Jennifer Louis

Krimis & Thriller

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Herr der Spiele

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Wie weit würdest du gehen, um dir deinen größten Traum zu erfüllen? Emma Wolf entscheidet sich für das Risiko, überwindet ihre Angst und steigt durch den Schlund einer Höhle hinab. In diesem Labyrinth aus Stollen und Gängen weit unter der Erde startet das Event „Thrill and Crime“ und sie darf aus ihrem Gewinnerroman lesen. In den Tiefen der Felsengrotte erlebt Emma tatsächlich einen Traum. Den schlimmsten Albtraum, den selbst sie sich niemals hätte vorstellen können. Wie hätte sie ahnen können, dass ausgerechnet sie das höchste Ziel des „Herrn der Spiele“ ist?

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Vita

Jennifer Louis

Jennifer Louis wurde im November 1967 in Duisburg geboren. Heute lebt sie mit ihrer großen Liebe gemeinsam mit ihren beiden Collies und zwei Pferden in der Nähe von Trier und liebt Geschichte und Geschichten. Ob das tägliche Blut bei der Arbeit im OP eins großen Klinkikums dazu führt, dass sie leidenschaftlich gern Krimis und Thriller schreibt, bleibt zu klären. Bislang hat sie Kriminalromane mit geschichtlichem Hintergrund unter dem Namen Ursula Pauls und Johanna Kirchen veröffentlicht, zudem eine pferdische Satire.

Leseprobe

Samstag, 13. Juni
06:57 Uhr

Der Benzinkanister wartete gut gefüllt nebst Feuerzeug in dem kleinen Wandschrank. Die Kammer war vorbereitet, die Nachtsichtkameras positioniert.
   Er überlegte fieberhaft. Alles noch mal in Ruhe durchgehen.
   Der rote Zielpunkt huschte über die Steinwände, folgte Erhebungen und Furchen und kam oberhalb des Polstersessels auf der Bühne zum Halten. Nach anfänglichem Zittern fand er absolute Ruhe. Viele Sekunden lang.
   Erleichtert packte er die Glock samt visueller Zielvorrichtung in die tiefe Gesteinswölbung.
   Die Nebenschauplätze waren präpariert. Im Kontrollraum arbeiteten die Mikrofone, Tastaturen und Monitore tadellos.
   Wenn es nach ihm ging, konnte es losgehen. Das Festival würde ein unvergessliches Schauspiel werden.

09:01 Uhr

Emma hielt sich die Rippen und versuchte, ruhiger zu atmen. Im Wald hinter ihr frischte der Wind auf. Die Böen rauschten durch die Äste und ließen die mächtigen Bäume wie schwarze Schattengestalten vor einer wolkenverhangenen Silhouette hin und her tanzen. Welch ein Anblick. Hoffentlich wurde der Sturm nicht noch schlimmer.
   Gut, dass sie den steilen Anstieg hinter sich hatte. Was noch vor ihr lag, fürchtete sie jedoch mehr als einen Sturm im dunklen Wald. Sie richtete den Blick wieder nach vorn mitten hinein in das riesige tiefschwarze Loch im Felsen. Kalter Schweiß trat ihr aus allen Poren. Dort sollte sie hinein?
   »Wie der Schauplatz eines gruseligen Romans, findest du nicht?« Liam ließ ihr keine Zeit. »Komm«, forderte er und wollte sie weiterziehen.
   Mitten hinein in dieses dunkle Loch.
   Er zupfte an ihrer Jacke. »Nun komm schon, Emma, sonst haut dich die nächste Bö noch um wie eine Pusteblume. Denk daran, was du gelernt hast«. Liam zog den Kragen seiner Jacke höher.
   Emma zählte langsam bis zehn, konzentrierte sich auf jede einzelne Zahl. Das Zittern verging, die Panikwelle ebbte ab. Tief durchatmen und auf die Bewegung des Brustkorbes achten. Es war nicht schlimm. Nichts würde ihr geschehen in dieser Höhle. Alles dort unten war gesichert. Auch all die Menschen würden ihr nichts anhaben. Nichts konnte passieren.
   Zumindest nichts Schlimmes.
   Emma wollte unbedingt dort hinein. Sie musste unbedingt in diese verdammte Höhle. Entschlossen öffnete sie die Augen und hielt sich am Arm ihres Freundes fest.
   Liam nickte ihr aufmunternd zu und ging voran.
   Sehr viele Menschen würden sich so früh ohnehin noch nicht in der Höhle aufhalten. Der winzige Parkplatz neben dem Eingang war mit zwei Lieferwagen einer Cateringfirma namens Kulinario besetzt, aber das musste nichts heißen. Sie waren ja auch zu Fuß hier.
   Als sie den Eingang der Höhle erreichten, trat sie unerwartet ruhig zwischen die mit dunkelgrünen Moosen und Flechten bedeckten Steinwände. Hinein in das unendlich anmutende, tiefe Labyrinth unter der Erde, versteckt inmitten eines uralten Waldes.
   Die Höhle mit dem passenden Namen »Unterstein« mochte im Laufe von Millionen Jahren durch Erdverschiebungen und Bodenaktivitäten geschaffen worden sein. Ihr Anblick und das Bewusstsein, den abschüssigen Gang immer weiter zu erkunden, rief Ehrfurcht hervor und ließ die Panikattacke vergessen. Generalisierte Angststörung nannte ihr Therapeut die Krankheit, die sie so sehr einschränkte. Vor ihrer Behandlung hätte sie einen Ort wie diesen niemals betreten, schon gar nicht, wenn zudem eine Menschenmenge erwartet wurde, mit der sie dort unten wie eingeschlossen sein würde. Sie musste ihre Feuerprobe einfach bestehen, zu viel hing davon ab. Außerdem hatte sie während der Gruppensitzungen Liam kennengelernt. Ein nicht unbedeutender Pluspunkt.
   Emma konzertierte sich auf das, was sie sah. Keinem abschweifenden Gedanken nachirren. Die Höhle war ein Naturwunder. Sie betrachtete ergriffen die Ausbuchtungen des Millionen Jahre alten Steins und ertastete die Konturen. Eigentlich war dieses Wunder viel zu schade für das, was heute aus ihm geworden war. Irgendwann durchforscht, analysiert, vermessen und zuletzt von einem finanzkräftigen Investor aufgekauft und zu einem Eventschauplatz der (...)

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