtstag gekommen. Seitdem hatte sie keine Erinnerung mehr an diesen Tag.
   Auf der anderen Seite des Flures ging es in den Fitnessraum mit dem Zugang zur Dachterrasse. Beim Blick durch die Glastür lächelte sie. Hier hatte sie jeden Morgen gemeinsam mit dem Vater trainiert. »Es kann nicht schaden, wenn du kräftig bist. Auch Frauen sollten sich verteidigen können«, hörte sie ihn immer noch mit erhobenem Zeigefinger sagen. Sie schmunzelte.
   Bevor sie sich endgültig abwandte und entschlossen die Treppe nach unten lief, blickte sie sich noch einmal auf der Terrasse um. Hier hatte sie zum ersten Mal versucht, Sex zu haben. Bei der Erinnerung musste sie lachen. Stefan war nur wenige Jahre älter als sie und wechselte sich den Job des Chauffeurs in wöchentlichem Rhythmus mit Daniel und John ab, die bedeutend älter und reifer waren. Alle drei verfügten über Kampfsportausbildungen. Sie fungierten neben dem Chauffeursjob auch als Bodyguards. Wenn ihr Vater verreist war, blieb immer einer der drei bei ihr in der Villa und wohnte in einer Einliegerwohnung im Keller.
   An einem Sommertag vor sechs Jahren, kurz nach ihrem achtzehnten Geburtstag, hatte Claire beschlossen, sich entjungfern zu lassen. Die Jungen in der Schule interessierten sich nicht für sie und der Tag war günstig, weil sie mit dem durchaus ansehnlichen Stefan allein im Haus war. Claire hatte ihn überredet, es sich auf der Sonnenliege mit einer Flasche Schampus gemütlich zu machen. Sie konnte ihn auch dazu bringen, ihre Brüste anzufassen, doch als er erfuhr, welchen Job er machen sollte, war er schnell wieder in seine Hose gestiegen und geflüchtet.
   Unten, links entlang, ging es neben dem Eingang des Kellers in das große Arbeitszimmer ihres Vaters. Hinter seinem Schreibtisch hatte sie ihn mit ihrer Kinderhand ins Gesicht geschlagen, als er ihr die Nachricht von Mutters Tod gebracht hatte. An der gleichen Stelle war sie auf dem großen Ledersessel zusammengesunken, als die Polizei ihr vor wenigen Wochen am Telefon mitgeteilt hatte, dass er mit seiner Propellermaschine verschollen war.
   Neben der Haustür hing ein Spiegel. Claire blieb davor stehen und betrachtete sich. Ihr Outfit wirkte wie immer schrill. Sie war knapp hundertfünfundsechzig Zentimeter groß und hatte dank des Krafttrainings einen sportlichen, dafür aber nicht sehr weiblichen Körper. Jan, der Kindheitsfreund aus dem Nachbarhaus, meinte mal, sie hätte eigentlich ein Junge werden sollen, da wäre dem lieben Gott wohl im letzten Moment ein Fehler passiert.
   Zwei Wochen später hatte sie ihn mit Viola gesehen, einem Mädchen aus ihrer Klasse, bei dem der liebe Gott ganz sicher keinen Fehler gemacht hatte.
   Vor dem Spiegel fuhr sie sich mit den auffällig blau lackierten Fingernägeln durch die schulterlangen, zurzeit knallroten Haare der linken Kopfhälfte. Rechts ging das nicht. Hier hatte sie vor drei Monaten alles abrasieren lassen. Inzwischen standen die nachgewachsenen Haare zwei Zentimeter lang. Immerhin pikste es nicht mehr, wenn man darüberwischte. Der aufreizend enge, kurze Satinrock und die passenden High Heels wirkten, als wäre sie auf dem Weg in eine Disco. Unter einer knappen Jeansjacke trug sie ein tief ausgeschnittenes gelbes T-Shirt, das wie geschaffen dafür war, Männerblicke auf die Brust zu lenken.
   Claire war jetzt vierundzwanzig Jahre alt. Sie hatte ihr bisheriges Leben in diesem Haus verbracht. Nun betrachtete sie ihr Spiegelbild. »Ich (...)

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