M. X. Mai

Krimis

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Tränen der Kalahari

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Als bei einem Bushman-walk eine Leiche gefunden wird und alle Spuren auf einen San als Mörder hindeuten, wird Polizei-Sergeant Sana Bob, selbst eine San, misstrauisch. Unterstützt von ihrem Jugendfreund Tebo Chapota ermittelt sie auf eigene Faust in eine ganz andere Richtung. Mit teils ungewöhnlichen Methoden. Schritt für Schritt entreißt sie der kargen Landschaft der Kalahari eine dunkle Wahrheit. Doch die Nachforschungen werden sie an ihre Grenzen treiben ...

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Vita

M. X. Mai

M. X. Mai wuchs im Iran und in Kolumbien auf. Sie studierte Rechtswissenschaften und arbeitete unter anderem als Flugbegleiterin, Dokumentarfilmerin und Lektorin an der Universität Wien. Viele Jahre verbrachte Manuela Zips-Mairitsch mit den San im südlichen Afrika und veröffentlichte zahlreiche Publikationen, u. a. ihr wissenschaftliches Buch „Verlorenes Land? Indigene (Land)Rechte der San in Botswana“. Das X in ihrem Pseudonym steht für Xoan//a, ihrem San-Namen, den sie von den Ju/’hoansi San erhielt. Er bedeutet so viel wie „leuchtendes, wegweisendes Licht“. Derzeit engagiert sie sich in Wien als Rechtsberaterin für geflüchtete Menschen. 

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Leseprobe

Kapitel 1

Tebo stand da, still, ruhig und blickte zum Horizont. Langsam verrauchte sein Ärger.
   Am östlichen Himmel hatten sich drei horizontale Dunststreifen in perlmuttfarbigem Glanz gefärbt, und ein sanftes Purpur verdrängte die blassen Farben der Nacht. Schließlich war die Sonne hinter einigen Schirmakazien als riesiger, blutroter Ball aufgegangen und hatte die gesamte Kalahari korallenrot getüncht.
   Normalerweise erfreute er sich an diesem Schauspiel. Er atmete tief ein, versuchte, seinen Verdruss abzuschütteln. Die Luft am frühen Morgen genoss er am meisten. Noch von der Nacht abgekühlt, begann sie sich allmählich zu erwärmen und hatte einen ganz besonderen Geruch: warme Frische, gewürzt mit den Aromen von trockenem Gras und leichten Noten von Thymian und Rosmarin. Manchmal konnte man noch einen leichten Tiergeruch wahrnehmen. Vielleicht eines Steinbocks oder Duikers. In den monotonen Zikadengesang hinein mischte sich das eindringliche, heisere Geschnatter einer Gackeltrappe.
   Keine Wolken. Das gestrige Donnergrollen, ein Hoffnungsschimmer für baldigen Regen, erschien heute wie eine Wunschvorstellung.
   »Tssramu, Tebo!«
   Er schreckte aus seinen Gedanken auf.
   Tzana, wie immer bei Bushman-Walks in Röckchen und Oberteil aus Steinbockleder gekleidet, sah ihn vorwurfsvoll an.
   Kayate hockte im Sand, die Schweißperlen auf seiner Stirn glänzten in der morgendlichen Sonne. Wie bei allen San war auch seine Haut wesentlich heller als die der restlichen Bevölkerung Botswanas. Seine länglichen Schmucknarben auf Brust und Oberarmen wiesen ihn als Jäger aus. Sie waren ihm als Junge beigebracht worden. Damals sollten die Einschnitte symbolisch sicherstellen, dass aus ihm ein schneller und erfolgreicher Jäger würde.
   Um ihn herum standen vier weitere San und die sechsköpfige Touristengruppe in einem Halbkreis.
   Rasch schloss Tebo zu der ungleichen Gruppe auf.
   Bevor Kayate das fast fünfzig Zentimeter tiefe Loch aushob, war an der Stelle nur ein kleiner Strauch mit länglich-schmalen Blättern zu sehen. Diesen entfernte er nun vorsichtig und brach mit seinem Grabstock die verkrustete harte Kalahari-Erde auf.
   Der spitz zulaufende Holzstock schien für diese Tätigkeit wie geschaffen. Mit ihm ließ sich behutsam die essbare Bodenfrucht freilegen, ohne die Pflanze zu beschädigen. Schließlich zog Kayate mit einem zufriedenen Ruck eine längliche, etwa siebzig Zentimeter große Knollenwurzel heraus.
   Dann begann er, in seiner Muttersprache Naro den Verwendungszweck der Pflanze zu erklären. Als er bemerkte, dass das vordergründige Anliegen der Touristengruppe dem Fotografieren galt, unterbrach er sich.
   Er wischte sich den Schweiß von der Stirn. Die vielen Runzeln und Falten ließen sein Gesicht eher interessant als alt wirken. Wären nicht die paar grau-weißen Härchen im Oberlippen- und Kinnbart und auf seinem Kopf verteilt gewesen, man hätte ihm die späten Dreißiger mehr abgenommen als die frühen Fünfziger.
   Freudestrahlend grinste er in die Kameras, die Wurzel stolz in die Höhe haltend. Seine Ausführungen setzte er erst fort, nachdem alle zufrieden ihre Fotoapparate sinken ließen.
   Nun kam Tebos Auftritt. Seit über vier Jahren begleitete er nun schon sogenannte Bushman-walks als Guide und Übersetzer. Er konnte sich keinen besseren Job vorstellen. Kayate, Tzana, Zoh und die anderen San waren im Laufe der Zeit nicht nur zu Freunden, sondern auch zu seinen Lehrern geworden. Voller Eifer versuchte er, sich ihre Naturkenntnisse und speziellen Fähigkeiten anzueignen.
   Tebo räusperte sich. Dann übersetzte er mit lauter Stimme der Touristengruppe die Verwendung der rötlich-braunen Gerbwurzel. »Das ist die sogenannte Eland-Knolle, auf Afrikaans wird sie als olifantswortel, Elefantenwurzel, bezeichnet. Die Naro nennen sie !Xami und verwenden sie auf vielfache Weise. Zum Beispiel ist sie ein wunderbares Gerbe- und Färbemittel. Dafür entfernst du die Rinde.«
   Obwohl Kayate praktisch kein Wort verstanden hatte, was er sagte, reichte er ihm im richtigen Moment die Wurzel mit der Dramatik eines Zauberlehrlings. Sie hatten das schon so oft vorgeführt, dass sie so etwas wie (...)

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