Dominik Seiberth

Krimis & Thriller

Image

EXPLORE bookshouse

HOMEPAGE
Offizielle Homepage des Verlags.

E-BOOK-DEALS
E-Book-Schnäppchen ab 99 Cent.

DER ERSTE SATZ
Votings für den ersten Satz im Roman.

WAS LESE ICH GLEICH?
(Liebes-)Romanauswahl einmal anders!

bookshouse BLOGGING
Unsere Bloggerseite.

Weitere bookshouse Autor(inn)en

Ein totes Leben

Image

Ein Unbekannter, der Kinder aus ihren Betten entführt. Ein Kommissar, der den Halt im Leben verloren hat. Ein Fall, in dem jede Entscheidung ein Leben kosten kann. Das spurlose Verschwinden eines kleinen Jungen, dessen Schicksal nie aufgeklärt werden konnte, hat Hauptkommissar Jonathan Weitzäcker in tiefe Depressionen gestürzt. Nach zwölf Monaten wieder für diensttauglich erklärt, kehrt er in seinen Beruf zurück. Kurz darauf verschwindet ein weiterer Junge unter nahezu identischen Umständen. Jonathan Weitzäcker nimmt den Kampf gegen die Zeit und seine Krankheit auf – und gegen einen Täter, der mehr als nur ein Leben zerstört ...

Shoppen bei: Amazon iTunes Thalia Tolino
  • Dominik
    Seiberth
    E-Book: 2.99 €
    Taschenbuch: 12.99 €
  • Dominik Seiberth
    Ein totes Leben
  • Ein totes Leben
    Dominik Seiberth

Vita

Dominik Seiberth

Dominik Seiberth wurde 1989 in der Nähe von Heidelberg geboren. Nach seinem Abitur absolvierte er ein freiwilliges soziales Jahr in einem kleinen Dorf im Western Cape, Südafrika. 2010 begann er mit einem Studium der Psychologie. Aktuell studiert er M.Sc. Psychologie (Schwerpunkt Sozial- und Kognitionspsychologie) an der Universität Mannheim. Neben dem Studium schreibt er bevorzugt in den Genres Thriller, Young Adult und Fantastik.

Leseprobe

Prolog
Oktober

Jonathan hatte wie immer das Gefühl, auf der falschen Seite des Tisches zu sitzen. Nicht, dass er glaubte, er wäre der bessere Therapeut. Er wusste, dass Annelies von Bahr gut war. Sie war sogar verdammt gut, um ehrlich zu sein. Das Problem bestand viel eher darin, dass er es gewohnt war, Fragen zu stellen, anstatt sie zu beantworten und sich der Rollentausch selbst bei ihrer letzten, gemeinsamen Sitzung noch falsch anfühlte.
   Von Bahr und Jonathan saßen sich an einem kleinen, runden Tisch unter den hohen Altbaufenstern gegenüber. Boden und Decke des großen Raumes waren mit Holz getäfelt und an den Wänden hingen impressionistische Werke von Künstlern, deren Namen Jonathan nicht kannte. Das malerische Bild, das sich ihm draußen vor den Fenstern bot, sagte ihm ohnehin mehr zu: der träge dahinfließende Neckar, die pittoreske Stadt mit ihren alten Backsteinbauten und roten Ziegeldächern und die Schlossruine auf der anderen Seite des Flusses inmitten tiefgrüner Wälder. Es war ein wundervoller Anblick und es war ein herrlicher Herbsttag, wie geschaffen für einen Spaziergang entlang des Philosophenwegs. Doch natürlich würde es keinen Spaziergang geben. Jonathan hätte nicht sagen können, wann es ihm zum letzten Mal gelungen war, sich für einen Spaziergang aufzuraffen. Er hätte nicht sagen können, wann es ihm gelungen war, sich für überhaupt irgendetwas aufzuraffen. Aber das war nicht das, was man seiner Therapeutin sagte, wenn diese eine Stellungnahme darüber aufsetzen sollte, ob man in seinen Beruf als Hauptkommissar bei der Kriminalpolizei zurückkehren konnte. Darum straffte Jonathan die Schultern, wandte seinen Blick von der Altstadt ab und Annelies von Bahr zu und bemühte sich um eine feste Stimme, als er ihre Frage beantwortete. »Ich bin wieder einsatzbereit.«
   Annelies von Bahr musterte ihn. Sie war eine beeindruckende Erscheinung mit schulterlangen blonden Haaren. Jonathan glaubte nicht, dass er dieser Frau etwas vormachen konnte. Vermutlich waren nicht viele Menschen dazu in der Lage, und er zählte mit Sicherheit nicht dazu.
   »Können Sie mir sagen, inwieweit sich Ihre heutige Situation von der Situation unterscheidet, in der Sie sich vor einem Jahr befunden haben, Herr Weitzäcker?«, fragte von Bahr und schrieb dabei in das rote Notizbuch, das auf ihren Beinen ruhte. Der Stift verursachte ein kratzendes Geräusch auf dem Papier. Für einige Sekunden war es das einzige Geräusch, das im Raum zu hören war.
   »Ich habe Appetit«, antwortete Jonathan, weil er nicht wusste, was er sagen sollte. Gern hätte er sein Jackett ausgezogen, aber er schwitzte so stark, dass er seiner Therapeutin den Anblick des weißen Hemdes, das förmlich an seinem Oberkörper klebte, ersparen wollte. »Ich schlafe gut.« Er korrigierte sich, in der Hoffnung, glaubwürdiger zu wirken. »Nicht gut. Aber besser. Und ich träume nicht mehr so viel.«
   Annelies von Bahr nickte. Da sie nichts sagte, ging Jonathan davon aus, dass er weitersprechen sollte. »Ich fühle mich kräftiger. Eher wie der Mann, der ich einmal war.« Er wartete. Von Bahr sagte noch immer nichts. »Hören Sie«, fuhr er fort und wusste, dass er ungeduldig klang. »Seit meiner Beurlaubung sind zwölf Monate vergangen. Ich habe mich zu Hause verkrochen. Ich wollte von der Welt da draußen nichts mehr wissen. Wenn ich nicht beurlaubt worden wäre, wäre es vielleicht überhaupt nicht so weit gekommen. Aber jetzt geht es mir wieder besser. Viel besser.«
   »Sie wissen, warum Sie beurlaubt wurden.«
   Es war keine Frage. Jonathan legte den Kopf in den Nacken und seufzte.
   Scheiße. Sie glaubte nicht, dass er schon wieder einsatzbereit war. Vielleicht würde er sich an ihrer Stelle auch nicht glauben. Möglicherweise gab es aber trotzdem noch einen kleinen Funken Hoffnung. Jonathan klammerte sich gern an solche Funken. Das war Teil des Problems. »Harald Pfisterer hat mich beurlaubt, weil ich meiner Arbeit nicht mehr nachgekommen bin«, sagte er. »Ich habe mich immer und immer wieder mit dem Fall Lucas Fähnrich beschäftigt. Ich habe mich krankgemeldet, um weitere Nachforschungen anzustellen. Ich konnte einfach nicht anders. Und als alle Spuren im Sand verlaufen sind …« Jonathan beendete den Satz nicht. Er hätte ihn vervollständigen können, aber was brachte es schon, das auszusprechen, was danach (...)

Mehr Leseempfehlungen