Malte Klingenhäger

Krimis & Thriller

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Nachbar einsam

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Abenteuerlust im Alter – nachdem die Kinder aus dem Haus sind und die Pensionierung schon einige Jahre zurückliegt, erinnert ein Herzinfarkt den einsamen Witwer Bernhard daran, dass er dringend einen neuen Lebenssinn braucht. Da kommt ihm die Suche nach seinem plötzlich verschwundenen Nachbarn Dagobert grade recht. Während er dessen aberwitzigem Geheimnis auf die Spur kommt und sich in brandgefährliche Konflikte zwischen Neo- und Altnazis begibt, trifft er auf eine Mitstreiterin, die ihm nicht nur altersmäßig das Wasser reichen kann. Ein humorvoller Krimi im ernsten Kontext von familiären Tragödien, starrsinnigen alten Männern und verblendeten Tätern.

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Vita

Malte Klingenhäger

Malte Klingenhäger wurde 1983 in Herdecke geboren und arbeitete viele Jahre in einem Fachverlag aus Münster. Seine Kurzgeschichten und Comics veröffentlicht er seit 2010 zusammen mit anderen Autoren auf seiner Webseite - einige Kurzgeschichten wurden dazu in Anthologien veröffentlicht. Bis 2013 war er Mitglied der Münsteraner Autorengruppe kultextur. Auch auf Lesebühnen ist er mit Erfolg unterwegs. Dazu kooperiert er mit seinem Team vom Kulturkater regelmäßig mit verschiedenen Institutionen und Organisationen wie beispielsweise (Mode-)Schulen, Debattierclubs und Theatern, um spannende Kulturprojekte auf die Bühne zu bringen.

Weitere Bücher aus diesem Genre

Leseprobe

Kapitel 1

Ein kraftvolles Aufbrummen des Flugzeugmotors begleitete das Durchstoßen der Wolkendecke. Die kurzzeitig von weißen Schwaden verdeckte Sicht gab den Blick auf das tiefblaue Panorama des Himmels frei. Bernhard stabilisierte seine Maschine und berauschte sich am Flug über den Wolken. Ab und an durchstob das Flugzeug ihre Zerfaserungen, die wie zerrupfte Watte nach ihm griffen. Ein friedliches Gefühl durchströmte ihn, und er drosselte die Umdrehungen des Propellers auf ein Minimum herunter. Er ließ den Steuerknüppel los und schien das Flugzeug allein durch die Kraft seiner Gedanken auf Kurs zu halten.
   Nach einer Weile bemerkte er, wie das Brummen des Motors wieder anschwoll, worauf er sich aufmerksam im Cockpit umschaute. Waren das dort vor ihm wirklich Bordinstrumente? Sahen sie nicht verdächtig nach Essbesteck aus?
   Nervös geworden wollte er den Steuerknüppel wieder in die Hände nehmen, aber er griff ins Leere. Da auch der Blick nach vorn immer trüber wurde, wandte er sich ab und versuchte, sich durch eines der Seitenfenster Klarheit über seine Situation zu verschaffen. Er wollte sich der unter ihm vorbeiziehenden Wolkendecke versichern, doch diese hatte ihre Farbe mit der des Himmels getauscht und strahlte ihm nun blau entgegen. Auch wirkte sie nicht mehr wolkig, sondern bildete Wellenmuster. Flog er über Wasser?
   Verärgert über diese seltsamen Veränderungen biss er die Zähne zusammen und schloss die Augen.
   Stattdessen öffnete er sie.
   Für einen Augenblick glaubte er sich noch immer in den blau-weißen Weiten des Himmels, aber es war nur seine Bettwäsche, die vor seinen nachttrüben Augen langsam Konturen annahm. Der Traum hatte sich verflüchtigt und sowohl Wolken als auch Flugzeug mitgenommen.
   Nur das Brummen war geblieben. Bernhard verortete es mit einiger Sicherheit außerhalb seines Schädels und beschloss, es vorerst zu ignorieren. Er setzte sich in seinem Bett auf, griff eine nahe Sprudelflasche und schickte einen Schluck Wasser auf einen Feldzug gegen die Trockenheit in seinem Mund. Je wacher er wurde, desto mehr Unruhe machte sich in ihm breit. Sein Körper mochte nicht mehr still liegen. Bernhard warf das schweißnasse Laken zurück und suchte nach einem guten Grund, aufzustehen.
   Seine Rente hatte sich als sorgenfreie Zeit ohne Verpflichtungen angekündigt. In Wahrheit musste er sich ständig selbst verpflichten, und der daraus resultierende Druck war stärker als alles, was er während seines Berufslebens je empfunden hatte. Dieser stete Drang nach Sinn bildete nun den Begleiter fast all seiner Gedanken. Immerhin trieb ihn diese Unruhe jetzt aus dem Bett, oder war da noch etwas anderes?
   Er schwenkte seine Beine über den Rand der Matratze und tastete mit den Füßen nach seinen Pantoffeln. Das Brummen schwoll erneut an, doch inzwischen war sein Geist wach genug, und er konnte das Geräusch einordnen.
   Es war sein Nachbar auf seinem Aufsitzmäher, mit dem er wie jeden Samstag in nicht enden wollenden Runden über den Rasen kreiste. Bernhard pickte aus seinem reichen Schatz an Schimpfwörtern genüsslich ein paar besonders gehässige und schleuderte sie in Gedanken durch das Schlafzimmerfenster.
   Ihre Häuser lagen weit außerhalb der Stadt am Fuße eines kleinen Hügels. Hinter Bernhards Grundstück begann der Wald, der die Höhe fast ganz bedeckte. Das Haus seines Nachbarn grenzte an ein Feld, das sich noch ein wenig der Steigung mit den Bäumen teilte und in Richtung der Stadt über immer flacher werdende Hügelketten erstreckte. Hier draußen waren sie die einzigen Anwohner, was die Kette der Rücksichtslosigkeiten seines Nachbarn allein auf ihn konzentrierte: den Lärm seines jämmerlichen Traktorenabklatsches, der aufgesetzte Chic seines Hauses, der eitle weiße Zopf, der nach hinten über sein giftgrünes Cord-Jackett fiel …
   Du musst ihn akzeptieren. Er ist auch bloß ein Mensch, säuselte es in Bernhards Ohren, doch es war nur seine Häme, die ihm ein Ständchen sang. Er war alt und pensioniert. Er musste gar nichts mehr.
   Der Störenfried von nebenan erwartete wahrscheinlich Damenbesuch und sorgte nur noch für den Feinschliff an seinem Rasen – ein letztes Stück Arbeit an der Komposition, die seinen vermutlich bemitleidenswert geringen (...)

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