Dominik Seiberth

Krimis & Thriller

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Ein verlorener Sieg

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Jonathan Weitzäcker ermittelt wieder! Ein blutverschmierter Jugendlicher kniet neben der grausam zugerichteten Leiche seiner Mutter. In der Hand hält er die Tatwaffe: ein grobschlächtiges Fleischermesser. Ist der Vierzehnjährige ein Mörder? Als Hauptkommissar Jonathan Weitzäcker die Ermittlungen aufnimmt, scheinen alle Indizien dafürzusprechen, doch je länger er sich mit dem Fall beschäftigt, desto mehr Ungereimtheiten tauchen auf. Schon bald muss er sich der Frage stellen, wie viel ein Mensch verkraften kann, bevor er die Kontrolle verliert ...

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    Dominik Seiberth

Vita

Dominik Seiberth

Dominik Seiberth wurde 1989 in der Nähe von Heidelberg geboren. Nach seinem Abitur absolvierte er ein freiwilliges soziales Jahr in einem kleinen Dorf im Western Cape, Südafrika. 2010 begann er mit einem Studium der Psychologie. Aktuell studiert er M.Sc. Psychologie (Schwerpunkt Sozial- und Kognitionspsychologie) an der Universität Mannheim. Neben dem Studium schreibt er bevorzugt in den Genres Thriller, Young Adult und Fantastik.

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    Ein totes Leben

    Ein Unbekannter, der Kinder aus ihren Betten entführt.
    Ein Kommissar, der den Halt im Leben (...)

Leseprobe

Teil 1

In einer Nacht in Heidelberg


Kapitel 1

Vor vielen Jahren, lange bevor Jonathan Kriminalhauptkommissar geworden war und seinen Dienst bei der Mordkommission der Stadt Heidelberg angetreten hatte, hatte er sich vor dem Tod gefürchtet. Der Tod war damals etwas Abstraktes gewesen, etwas Ungreifbares, ein Schatten an der Wand, den er nicht sah, solange er sich nicht nach ihm umdrehte, von dem er aber wusste, dass er ihm stets auflauerte. Der Tod war ein stummer Zeuge, der alles sah. Er war ein schweigsamer Beobachter, der nur auf den passenden Moment wartete, um in das Geschehen einzugreifen. Er war eine gesichts- und namenlose Gestalt, die jeden Augenblick zuschlagen konnte.
   Seine Arbeit brachte es mit sich, jeden Tag aufs Neue mit den wechselnden Gestalten des Todes konfrontiert zu werden: eine alte, alleinstehende Frau, die in einem Zustand fortgeschrittener Verwesung in ihrer Dachgeschosswohnung in einem Altbau aufgefunden wurde. Ein fünfunddreißigjähriger Mann, der sich von der Montpellier-Brücke vor einen heranfahrenden Zug stürzte. Ein Kollege vom Kriminaldauerdienst, dem an einem verschneiten Winterabend mit einer Schrotflinte in den Kopf geschossen wurde …
   Jonathan hätte seinen Beruf schon längst an den Nagel gehängt, wenn es ihm nicht gelungen wäre, seine Furcht vor dem Tod zu überwinden. Er hatte Mittel und Wege finden müssen, um das, was er sah, verarbeiten zu können, und er hatte sie gefunden. Doch trotz allen Wissens und aller Professionalität kehrte die Furcht manchmal zurück wie ein alter Freund, den man längst verloren geglaubt hatte.
   Als Jonathan an diesem Morgen das große Haus in der Nähe des Philosophenwegs betrat, war er allein. Die Leiche war bereits zur Obduktion in die Gerichtsmedizin abtransportiert worden. Der alte Mann, der seine Tochter gefunden hatte und schwer verletzt worden war, war von den Rettungskräften ins Heidelberger Universitätsklinikum gefahren worden. Und der Junge, der allem Anschein nach für das grässliche Blutbad am Rande des Odenwaldes verantwortlich war, befand sich in Polizeigewahrsam. Die Kollegen vom Kriminaldauerdienst hatten ihn vorerst auf einer geschützten Station der Kinder- und Jugendpsychiatrie untergebracht, bis eine weitere Eigen- oder Fremdgefährdung ausgeschlossen werden konnte und er vernehmungsfähig war.
   Jonathan trug einen weißen Schutzanzug und Überschuhe, die die Geräusche seiner Schritte dämpften. Um ihn herum war alles still. Die kalte Luft roch nach saurem Desinfektionsmittel, das ihn an Operationssäle denken ließ, und nach Blut. Die Möbelstücke waren mit zerknitterter Klarsichtfolie bedeckt. Weißes Puder hier und da zeigte, wo Hannah Amend, Gregor Zahirovic und ihre Kollegen von der Spurensicherung Fingerabdrücke oder Teile von Fingerabdrücken sichergestellt hatten.
   In diesem Haus war der Tod in den Alltag eingebrochen. Was Jonathan sah, waren seine gespenstischen Nachwirkungen. Allein und von einer bedrückenden Stille umgeben, musste er sich fragen, ob es auch Vorzeichen dafür gegeben hatte.
   Zunächst unterzog er den Eingangsbereich einer gründlichen Überprüfung. Alles hier wirkte so teuer und vornehm wie es das alte, allein stehende Haus mit seinen Stuckfassaden, den hohen Dachgiebeln und der breiten Eingangstreppe von außen hatte vermuten lassen. An den Wänden hingen beeindruckende Gemälde, zweifelsohne Originalwerke: Hier eine skandinavische Seenlandschaft im Herbst, welke Blätter, die den Boden bedeckten - da ein altes Fachwerkhaus, das sich an einen nebelbedeckten Hang schmiegte, schwarze Pferde auf einer Koppel davor. Überall matte und gedämpfte Farben, die ein trügerisches Gefühl von Ruhe und Geborgenheit vermittelten. Ein gerahmtes Bild auf einer Mahagonikommode zeigte eine Frau mit blond gelockten, windzerzausten Haaren und ihren sieben- oder achtjährigen Sohn. Der Junge hatte die blonden Haare seiner Mutter, aber während die Frau auf dem Bild schlank und von beinahe zeitloser Schönheit wirkte, war der Junge für sein Alter kräftig gebaut und schielte. Sie saßen in einem rot-weiß-gestreiften Strandkorb und umarmten sich. Beide lachten in die Kamera. Beide wirkten glücklich.
   Jonathan wandte den Blick von dem Bild ab und öffnete einen Schrank, der neben der Kommode stand. Mehrere Mäntel aus Pelz und Wolle befanden (...)

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