Kirsten Greco

Fantasyromane

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Grenzenlose Liebe - Silvanubis 3

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Kann Liebe Brücken schlagen, Hindernisse überwinden, Wunden heilen? Deutschland 1947: Seit Anna vor Jahren Heim und Eltern bei einem Bombenangriff verloren hat, lebt sie in einem winzigen Lagerraum eines kleinen Spielzeugladens. Es fehlt an allem. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als Hab und Gut gegen Lebensmittel zu tauschen. Als sie bei einem ihrer Streifzüge auf einem Waldweg im Nebel versinkt und in Alexanders Armen landet, ahnen beide noch nicht, was für verheerende Folgen ihr Zusammentreffen hat. Sie finden sich in Silvanubis wieder, einer magischen Parallelwelt – faszinierend und gefährlich zugleich. Eine Rückkehr in ihr altes Leben scheint unmöglich. Plötzlich sind Annas und Alexanders Schicksale unwiderruflich miteinander verknüpft. Ist Liebe wirklich grenzenlos? „Grenzenlose Liebe“ ist die neue, redigierte Auflage der Romane „Unter dem Feuer“ & „Aus der Asche“.

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    Grenzenlose Liebe - Silvanubis 3
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    Kirsten Greco

Vita

Kirsten Greco

Kirsten Greco wurde 1965 in Iserlohn geboren und ist in Hagen aufgewachsen. Nach dem Abitur studierte sie Germanistik und Sportwissenschaft in Bonn, schloss dann noch eine Ausbildung als Bankkauffrau und Fremdsprachenkorrespondentin an. Fremde Länder und Kulturen haben sie schon immer fasziniert und so hat sie zunächst  in Brügge, Belgien gearbeitet und dann Australien mit dem Rucksack bereist. 1999 ist sie gemeinsam mit ihrem Mann nach Michigan in die USA gezogen, wo sie bis heute mit ihrer Familie und zwei Hunden lebt.

Leseprobe

Kapitel 1
Trümmer

Der gewaltige scharlachrote Vogel zog unablässig seine Runden, nur das regelmäßige Rauschen der Flügel war zu hören. Die Stadt schlief, schweigsam und friedvoll. Mit kräftigen Schlägen seiner riesigen Schwingen glitt er unermüdlich durch die Dunkelheit. An den Federspitzen zuckten kleine, blaugelbe Flammen, die die Häuser in ein gespenstisches Licht tauchten. Allmählich wanderten die blitzenden Funken von den Flügeln über den massiven Körper und den langen Hals bis zum Kopf. Als die Glut die orangefarbenen Augen erreichte, stieß der Vogel einen heulenden Schrei aus. Metallisch, blechern.
   In gleichmäßigen Wellen breitete sich das Echo in die Tiefe der Nacht aus, bis es verstummte und der Phönix zu Asche zerfiel. Der Wind trug sanft graue Flocken davon und als sich die ersten sacht auf die Giebel legten, fielen die Häuser mit einem ohrenbetäubenden Donner in sich zusammen. Behutsam legte die schwarze Nacht ihre tröstende Decke über die Zerstörung. Sterne standen am Himmel, erst eine Handvoll, dann Hunderte, Tausende und am Horizont erglühte ein rotgelber Schimmer.

Anna saß senkrecht im Bett. Auf ihrer Stirn hatte sich ein dünner Schweißfilm gebildet. Das milchige Licht des Mondes schimmerte durch die mit Eiskristallen beschlagene Scheibe. Mit eiskalten Händen tastete sie unter dem dünnen Kissen nach dem zerkratzten silbernen Benzinfeuerzeug. Ihr Vater hatte es ihr an dem Abend mitgegeben, als die Bomben fielen. Einen Moment ließ sie es in der Hand ruhen, dann zündete sie die dicke, braune Kerze auf dem altersschwachen Holztisch hinter ihrem Bett an. Das warme Licht erfüllte wie üblich seinen Zweck. Langsam beruhigte sie sich. Und so wie immer ließ sie die Nacht, die alles verändert hatte, Revue passieren.
   Ihre Eltern hatten sie abends noch einmal zum Laden geschickt. Ein Botengang, mehr nicht. Doch kaum hatte sie das kleine Spielzeuggeschäft erreicht, begann das Heulen der Sirenen. Es jagte ihr jedes Mal eine Gänsehaut über den Rücken. Nie würde sie es rechtzeitig nach Hause schaffen. Atemlos war sie in den behelfsmäßig hergerichteten Luftschutzraum im Keller des Ladens gehetzt, hatte sich unter die Werkbank ihres Vaters gehockt, die Handflächen auf die Ohren gepresst und gehofft, dass es dieses Mal nicht so lange dauern würde. Irgendwann war das Donnern und Tosen verstummt und Stille hatte sich wie ein Leichentuch über die kleine Stadt am Rande des Ruhrgebiets gelegt.
   Müde strich sie sich eine widerspenstige Locke hinter das Ohr. Mein Gott, wie sehr sie ihr fehlten. Freunde bargen ihre Eltern am nächsten Tag aus den Trümmern, brachten sie auf Handkarren zum Friedhof und beerdigten sie. Sie besorgten Anna ein Bett, einen Tisch, einen weiß emaillierten Kohleofen sowie zwei alte Stühle und bauten die Möbel neben den Regalen des Lagerraums auf. Seither wohnte sie in dem engen Raum des Spielwarengeschäftes, das wie durch ein Wunder unversehrt geblieben war – und träumte. Nacht für Nacht schreckte sie mit klopfendem Herzen von einem Traum hoch, der ihr wie ein lästiger Gast hartnäckig ungebetene Besuche abstattete. Die Sirenen, die die Bomberverbände angekündigt hatten, waren vor fast zwei Jahren endlich verstummt. Nun ersetzte das bedrohliche an- und abschwellende Heulen des Phönixes das unheimliche Dröhnen. Immer wieder sah sie den gewaltigen, brennenden Vogel, die Asche und die zerstörten Häuser. Der blecherne Klang hallte immer noch in ihren Ohren. Sie wusste nicht, wie lange es her war, dass sie eine Nacht ruhig und traumlos geschlafen hatte. Es dauerte endlos, bis sie wieder einschlafen konnte, denn sie wachte jedes Mal mit der Gewissheit auf, dass der Traum sein Ende noch nicht gefunden hatte.
   Anna schlug die Decke zurück, stand auf und griff nach ihren Socken, die im flackernden Kerzenlicht auf dem alten Stuhl lagen. Hastig streifte sie die dunkelgrauen Strümpfe über ihre eiskalten Füße. Der rechte Zeh lugte vorwitzig aus einem riesigen Loch, und sie zupfte so lange an der rauen Wolle, bis die aufgerissene Stelle schließlich unter dem Fuß verschwand. Sie musste es stopfen, unbedingt. Ihre klammen Finger glitten über den wuchtigen Küchenherd. Eine kratzige Wolldecke eng um die Schultern geschlungen, ließ sie sich auf einen der Stühle sinken. Sollte sie einige Stücke Holz opfern und in den Herd schieben? Sie verwarf den Gedanken rasch. Obwohl die Nächte immer noch (...)

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