Anke Geser

Frauenromane

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Eine Ahnung von Liebe

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Ein kleines, gemütliches Reetdachhaus, direkt hinter dem Deich: Nach langem Suchen scheint Sophies Traum endlich in Erfüllung zu gehen. Kurzerhand steigt sie aus ihrer tristen Ehe und ihrem bisherigen Leben aus und wagt an der Nordseeküste einen Neuanfang. Doch auch hier hält das Schicksal einige Überraschungen für sie bereit. Nicht nur, dass ein Geheimnis über dem kleinen Reetdachhaus zu liegen scheint, das von ihr gelöst werden will, sondern auch die Liebe trifft sie völlig unvorbereitet ...

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Vita

Anke Geser

Anke Geser wurde 1960 im Rheinland geboren und schrieb bereits nach dem Abitur ihr erstes Märchen. Sie studierte Pädagogik und machte 2007 mit der Eröffnung einer Tierheilpraxis und Praxis für Tierpsychologie ihr Hobby zum Beruf. Die Leidenschaft für das Schreiben ließ sie jedoch nicht los. Es entstand ihr erster Roman „Der Seelenwächter“. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Düsseldorf und an der Nordseeküste.    

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Leseprobe

Kapitel 1


Er bemerkte schon lange nichts mehr.
   Sie hatte noch das ganze Haus geputzt. Es sollte so etwas wie ein Abschiedsgeschenk sein, obwohl sie sicher war, dass er es nicht mitbekam.
   Er nahm nichts mehr wahr außer sich und seiner Arbeit. Auch sie nicht. Wann es angefangen hatte, vermochte sie nicht mehr zu sagen, nur, dass es schon viel zu lange dauerte. Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte. Aber das war jetzt vorbei.
   Sie ließ den Blick durch das Wohnzimmer schweifen und ging ein letztes Mal in die aufgeräumte Küche. Alles war auf seinem Platz. Nichts wies darauf hin, dass sie nicht da war, geschweige denn nicht wiederkommen würde. Das Spültuch lag gewaschen auf der Spüle, deren altmodische Form sie so sehr liebte. Ordentlich hingen die Abtrockentücher daneben. Wie immer: alles akkurat, sorgfältig arrangiert, in Reih und Glied.
   Vielleicht war sie ausnahmslos so ordentlich gewesen, um die wachsende Unordnung in ihrem Inneren auszugleichen, oder um ihrem Leben Struktur und Sicherheit zu geben. Wahrscheinlich hatte sie so viel im Haus gearbeitet, um nicht die Leere, die sich zunehmend in ihr ausbreitete, fühlen zu müssen. Sie hatte sich betäubt. Sie funktionierte nach außen hin.
   Die Gründe für ihre Geschäftigkeit waren nicht mehr von Belang. Sie hatte ihre Entscheidung getroffen.
   Sophie nahm ihren Haustürschlüssel aus der Manteltasche und legte ihn auf den Küchentisch. Hier lag kein Abschiedsbrief für ihn. Es gab nichts mehr zu besprechen. Zu oft hatte sie versucht, durch ein Gespräch ihrer beider Leben zu verändern. Vergeblich. Es war alles mehrfach ausgesprochen worden. Jetzt aber fehlten ihr die Worte. Ihr Kopf war leer. Sie gab sich einen Ruck, lief zielstrebig zur Haustür, ließ die Tür hinter sich ins Schloss fallen und stieg in ihr Auto, ohne sich ein einziges Mal umzudrehen.
   Sie fuhr Richtung Norden. Wie fremdgesteuert manövrierte sie ihr Auto durch den Verkehr. So früh am Morgen war noch nicht viel los auf den Straßen. In ein paar Stunden würde sie am Meer sein, und ihr neues Leben konnte beginnen.
   Sophie dachte an ihn. Gestern Abend hatten sie sich noch einen Film angeschaut, und nichts deutete darauf hin, dass sie ihn morgen verlassen würde. Sie schwiegen sich fast zwei Stunden an, bis er ins Bett ging, weil sein Flieger früh am nächsten Tag startete. Er drückte ihr seinen obligatorischen, kühl anmutenden Gutenachtkuss auf die Wange und sah nicht die winzige Träne, die sich aus ihrem Auge stahl.
   Sie blieb noch eine Weile auf, bevor auch sie ins Bett ging. Erst in den frühen Morgenstunden schlief sie ein, und als sie hörte, wie er das Haus verließ, stand sie auf und verstaute ihre wenigen Habseligkeiten in ein paar Kisten und Koffern. Nur das Nötigste packte sie ein, um sich nicht mit Altlasten aus der Vergangenheit zu beschweren. Das Leben, das sie nun führen wollte, sollte sich auf das Einfache, das Wesentliche beschränken. Manchmal war weniger einfach mehr.
   Nach dreistündiger Fahrt hielt sie an einer Raststätte an und bestellte einen Tee. Ihr gegenüber nahm eine Familie mit Kindern einen Tisch in Beschlag. Sophie beobachtete das fröhliche und unbekümmerte Treiben der Kinder, die wohl noch nicht zur Schule gingen. Vielleicht wäre ihre Ehe zu retten gewesen, wenn sie Kinder gehabt hätten? Schnell verwarf sie den Gedanken. Als sie sah, wie der Mann seiner Frau einen liebevollen Blick zuwarf und sie küsste, stand sie auf, bezahlte ihren Tee und fuhr schnell weiter.
   Es war Mittag, als sie den Ort erreichte, in dem sie von nun an leben würde. Kurz bevor sie in die Straße bog, in der sie ihr neues Zuhause erwartete, hielt sie am Straßenrand an und schaltete das Navi aus.
   Sophie schloss die Augen und atmete tief durch. Ich bin frei, schoss es ihr durch den Kopf. Doch auch eine andere Stimme meldete sich und gab zu bedenken, dass es sich erst noch herausstellen würde, ob sie wirklich frei war.
   Was auch immer passieren würde, es konnte nur besser werden. Sie nahm sich vor, alles auf sich zukommen zu lassen, und hieß in Gedanken ihr neues Leben willkommen.
   Nach einer Weile fuhr sie langsam weiter. Gleich nach der nächsten Kurve erschien ihr Häuschen. Was für ein (...)

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